DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Sonntag, 25.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA: Wende in Frankfurt?

Am morgigen Sonntag triff der FC Augsburg in der dritten Runde der Fußballbundesliga (15.30 Uhr) in der Commerzbank-Arena auf die Frankfurter Eintracht. Nach zwei bisher enttäuschenden Ligaspielen und einem unsäglichen Ausscheiden gegen einen Viertligisten im DFB-Pokal steht der FCA bereits in dieser Partie unter einem gewissen Justierungsdruck.



Von Siegfried Zagler

In der Bundesliga sollte man zwei Mal in Folge verlieren können, ohne dass man grundsätzlich an der Ligatauglichkeit einer Mannschaft zweifeln sollte, zumal mit Borussia Dortmund einer der beiden Gegner ein Hochkaräter war. Anlass zur Sorge geben also nicht die Ergebnisse, sondern die Art und Weise ihrer Entstehung. Wenn man das Pokalspiel mitrechnet, entwickelte der FC Augsburg in allen drei Pflichtspielen der noch jungen Saison kaum Zug aufs gegnerische Tor und zeigte sich in der Abwehr sowohl durch individuelle Fehler als auch auch systemisch verwundbar. Kurzum: Der FCA präsentierte sich in den vergangenen drei Spielen wie ein Abstiegskandidat. Von den fünf Neuzugängen konnte lediglich Baba halbwegs überzeugen. Einige „alte“ und verdienstvolle Spieler spielten weit unter ihren Möglichkeiten (Werner, Baier, Altintop und Callsen-Bracker).

Die Frankfurter haben mit Thomas Schaaf einen Trainer verpflichtet, der mit seiner ruhigen Art offenbar wohltuend  in das leicht erregbare Umfeld der Eintracht passt. Mit vier Punkten sind sie gut in die Saison gestartet (Heimsieg gegen Freiburg, ein Unentschieden in Wolfsburg). Und dabei fehlte bei der Eintracht mit Alex Meier ein Frankfurter Urgestein und Schlüsselspieler im Angriff. Meier hat diese Woche wieder mittrainiert und könnte von Schaaf eingesetzt werden. Mit Zamprano und Anderson besitzt die Eintracht ein sehr starkes Innenverteidigerpärchen. Über den offensivstarken Linksverteidiger Djakpa läuft bei der Eintracht viel über die aktuell stärkere rechte Defensivseite des FCA. Die Frankfurter verstanden zwar in beiden Partien zu punkten, überzeugen konnten sich jedoch nicht. Gegen die Frankfurter haben die Augsburger eine positive Bilanz: zwei Heimsiege und ein Unentschieden sowie eine Niederlage in Frankfurt, weshalb der FCA in der Commerzbank-Arena nicht unterschätzt werden wird, was Eintracht Trainer Schaaf unzweifelhaft hervorhob: „Wir haben uns auf Augsburg sehr konzentriert vorbereitet. Es ist eine sehr kompakte, laufstarke Mannschaft. Wir dürfen gegen den FCA keinen Zentimeter verschenken. Sie haben bislang sehr mutig agiert. Wir wollen in die Partie gehen und alles abrufen. Es gibt keine Selbstgänger in der Liga. Wir wollen unsere Fans begeistern.“

In Augsburg fand in der vergangenen Woche etwas statt, dass es beim FCA in der Bundesliga noch nie gab: öffentliche Selbstkritik. Ersatztorhinter Alexander Manninger meldete via Lokalpresse hinsichtlich der kämpferischen Einstellung einiger Spieler Zweifel an. Unterstützt wurde diese Einschätzung von Manager Stefan Reuter: „Bei uns muss jeder noch ein paar Prozent draufpacken.“