DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Sonntag, 01.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Gerüchte-Melder XVIII

Nach der Stadtratswahl ist vor der Referentenwahl. In der Zwischenzeit müssen sich die gewählten Stadträte mit „ihren“ Parteien und zusammen mit „ihrem“ Oberbürgermeister auf einen Kurs verständigen. Dabei geht es, sollte man meinen, um Themensetzungen für die kommende Ratsperiode. Am 2. Mai wird in Augsburg ein zweites Mal gewählt: Der Stadtrat wählt „seine“ Referenten. In der Zeit zwischen der Kommunalwahl und der Refentenwahl ist alles im Fluss. In dieser Zeit entstehen in den Parteistuben täglich neue Pläne, die sich als Gerüchte verbreiten und von Auguren bewertet werden. Bis zur Referentenwahl gibt es deshalb das DAZ-Format „Gerüchte-Melder“.

Erstes Treffen der Oppositionsparteien

Am gestrigen Donnerstag trafen sich in der Zeughaus-Gaststätte 12 Stadträte zwecks Informationsaustausch in Sachen Referentenwahl. Man stellte Überlegungen an, wer gegen welchen Referentenvorschlag der Regierungsparteien antreten könnte. Natürlich war nicht zu erfahren, wer gegen Thomas Weitzel kandidieren wird, aber in Frage käme nur Peter Grab, der auf diesem Treffen alleiniger Vertreter von Pro Augsburg war. Peter Grab könnte aber auch gegen Dirk Wurm (Ordnung/Sport) antreten, da er Berufserfahrung als Sportreferent vorzuweisen hätte. Dirk Wurm gilt als angreifbarstes Glied in der Kette der “Regierungsreferenten”. Grab statt Wurm? Hätte man einen Gegenkandidaten von Format (wie 2008 Hermann Köhler) könnte man punkten, so die Auguren.

Weber versus Weber wird wohl ein Duell am 2. Mai lauten. Hermann Weber und Peter Grab werden auf alle Fälle für ein Referentenamt kandidieren, weil ihnen das Bayerische Beamtengesetz bezüglich ihrer Rentenbeitragsanrechnung kaum eine andere Wahl lässt. Ob das für Rainer Schaal gilt, ist nicht gesichert. Schaal ist aus dem Beamten-Status in das Amt des Umweltreferenten gewechselt. Wer gegen Kiefer (Soziales) antritt, ist völlig offen. Alexander Süßmair wäre hierfür möglicherweise ein Kandidat – oder Regina Stuber-Schneider. Dies alles ist natürlich nichts als gewagte Spekulation, die man nicht weiter vertiefen muss.

Fragt man die Auguren, ob es jemand geben könnte, der verwegen und naiv genug wäre, um gegen Baureferent Gerd Merkle in den Ring zu steigen, so lautet die Antwort: „Ja!“ Neben Hermann Weber käme dafür nur Volker Schafitel in Frage. Ob sich der Monaco-Franze der Maximilianstraße tatsächlich die Blöße geben will, ist eine Frage, die die DAZ in den kommenden Tagen aus dem Gerüchte-Status herausschälen möchte. Gesichert ist nur der Umstand, dass jeder vom Regierungslager vorgeschlagener Referent einen Gegenkandidaten bekommt. Einzige Ausnahme: Hermann Köhler (Bildung), der als Referent “ohne Fehl und Tadel” gilt.

Als sicher gehandeltes Gerücht geistert der Gedanke durch die Stadt, dass die AfD, Pro Augsburg, die CSM, die FW, die Linken, die ÖDP und die Polit-WG sich bereits darüber einig geworden sind, dass sie als Oppositionsgruppe zusammen sitzen wollen, und zwar (von der Referentenbank aus gesehen) links vorne. Außerdem habe man sich darauf verständigt, dass man sich in Zukunft bezüglich der Oppositionsrolle einem Informationsaustausch nicht verwehren will.