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Samstag, 24.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Gedenkveranstaltung zur „Machtübernahme“

„Hitler und wir“ am 30. Januar unter anderem mit Markus Günther



„Hitler und wir – Die Vergangen­heits­bewältigung der Nachgeborenen – Gedenken an die Machtübernahme am 30. Januar 1933“ heißt eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Augsburg und der DGB Region Augsburg. Anlass ist die „Macht­übernahme“ der National­sozialisten unter Adolf Hitler, die sich am 30. Januar zum 80. Mal jährt. Die Gedenk­verantaltung findet am Mittwoch, 30. Januar um 18 Uhr im Oberen Fletz des Rathauses, Rathausplatz 2 in Augsburg statt.

Stadt und DGB möchten in angemessener Weise an das einschneidende Datum erinnern und auf seine bis heute anhaltende Bedeutung hinweisen. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem Bistum Augsburg, dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat Augsburg, dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA e.V. und der Buchhandlung am Obstmarkt konzipiert.

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl spricht Dr. Markus Günther, Autor, Journalist und von 2009 bis 2011 Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, über das Thema „Hitler und wir“. Günther ist Autor und Journalist, hat Geschichte und Politische Wissenschaften in Bochum, Lyon und Montreal studiert und war, bevor er vorübergehend zum Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen wurde, 10 Jahre lange USA-Korrespondent. Nach seinem Vortrag wird auf Initiative von Josef Pröll, Referent der KZ-Gedenkstätte Dachau, der Film „Geboren im KZ“ nach dem gleichnamigen Buch von Helmut Zeller und Eva Gruberová gezeigt. Die beiden Journalisten und Autoren führen in den Film ein, der 2013 erstmals in der ARD ausgestrahlt und 2011 bei den Filmfestspielen in New York prämiert wurde.

Buch und Film beschreiben die Geschichte der Geburt von sieben Kindern im KZ-Außenlager Kaufering am Ende Nazidiktatur. Lagerkommandant war ein Augsburger, der 1945 für drei Jahre inhaftiert wurde und dann im öffentlichen Dienst im Augsburger Schlachthof gearbeitet hat. Die Frauen, schon während ihrer Schwangerschaft nach Dachau verschleppt, wurden in Augsburg als Zwangsarbeiterinnen eingesetzt, etwa in den Michelwerken. Für ihr Buch haben Helmut Zeller, Redaktionsleiter der Süddeutschen Zeitung in Dachau, und seine Frau, die Filmautorin Eva Gruberová, weltweit nach den Müttern und ihren Kindern gesucht und verschiedene Interviews dazu geführt.

Helmut Jung, DGB-Regionsvorsitzender Augsburg, spricht das Schlusswort der Gedenkveranstaltung. Die Veranstaltung ist öffentlich, es wird aber um Anmeldung gebeten – per Telefon unter der Nummer 39136 oder per Mail an post@buchhandlung-am-Obstmarkt.de. Der Zugang zum Oberen Rathausfletz ist barrierefrei. Kostenlose Einladungskarten liegen in der Bürgerinformation am Rathausplatz bereit.

Das Buch „Geboren im KZ“ von Helmut Zeller und Eva Gruberová ist im C.H. Beck Verlag erschienen (295 Seiten, 12,95 €). Anlässlich der Gedenk­veran­staltung in Augsburg wird der gleichnamige Film gezeigt.