FDP begrüßt Grünes Licht für neue ICE-Trasse Augsburg–Ulm
Der Bundestag hat den Weg für die milliardenschwere Neubaustrecke zwischen Augsburg und Ulm freigemacht. Die FDP Augsburg begrüßt die Entscheidung und fordert nun Tempo bei der Umsetzung. Ein Blick auf die wichtigsten Fakten.
Von Bruno Stubenrauch

Der Bundestag hat am 21. Mai 2026 grünes Licht für die weitere Planung zum Aus- und Neubau der ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm gegeben. Die rund 85 Kilometer lange Neubaustrecke ist der letzte Lückenschluss der europäischen „Magistrale für Europa“ von Paris bis Budapest.
Entlastung für die Bestandsstrecke
Die notorisch überlastete, rund 170 Jahre alte Bestandsstrecke zwischen Augsburg und Ulm gilt als eine der Pannenstrecken in Bayern. Verspätungen von Regionalzügen auf diesem Abschnitt setzen sich oft bis nach München fort. Ein Ausbau der alten Trasse ist technisch nicht möglich. Deshalb soll nun eine neue, rund 85 Kilometer lange Strecke gebaut werden, die weitgehend parallel zur Autobahn A8 verläuft. Die Züge sollen dort künftig bis zu 300 km/h schnell fahren können.
Die alte Strecke bleibt erhalten und soll vor allem für den Regionalverkehr genutzt werden. Durch die Verlagerung des schnellen Fern- und Güterverkehrs auf die Neubaustrecke entstehen auf der Bestandsstrecke dringend benötigte Kapazitäten für den Nahverkehr.
Fahrzeit: 26 Minuten – aber nicht für alle
Die FDP Augsburg hebt die geplante Fahrzeit von 26 Minuten zwischen Augsburg und Ulm als entscheidenden Fortschritt hervor. Allerdings zeigt ein Blick in die Planungen des Deutschlandtakts: Dieser sieht einen stündlichen Halt in Günzburg vor. Dafür müssen die Züge – aus Augsburg kommend – bei Burgau auf die Bestandsstrecke wechseln, in Günzburg halten und bei Echlishausen wieder in die Neubaustrecke einfahren. Die Fahrzeit beträgt dann 40 Minuten – nur vier Minuten weniger als heute. Da der gesamte Schnellverkehr im 30-Minuten-Takt laufen soll, wird die Fahrzeit von 26 Minuten also nur von jedem zweiten Zug erreicht.
FDP: „Halbherzige Lösungen beseitigen die Engpässe nicht“
Die FDP Augsburg hatte sich über Jahre konsequent für eine leistungsfähige Neu- und Ausbaustrecke eingesetzt. Ihr Kreisvorsitzender Mark Pätzold erklärt: „Für uns war immer klar: Halbherzige Lösungen beseitigen die Engpässe nicht dauerhaft. Nur die Entflechtung von Fern-, Güter- und Regionalverkehr schafft die Kapazitäten, die unsere Region braucht.“ Er fordert nun Tempo bei Finanzierung, Planung und Bau: „Dieses Projekt darf nicht auf dem Abstellgleis landen.“
Herausforderungen: Finanzierung und Hauptbahnhof
Mit dem Beschluss kann die konkrete Entwurfs- und Genehmigungsplanung beginnen. Der Baubeginn wird aber noch Jahre dauern, auch die konkrete Finanzierung des Milliardenprojekts ist ungeklärt. Das Bundesverkehrsministerium sieht in den kommenden Jahren Milliardenlücken in der Finanzplanung. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei mindestens 8,2 Milliarden Euro.
Eine weitere Herausforderung ist der Augsburger Hauptbahnhof. Sein kapazitätstechnischer Ausbau ist nicht Bestandteil des Projekts, obwohl die Gleiszufahrten dort bereits heute als Engpass gelten. CSU-Politiker und die IHK fordern daher ein eigenständiges Projekt zur Ertüchtigung des Bahnknotens Augsburg.
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