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Dienstag, 26.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

FDP begrüßt Grünes Licht für neue ICE-Trasse Augsburg–Ulm

Der Bundestag hat den Weg für die milli­arden­schwere Neubau­strecke zwischen Augsburg und Ulm frei­gemacht. Die FDP Augsburg begrüßt die Ent­scheidung und fordert nun Tempo bei der Umsetzung. Ein Blick auf die wich­tig­sten Fakten.

Von Bruno Stubenrauch

Der Bundestag hat am 21. Mai 2026 grünes Licht für die weitere Planung zum Aus- und Neubau der ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm gegeben. Die rund 85 Kilometer lange Neubau­strecke ist der letzte Lücken­schluss der euro­päischen „Magistrale für Europa“ von Paris bis Budapest.

Entlastung für die Bestandsstrecke

Die notorisch überlastete, rund 170 Jahre alte Bestands­strecke zwischen Augsburg und Ulm gilt als eine der Pannen­strecken in Bayern. Ver­spätungen von Regional­zügen auf diesem Abschnitt setzen sich oft bis nach München fort. Ein Ausbau der alten Trasse ist tech­nisch nicht möglich. Deshalb soll nun eine neue, rund 85 Kilo­meter lange Strecke gebaut werden, die weit­gehend parallel zur Autobahn A8 verläuft. Die Züge sollen dort künftig bis zu 300 km/h schnell fahren können.

Die alte Strecke bleibt erhalten und soll vor allem für den Regional­verkehr genutzt werden. Durch die Ver­lagerung des schnellen Fern- und Güter­verkehrs auf die Neubau­strecke entstehen auf der Bestands­strecke dringend benötigte Kapazi­täten für den Nahverkehr.

Fahrzeit: 26 Minuten – aber nicht für alle

Die FDP Augsburg hebt die geplante Fahrzeit von 26 Minuten zwischen Augsburg und Ulm als entschei­denden Fort­schritt hervor. Allerdings zeigt ein Blick in die Planungen des Deutsch­land­takts: Dieser sieht einen stünd­lichen Halt in Günzburg vor. Dafür müssen die Züge – aus Augsburg kommend – bei Burgau auf die Bestands­strecke wechseln, in Günzburg halten und bei Echlis­hausen wieder in die Neubau­strecke einfahren. Die Fahrzeit beträgt dann 40 Minuten – nur vier Minuten weniger als heute. Da der gesamte Schnell­verkehr im 30-Minuten-Takt laufen soll, wird die Fahrzeit von 26 Minuten also nur von jedem zweiten Zug erreicht.

FDP: „Halbherzige Lösungen beseitigen die Engpässe nicht“

Die FDP Augsburg hatte sich über Jahre konse­quent für eine leistungs­fähige Neu- und Ausbau­strecke ein­gesetzt. Ihr Kreis­vor­sitzender Mark Pätzold erklärt: „Für uns war immer klar: Halb­herzige Lösungen besei­tigen die Engpässe nicht dauerhaft. Nur die Ent­flechtung von Fern-, Güter- und Regional­verkehr schafft die Kapa­zi­täten, die unsere Region braucht.“ Er fordert nun Tempo bei Finan­zierung, Planung und Bau: „Dieses Projekt darf nicht auf dem Abstell­gleis landen.“

Herausforderungen: Finanzierung und Hauptbahnhof

Mit dem Beschluss kann die konkrete Entwurfs- und Geneh­mi­gungs­planung beginnen. Der Baubeginn wird aber noch Jahre dauern, auch die konkrete Finan­zierung des Milli­arden­projekts ist ungeklärt. Das Bundes­verkehrs­mini­sterium sieht in den kommen­den Jahren Milli­arden­lücken in der Finanz­planung. Die geschätz­ten Gesamt­kosten liegen bei mindestens 8,2 Milli­­arden Euro.

Eine weitere Herausforderung ist der Augs­burger Hauptbahnhof. Sein kapazi­täts­tech­nischer Ausbau ist nicht Bestand­teil des Projekts, obwohl die Gleis­zufahrten dort bereits heute als Engpass gelten. CSU-Politiker und die IHK fordern daher ein eigen­ständiges Projekt zur Ertüch­ti­gung des Bahn­knotens Augsburg.


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