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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA: Finnbogason-Finale mit Happy End

Mit einem Dreierpack sorgte Augsburgs Torschütze vom Dienst Alfred Finnbogason im letzten Spiel  der Bundesliga-Hinrunde vor 26.345 Zuschauern in der heimischen WWK-Arena für einen versöhnlichen Abschluss der englischen Woche. Durch das glückliche 3:3 Unentschieden gegen den FC Freiburg, das erst in der Nachspielzeit erzwungen wurde, überwintert der FCA auf einem einstelligen Tabellenplatz und darf sich weiter zu Höherem berufen fühlen.

Von Udo Legner

Im Unterschied zum Mittwochsspiel auf Schalke standen Rani Khedira (für den verletzten Kevin Danso) und Marcel Heller (für Ja-Cheol Koo) in der Augsburger Startelf. Noch vor dem Anpfiff kam – wie schon beim Auftaktspiel der englischen Woche gegen die Berliner Hertha – in den FCA Fan-Blöcken etwas Unmut auf, da die Seitenwahl nicht das erwünschte Ergebnis ergab.

Fulminanter Auftakt durch Finnbogason

Doch spätestens nach 56 Sekunden war dieser Frust vergessen, denn Finnbogason schloss gleich den ersten Angriff mit der 1:0 Führung für den FCA ab. Der Freiburger Caglar Söyüncü verpasste Caiubys Pass in den Strafraum und Augsburgs isländischer Torschütze verwandelte im zweiten Versuch zur Blitz-Führung für den FCA. In der Folge spielten die Augsburger wie aus einem Guss. Durch frühes und energisches Pressing erstickten sie den Freiburger Spielaufbau schon im Keim und schnürten die Streich-Schützlinge in deren Hälfte ein. In der 9. Minute  verblüffte Michael Gregoritsch die Augsburger Fans, da er – ganz entgegen seiner Gewohnheit – das Kunststück fertigbrachte, eine hundertprozentige Torchance nach herrlicher Hereingabe von Philipp Max allzu leichtfertig zu vergeben. Völlig frei und unbedrängt schaffte es der Augsburger Goalgetter, den Ball aus kürzester Distanz über das Freiburger Gehäuse zu setzen.

Abgebrühte Freiburger

Das Finnbogason-Rätsel: 90 Minuten ohne Tor - und dennoch drei Treffer erzielt

Das Finnbogason-Rätsel: 90 Minuten ohne Tor - und dennoch drei Treffer erzielt - Foto (c) Siegfried Kerpf


So kam es, wie es bestimmt nicht kommen musste. Nach einer Viertelstunde war es mit dem Augsburger Traumfußball erst einmal vorbei. Die Freiburger fanden mehr Räume und spielten sich frei. Mit ihrer allerersten Torchance markierten sie gleich den Ausgleichstreffer (20. Min.) Nach einem Konter stand Christian Günter nach schnellem Antritt und schöner Kombination auf der linken Seite völlig unbehelligt vor FCA-Keeper Marwin Hitz und erzielte das 1:1 für die abgebrühten Kicker aus dem Breisgau. Bis zur Pause verlief die Partie ausgeglichen, wobei die Augsburger noch Glück hatten, dass der Franzose Yoric Ravet nicht mehr aus seinen Chancen (32. und 40. Min.) machte.

Fazit zur Halbzeit: Nach furiosem Start, in dem es der FCA versäumte, die Führung auszubauen, verlor der FCA mehr und mehr den Faden und ließ die Freiburger ins Spiel kommen.

In der zweiten Hälfte war vom Augsburger Angriffswirbel der ersten Viertelstunde nur noch wenig zu sehen. Nur sporadisch kamen die Augsburger gefährlich vor das Freiburger Tor und konnten auch aus den vielen Standards (Eckball-Verhältnis 11:4 für den FCA) kein Kapital schlagen. Dass dies auch anders geht, zeigten die Freiburger, die gleich mit ihrer ersten Ecke (49. Min.) und durch einen Kopfball ihres Knipsers  Nils Petersen die 2:1 Führung markierten. In der anschließenden Drangphase des FCA sorgten die Elfmeter-Entscheidung des Unparteiischen Christian Dingert und der überstrapazierte Videobeweis für den größten Aufreger.

Frust und Lust in den Schlussminuten

Nach einem Foul an dem ansonsten enttäuschenden Marcel Heller durch Söyüncü (59. Min.) zeigte der Referee zuerst auf den Elfmeterpunkt, bis er – nach langen unheilvollen Minuten – seine Entscheidung revidierte und auf Handspiel von Finnbogason und Freistoß für Freiburg im Mittelkreis entschied. Der Frust unter den FCA Fans übertrug sich auf das Augsburger Team, dessen Defensive bei einem Freiburger Konter, den Nils Petersen mit der 3:1 Führung für Freiburg abschloss, jegliche Cleverness vermissen ließ. So schien es, als hätte sich der FCA durch fahrlässiges Vergeben seiner Chancen in der ersten Phase der Partie und durch undiszipliniertes Abwehrhalten selbst auf die Verliererstraße gebracht.

Als drei Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, hatten sich schon viele gefrustete FCA-Fans von ihrem FCA abgewandt und auf den Heimweg begeben. Doch dann belohnte Alfred Finnbogason (und natürlich der gerechte Fußballgott) all die, die ihrem FCA auch in dieser Notlage treu zur Seite standen.

Denn endlich war es vorbei mit der Augsburger Magerkost. In der ersten und letzten Minute der Nachspielzeit strafte der vielgeschmähte Finnbogason – dem so mancher Fußballexperte die Bundesligatauglichkeit abgesprochen hatte – seine Kritiker ein ums andere Mal Lügen. Mit seinen zwei Kopfballtoren vermasselte er den Freiburgern ihr Fußballfest, die sich freilich trotz Finnbogasans Dreier hochzufrieden und mit einer Ausbeute von sieben  Punkten aus der englischen Woche auf die Heimreise an die Dreisam begeben konnten.

And the dream goes on

Nach diesem Unentschieden in letzter Sekunde steht der FCA – nach der Pokal-Pleite in der ersten Runde und verpatztem Bundesliga-Auftakt als Abstiegskandidat Nr. 1 gehandelt – mit 24 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz: mit neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und bereits doppelt so vielen Punkten Vorsprung auf den Tabellenletzten aus Köln. Im ersten Spiel der Rückrunde gegen den Tabellenvorletzten aus Hamburg, das bereits am 13. Januar (15.30 Uhr) steigt, wird man sehen, wohin die Reihe des FCA geht. Dass der Abstand nach oben – auf die Plätze, die nach Europa führen – viel geringer ist als der Abstand auf die Abstiegsplätze, stimmt zuversichtlich. Angesichts der wie geschmiert laufenden Torfabrik – lediglich vier Teams erzielten in der Hinrunde mehr Tore als der FCA – scheint vieles möglich und wenig unmöglich.

Zur Erinnerung: In der bislang erfolgreichsten Bundesligasaison 2014/2015, die den FCA im Folgejahr bis an die Anfield Road nach Liverpool führte, verbuchte der FCA am Ende 49 Punkte.

FCA: Hitz – Max, Gouweleeuw, Hinteregger, Opare – Baier, Khedira – Caiuby, Gregoritsch, Heller – Finnbogason.

Einwechslungen:

23. Min Framberger (für Opare),

71. Min Cirdiva (für Heller),

76. Min Schmid (für Khedira).



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