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Samstag, 04.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Filmtage-Desaster: Gribl will Zuschuss zurück

Die zweckfremde Verwendung von zirka 70.000 Euro städtischer Gelder für die Filmtage 2012 beherrscht weiter die politische Debatte. Im Fokus der Kritik stehen dabei Kulturreferent Peter Grab und das Filmbüro.

Filmtage vor dem Aus? Filmtage-Macher Franz Fischer

Filmtage vor dem Aus? Filmtage-Macher Franz Fischer


Auf der Stadtratspressekonferenz im Vorfeld der gestrigen Stadtratssitzung wurde von Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl das brisante Thema kurz und deutlich abgearbeitet. „Ich möchte nicht, dass die Stadt Mittel für ein Festival bereitstellt, das dann nicht stattfindet. Ich werde nicht zulassen, dass der Zuschuss verloren geht. Das Geld ist zweckgebunden“, so Gribl, der betonte, dass die Stadt kein Geld gebe, um das Filmbüro bei der Begleichung seiner Steuerschulden zu unterstützen. Die Augsburger Grünen bliesen ins gleiche Horn: „In Zeiten in denen die Unterstützung der Festivals stark eingeschränkt werden, ist es nicht akzeptabel, dass Mittel ausgegeben werden, ohne dass dafür eine Gegenleistung erbracht wird. Wir fordern, dass die Zuschüsse zurückgezahlt werden“, so die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Verena von Mutius.

Grüne: „Grab muss die Vorgänge offenlegen“

Die Grünen fordern nun eine Offenlegung der Vorgänge durch Kulturreferent Peter Grab, der laut Franz Fischer sehr früh in die Vorgänge eingeweiht wurde.  „Wir wollen jetzt wissen, wie Herr Grab dazukommt, die Veranstalter der Filmtage zu unterstützen im Wissen, dass die Filmtage im letzten Jahr nicht stattgefunden haben. Wir sehen hier eine klare und nicht akzeptable Zweckentfremdung von städtischen Geldern“, so der Fraktionschef der Grünen Stadtratsfraktion, Reiner Erben. Am Rande der gestrigen Stadtratssitzung war ein deutlicher Stimmungsumschwung zu vernehmen. Nicht die Frage, ob und wie man die Filmtage retten könne, beherrschte die Diskussionen, sondern der Wille nach politischer Klärung der skandalösen Vorgänge.