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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA zeigt 30 Minuten meisterlichen Fußball

Verkehrte Fußballwelt: Meisterlich spielte in der ersten halben Stunde des schwäbisch-bayerischen Derbys nur der FCA, der sich dank seines beherzten Starts in die Partie gegen den alten und neuen Meister aus München trotz der vierten Heimniederlage in Folge wieder in die Herzen seiner Fans spielte. Diese behielten in der bis auf den letzten Platz ausverkauften WWK-Arena trotz der am Ende klaren 4:1 Niederlage bis zum Schlusspfiff die Stimmhoheit, auch wenn sich der FC Bayern bei seinem Tanz auf drei Hochzeiten von den Schwaben nicht aus dem Schritt bringen ließ und letztendlich souverän die sechste Meisterschaft in Folge einfuhr.

Von Udo Legner

So mancher überzeugte FCA-Fan dürfte Mitte der ersten Halbzeit schon ausgerechnet haben, wie reich ihn seine Wette machen würde – für einen Einsatz von zehn Euro gab es stolze 67,50 Euro bei einem Sieg gegen den Rekordmeister! Anlass zu solchen Hochrechnungen und dem damit einhergehenden schwäbischen Hochgefühl gab auf der einen Seite die fulminante Anfangsphase des FCA, die mit dem kuriosen Führungstreffer in der 18. Minute gekrönt wurde. Auf der anderen Seite verleitete der phlegmatische Auftritt der runderneuerten Bayern-Truppe – aus der Champions-League-Viertelfinale-Elf in Sevilla standen lediglich vier Spieler in der Anfangsformation (Torhüter Sven Ulreich, Joshua Kimmich, Jerome Boateng und Bernat) – zu solchen Träumereien, zumal es (Wann und wo gab es das schon?!) geschlagene dreieinhalb Minuten dauerte, bis der FC Bayern erstmals in die Augsburger Hälfte eindrang und weitere dreißig Minuten vergingen, bis sie zum ersten Torschuss kamen!

Augsburger Dominanz in der Anfangsphase

Manuel Baum vertraute im bayerischen Duell auf die Elf, die in Leverkusen ein Remis erkämpft hatte. Die einzige Änderung: für Jan Moravek rückte Cordova in die Anfangsformation. Der Außenseiter aus Augsburg drängte die lethargisch und lustlos wirkenden Bayern von Beginn an in die Defensive und erweckte den Eindruck, die Titelfeierlichkeiten des Favoriten mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Bereits in der 5. Minute hatte Caiuby nach Zuspiel von Gregoritsch die erste Großchance, doch sein Schuss vom linken Strafraum-Eck strich flach am Tor von Sven Ulreich vorbei.

Mit aggressivem Pressing störten die Schwaben den Spielaufbau des Rekordmeisters und kamen durch Max (16. Min.) – wenn auch aus Abseitsposition – zu einem Pfostentreffer. Zwei Minuten später war es so weit: Cordova luchste Boateng den Ball ab, schoss Keeper Ulreich an, von dem der Ball ins Gesicht von Süle prallte und von da seinen Weg ins Bayerntor zur umjubelten 1:0-Führung für die Hausherren fand.

Als hätte es diesen Weckruf gebraucht, besannen sich die Bayern nach diesem Eigentor auf ihre Qualitäten und fanden zusehends zu Ballsicherheit und Effizienz zurück.

Mit ihrem ersten Torschuss (32. Min.) erzielte Corentin Tolisso nach schöner Kombination mit Kimmich und Bernat mit einem Kopfball den Ausgleichstreffer für die Gäste. Nur wenige Minuten später und erneut nach einer Hereingabe von der rechten Seite erzielte James aus kurzer Distanz die 2:1 Pausenführung für die Bayern.

Fazit zur Halbzeit: Bis zur Mitte der ersten Hälfte hatte der FCA das Spiel fest im Griff und war die klar bessere Mannschaft. Doch nach dem kuriosen Führungstor des FCA drehten die Münchner auf und übernahmen die Kontrolle. Innerhalb weniger Minuten verwandelten sie den Rückstand zur 2:1 Halbzeitführung.

Nach der Halbzeit attackierten die Augsburger nicht mehr so aggressiv wie im ersten Durchgang. So bekamen die Bayern mehr Räume und wussten diese zu nutzen. Souverän ließen sie den Ball in den eigenen Reihen kreisen, auch wenn ihnen der letzte Pass gegen die konzentrierte Augsburger Defensive noch nicht gelingen wollte. Doch in der 62. Minute fiel die 3:1 Führung für die Bayern: Nach einer Faustabwehr von Marwin Hitz landete der Ball über Umwege bei Arjen Robben, der ihn im kurzen Eck versenkte.

Lehrstunde für Philipp Max

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Zwei aussichtsreiche Konter über Max und Caiuby konnten nicht zu Ende gespielt werden, was seinen Grund in der technischen Limitiertheit der FCA Spieler lag. Insbesondere Philipp Max musste erkennen, warum er vom Bundestrainer wohl zu Recht nicht für die Nationalelf nominiert wurde. Im Vergleich und in der Auseinandersetzung mit Shooting Star und Allrounder Joshua Kimmich hatte Max bei Weitem die schlechteren Karten. Philipp Max mag sich damit trösten, dass in Augsburg bereits eine Straße seinen Namen trägt.

Die Schlussphase der Partie war von der Dominanz der Bayern geprägt. In der 69. Minute kam Gregoritsch nach schönem Pass von Koo zur letzten Torchance für den FCA. Kurz vor Ende der Partie nutzten die Bayern nach einer Rudy-Ecke die Konfusion in der Augsburger Defensive. Sandro Wagner wuchtete den Ball unhaltbar für FCA-Keeper Hitz perfekt in das lange Eck und machte damit den 4:1-Endstand und die 28. Meisterschaft für die Bayern perfekt.

Bereits am Freitagabend (20:30 Uhr) geht es für den FCA darum, beim Auswärtsspiel gegen die wiedererstarkten Wolfsburger einer Ergebniskrise vorzubauen. Schließlich wurde zuletzt in acht Spielen nur ein Sieg errungen.

FC Augsburg: Hitz – Schmid, Gouweleeuw, Hinteregger, Max – Khedira, D. Baier – Koo, Gregoritsch, Caiuby – Cordova.

Einwechslungen:

62. Minute Richter (für Cordova),

80. Minute Moravek (für Gregoritsch),

89. Minute Janker (für Baier).



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