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Donnerstag, 22.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Friedensstadt mit 40 Prozent Migrations­hintergrund

Am Dienstag und Mittwoch: Symposium mit Vortrag und vielen Statements

Am 25. September 1555 wurde der Augsburger Religionsfrieden erklärt – eines der wichtigsten und folgenreichsten Verfassungsdokumente des Heiligen Reiches Deutscher Nation trat in Kraft. Nach dem Friedensfest am 8. August, mit dem die Stadt den Jahrestag des Westfälischen Friedens feiert, begeht die Stadt dieses weitere historische Datum auf wissenschaftliche Weise: Ein Symposium zum Augsburger Religionsfrieden am 25. und 26. September soll das Thema einmal mehr in der Gegenwart platzieren: „Friedensstadt heute – Augsburg vor neuen Aufgaben“ nennt sich die Veranstaltung, die an beiden Tagen im Augustanasaal im Annahof stattfindet.



Einer der renommiertesten Migrationsforscher Deutschland hält dem Eröffnungsvortrag zum Symposium: Klaus J.  Bade (Foto: Bade).

Einer der renommiertesten Migrationsforscher Deutschland hält dem Eröffnungsvortrag zum Symposium: Klaus J. Bade (Foto: Bade).


Stadt und Uni Augsburg sind dabei, die Interkulturelle Akademie, das Evangelische Forum Annahof, die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung und die Volkshochschule. Die Schirmherrschaft haben OB Gribl und Uni-Präsidentin Doering-Manteuffel, es wird eröffnet mit einem Vortrag des renommierten Migrationsforscher Prof. em. Dr. Klaus Bade unter dem Titel „Integration in der Einwanderungsgesellschaft: Idee und Wirklichkeit“ am morgigen Dienstag, 25. September, um 19.30 Uhr.

Am folgenden Tag sind Schlüsselpersönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Kultur, Gesundheit, Schule, Sicherheit, Sport, Religion, Arbeit und Soziales, Gewerkschaft und Jugend eingeladen, ihre Sicht auf die Friedensstadt im Kontext ihrer Arbeit und Funktion im Rahmen von Kurzstatements zu reflektieren. Und zwar in der folgenden Reihenfolge von 17 bis 19.15 Uhr:

  • Dr. OB Kurt Gribl (Politik)
  • Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg, (Wissenschaft).

    Bürgermeister Peter Grab, (Sport)
  • Alexander Schmidtke, Vorstand des Klinikums Augsburg, (Gesundheit)
  • Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben und Vorstand der HPC AG in Harburg (Wirtschaft)
  • Tim Lubecki, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Schwaben (Gewerkschaft)
  • Fritz Graßmann, Sprecher des Vorstands des Diakonischen Werkes Augsburg e.V. (Religion)
  • Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit (Arbeit und Soziales)
  • Gerhard Schlögl, Polizeipräsident Schwaben Nord (Sicherheit)
  • Juliane Votteler, Intendantin des Theater Augsburg (Kultur)
  • Raphael Brandmiller, Vorsitzender des Stadtjugendrings Augsburg (Jugend)
  • Gül Solgun-Kaps, Staatliches Schulamt Augsburg (Schule)
  • Stefan Glocker, Direktor der Volkshochschule Augsburg (Bildung).

Ein anschließendes Podiumsgespräch mit einem Teil der Referenten von 20 bis 21.30 Uhr vertieft die vorgestellten Positionen.

Wie ausgeprägt ist die „Willkommenskultur“ in Deutschland?

Lange Zeit befand sich Deutschland in einer Einwanderungssituation, ohne Einwanderungsland sein zu wollen. Das ändert sich zusehends. Doch wie ausgeprägt ist die „Willkommenskultur“ in Deutschland wirklich? Unter anderem diese Frage untersucht in seinem Eröffnungsvortrag Prof. em. Dr. Klaus J. Bade, Gründungsvorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) 2008 –2012, Nestor der Migrationsforschung und Vordenker ihrer politischen Konsequenzen. Balde fordert Integrationspolitik, die allen Bürgerinnen und Bürgern echte Teilhabe an den zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ermöglicht. Der Migrationsforscher, Publizist und Politikberater lehrte bis 2007 Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück und lebt heute in Berlin. Er hat zum Thema viele Forschungsprojekte geleitet, einige Dutzend Bücher veröffentlicht und für sein Engagement in Forschung und kritischer Politikbegleitung diverse Auszeichnungen erhalten, zuletzt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Für Augsburg ist sein Thema von großer Aktualität: Über 40 Prozent der in Augsburg lebenden Menschen haben eine Migrationsgeschichte. Sich dieser Vielfalt zu öffnen heißt in Bodes Augen, sie auf einem soliden gemeinsamen Fundament zu fördern und als Chance für die Entwicklung der Stadt zu begreifen. Der gleichberechtigte Zugang aller Bürgerinnen und Bürger am kulturellen, sozialen, religiösen und politischen Leben ist eine Aufgabe, der sich alle Institutionen und Organisationen der Friedensstadt Augsburg stellen müssen.

Tickets für den Eröffnungsvortrag (sieben Euro, ermäßigt vier Euro) sind im Vorverkauf bei der Bürgerinformation, Rathausplatz 1 und an der Abendkasse erhältlich, Einlass ist ab 18.45 Uhr. Für das Symposium am 26. September ist der Eintritt frei. Ort der Veranstaltungen: Augustanasaal im Annahof.