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DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Friedensfest: Streit um Redebeitrag

Ein Redebeitrag des Kapitäns des Rettungsschiffs „Lifeline“ bei der Augsburger Friedenstafel auf dem Rathausplatz bringt Augsburgs Bürgermeisterin Eva Weber unter Druck. Das Rettungsschiff „Lifeline“ ist dafür bekannt, in Seenot geratene Flüchtlinge zu retten.

Augsburger Friedenstafel DAZ-Archiv © Christian Menkel

Eva Weber kritisierte die Aktion, die vom Augsburger Flüchtlingsrat organisiert wurde, als „nicht in Ordnung“. Die Friedenstafel sei ein Fest der Kirchen und Bürger und solle nicht für politische Zwecke missbraucht werden. Für politische Diskussionen sei das Rahmenprogramm des Festes gedacht, so Weber in Vertretung von OB Kurt Gribl.

„Lifeline“-Kapitän Claus-Peter Reisch erzählte von den Tragödien auf dem Mittelmeer. Anschließend wurden 300 Luftballons mit der Aufschrift „Augsburg wird sicherer Hafen“ verteilt und in die Lüfte geschickt.

„Wir sind sehr erstaunt über die Aussagen von Frau Weber“, heißt es in der Pressemitteilung der SPD. „Wir sind als Koalitionspartner ebenfalls Teil der Stadtregierung und begrüßen den Redebeitrag des Seenotrettungs-Kapitäns. Auch können wir die These, dass für politische Themen kein Platz an der Friedenstafel sei, nicht unterstützen. Frieden kann niemals unpolitisch sein“, so Anna Rasehorn, Stadträtin der SPD-Fraktion. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich legt nach: „Wo, wenn nicht bei der Friedenstafel soll denn über Frieden gesprochen werden? Menschen wie Claus-Peter Reisch, Kapitän des Rettungsschiffs „Lifeline“ gehören geehrt statt, wie jetzt in Malta, angeklagt zu werden.“



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