Wendejahre
Maximilian I.
DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 17.06.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Bundesliga

FCA: Waterloo an der Weser

Nach dem Hammer-Heimspiel gegen die Mainzer und dem Dusel-Kick in Kiel hatten nicht wenige FCA-Fans auf einen erfolgreichen Abschluss der englischen Woche gehofft. Dass es ganz anders kam und der FCA im Bremer Weser-Stadion keine Chance hatte und mit einem 0:4 noch gut bedient war, ist eine erschreckende Erkenntnis, die für die folgenden Spiele gegen Bayern (H), Freiburg (A) und Dortmund (H) dunkle Wolken aufziehen lässt. Die Tore der Bremer erzielten Rashica (5./28.) sowie J. Eggestein (27.) und Möhwald (83.).

Von Udo Legner

Die Klatsche bedeutete nicht nur einen herben Rückschlag im Abstiegskampf, sondern auch die erste Niederlage unter dem „Glücksbringer“ und Assistenztrainer Jens Lehmann. Im Vergleich zur Achtelfinale-Pokal-Partie gegen Holstein Kiel gab es beim FCA fünf Änderungen. Schmid, Moravek, Ji, Finnbogason und Stafylidis standen wieder in der Startelf. Beflügelt vom Pokal-Sieg  in Dortmund und berauscht von der imposanten Fan-Choreographie, mit der die Werder Fans das 120jährige Vereinsjubiläum im Weser-Stadion feierten, startete das Kohfeld-Team furios in die Partie.

Frühe Bremer Führung begünstigt durch FCA-Fehlerkette

Bereits nach 5 Minuten gingen die Bremer durch den Kosovaren Rashica in Führung, der nach feiner Vorarbeit von Kruse und Klaasen den indisponierten Stafylidis und FCA-Keeper Kobel mit einem Schuss ins linke Eck das Nachsehen gab. Die Entstehungsgeschichte dieses Tores verhieß nichts Gutes für den FCA: Die Bremer fingen einen schwachen Kobel-Abschlag und einen noch schwächeren Ji-Kopfball im Mittelfeld ab und hatten wenig Mühe, über die linke Seite in den Augsburger Strafraum einzudringen. Dort stand der Bundesliganeuling Reece Oxford nicht nur in dieser Szene auf verlorenem Posten, da er von Jonathan Schmid, der sich viel zu oft in der Offensive verrannte, wenig Unterstützung bekam. In der 12. Minute flackerte bei den FCA-Fans noch einmal kurz die Hoffnung auf, dass der Glücksvorrat beim Pokalsieg in Kiel nicht ganz aufgebracht worden war. 

Im Anschluss an eine Ecke parierte FCA-Schlussmann Kobel mit einer spektakulären Fußabwehr jedoch gegen Gebre Selassie. Obwohl die Augsburger in dieser Phase etwas besser in die Zweikämpfe und auch zu zwei Halbchancen durch Finnbogason (14. Min.) und Reece Oxford (23. Min.) kamen, blieb der SV Werder Bremen am Drücker und erstickte jäh die aufkeimende Hoffnung der FCA-Fans auf eine Wende zum Besseren durch einen Doppelschlag in der 27. und 28. Spielminute. 

Der zweite Werder Treffer durch Eggestein offenbarte das ganze Dilemma der FCA-Defensive. Trotz großer numerischer Überlegenheit im FCA-Strafraum – acht Augsburger Abwehrspieler vs. drei Bremer Offensivspieler – konnte die Augsburger Defensivabteilung den Ball im Anschluss an einen Freistoß nicht klären. So zischte der  Schuss von Johannes Eggestein vorbei an Philipp Max und unhaltbar für Keeper Kobel zum 2:0 in die Maschen des Augsburger Tors. Das dritte Tor der Bremer war fast eine Doublette des Führungstreffers. Nach Ballverlust von Baier am Bremer Strafraum konterten die Bremer blitzschnell über die linke Außenbahn. Wieder war es Reece Oxford, der vom anstürmenden Rashica ausgespielt wurde und wieder hatte Kobel gegen den Prachtschuss des Bremers keine Chance.

Wenn man den offiziellen Verlautbarungen aus der FCA-Führungsetage glauben darf und es stimmt, dass der FCA-Trainer Manuel Baum für die Aufstellung und der FCA-Co-Trainer Jens Lehmann für die Einstellung der Hintermannschaft zuständig ist, dann stand es nach der 3:0-Führung der Bremer im Duell der beiden Augsburg Trainer wohl 0:0 unentschieden. Eine Nullnummer, weil weder die Aufstellung (Warum durfte Philipp Max nach seinen indiskutablen Auftritten in den letzten Spielen wieder ran?), noch die Einstellung beim FCA an diesem Spieltag stimmte. An dieser Erkenntnis änderten auch die beiden Großchancen des FCA nichts – Gregoritsch und Finnbogason (41. und 43. Min.) scheiterten an Bremens Schlussmann Pavlenka.

Fazit zur Halbzeit

Der Plan von Trainer Kohfeld ging in den ersten 45 Minuten perfekt auf. Augsburg kam nicht zum Kontern, weil Bremen dem FCA den Ball überließ. Durch hohes Pressing und schnelles Umschaltspiel kamen die Bremer ihrerseits zu Chancen, die sie im Gegensatz zum FCA zu nutzen wussten.

Imposante Fan-Choreographie zum 120-jährigen Vereinsjubiläum Foto © DAZ

Kurz nach Wiederanpfiff die nächste Schrecksekunde für den FCA: Nach schönem Zuspiel von Eggestein kam Kapitän Kruse frei zum Schluss und der FCA konnte von Glück sagen, dass der Ball über den Augsburger Kasten rauschte. Auf Augsburger Seite waren die gelbe Karte für Kapitän Baier (55. Min.) sowie die Einwechslungen von Jensen (53. Min. für Max) und Hahn (68. Min. für Finnbogason) das einzig Nennenswerte in der zweiten Halbzeit, in der Werder Bremen von Anfang bis Ende die bessere Mannschaft war.  In der 84. Minute machte Möhwald den Werder Triumph vollkommen, als er ein Zuspiel des eingewechselten Pizarros zum 4:0 Endstand für Bremen nutzte.

Düstere Aussichten

Der FCA und sein Trainer-Team gehen schweren Zeiten entgegen. „Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!“ – Dieses Karl Valentin-Zitat skizziert die Lage beim FCA treffend. Bekanntlich gastiert am nächsten Spieltag der FC Bayern in der WWK-Arena (Freitag, 20.30 Uhr). Dass ausgerechnet gegen die Münchner Bayern FCA-Kapitän Baier gesperrt ist (und der Einsatz von Finnbogason eher fraglich erscheint), macht momentan jedenfalls wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung bei den Augsburgern.

FCA: Kobel – Oxford , Khedira , Stafylidis – Moravek , D. Baier – J. Schmid , Ji , Max – Gregoritsch , Finnbogason.

Einwechslungen:

53. F. Jensen für Max,

68. Hahn für Finnbogason,

88. Stanic für D. Baier.

 



300 Millionen
Buergerbueros
Stadtteilgespraeche