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Donnerstag, 21.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Fürth 0:0

Der FC Augsburg und die  SpVgg Greuther Fürth trennten sich gestern in der impuls arena am 29. Spieltag der Zweiten Fußballbundesliga vor 30.035 Zuschauern mit einem torlosen Remis.

Von Siegfried Zagler

Es war ein intensives wie temporeiches Spiel auf technisch schwankendem Niveau, was weniger an den Fürthern als an den Augsburgern lag, die – entgegen ihren Gepflogenheiten –  nur in der ersten Halbzeit halbwegs zu überzeugen wussten. Geprägt war die Partie in erster Linie von den Defensiv-Strategien beider Trainer. Womit nicht gesagt sein soll, dass ein kleinmütiger Mittelfeld-Kick, also ein typische Nullnummer abgerissen wurde. Allein Nando Rafael vergab für den FCA in der ersten Halbzeit zwei so genannte Hundertprozentige. Einen leichten Kopfball nach de Jong Ecke setzte Rafael aus vier Metern Entfernung am langen Ecke vorbei (19.). „Das gibt’s doch nicht, den hätte meine Oma gemacht“, so der Kommentar meines Platznachbarn auf der Gegentribüne. Gemeint war das klägliche Versagen von Rafael in der 32. Minute, als er mit aller Zeit der Welt und bestem Winkel völlig freistehend vor dem Tor den Fürther Keeper anschoss. „Zwei Teams auf Augenhöhe“, so FCA-Manager Rettig in seinem Schablonenfazit zur Pause. Dabei hatte der FCA in allen Statistikwerten einen Tick die Nase vorn und zwei extreme Torchancen, die allerdings eher dem Zufall geschuldet waren als einer zwingenden Offensivstrategie. Die Augsburger arbeiteten sich in Halbzeit eins effektiver ins Spiel und rangen den Fürthern mit Kampf, Laufbereitschaft und den daraus resultierenden engen Räumen eine Vielzahl von Fehlern im Spielaufbau ab, weshalb die Offensivschwäche der Brechtstädter aus dem Spiel heraus in Halbzeit eins nicht so offensichtlich ins Auge fiel.

Trostlose Angsthasen-Taktik

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit ändern. Das ideenlose wie konzeptlose Spiel der Augsburger wurde in der zweiten Halbzeit deshalb mit Schrecken von dem geduldigen Publikum eben als solches erkannt, weil in der Fürther Offensive zusehends direkter mit Tempo und Spielwitz operiert wurde. Simon Jentzsch hielt die Augsburger mit gutem Stellungsspiel und soliden Paraden im Spiel. In der 75. Minute wurde der glücklose Rafael durch Stephan Hain ersetzt. Eine Art Erlösung für Chancentod Rafael. Hain fand nicht mehr ins Spiel. Zur Taktik von FCA-Trainer Jos Luhukay soll gesagt sein, dass sich immer mehr der Eindruck manifestiert, dass der Holländer stärker auf Solidität in der Defensive baut, denn auf ein forciertes Angriffsspiel. Man könnte meinen, Luhukay wäre bei “Rehakles” in die Schule gegangen. Gestern spielte der FCA praktisch mit vier Sechsern, kombinierte zu wenig in die Breite und ließ neben den üblichen Ungenauigkeiten im Aufbauspiel jedwede Leichtigkeit nach vorne vermissen. Thurks „Verletzung“ scheint sich eher um eine Art Verbannung zu handeln und mit Stephan Hain sitzt seit Wochen der falsche Angriffsspieler auf der Bank.

Nichts Neues aus dem Hause Luhukay

Also nichts Neues aus dem Hause Luhukay, könnte man resigniert hinzufügen. Dennoch wäre die Rechnung von Luhukays trostloser Angsthasen-Taktik beinahe aufgegangen, hätte Torsten Oehrl in der 85. Minute freistehend aus 18 Metern den Ball richtig getroffen. „Obwohl heute nach Stadionansage nicht ausverkauft war, war es doch das vollste Stadion der Saison. Die Mannschaften konnten dem Ambiente nicht ganz folgen. Es war der Wurm drin, weil nix passte. Kann passieren. Schade, dass das bei uns immer wieder zu ungünstigen Zeitpunkten passiert“, so ein Edelfan im Forum der Augsburger Allgemeinen. Besser kann man das FCA-Elend kaum beschreiben. An einem Spieltag wie diesem, hätte Luhukay die Stimmung in der Stadt annehmen müssen und mit risikoreichem Hurra-Fußball die Lunte für einen Fußball-Hype zünden sollen, zumal am Montag die Berliner Hertha und der VfL Bochum die Klingen kreuzen.

FCA: S. Jentzsch, – P. Verhaegh, G. Sankoh, U. Möhrle, M. De Jong, – D. Brinkmann, L. Sinkiewicz, H. Hosogai, A. Bellinghausen, – N. Rafael, T. Oehrl.

Eingewechselt: I. Traoré (62.); S. Hain (75.); A. Sinkala (90.).

Ausgewechselt: M. De Jong (62.); N. Rafael (75.); H. Hosogai (90.).

Auswechselbank: J. De Roeck; D. Baier; T. Werner; M. Amsif.