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Sonntag, 28.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Duisburg 2:0

Der FC Augsburg gewann am gestrigen Freitagabend gegen den MSV Duisburg nach einer durchwachsenen Leistung in der heimischen impuls arena mit 2:0 und nahm damit im Saisonfinale um den Aufstieg in die Erste Bundesliga einen direkten Konkurrenten um den Relegationsplatz aus dem Rennen.

Von Siegfried Zagler

Fußball kann rätselhaft sein. Hätte man vier Spieltage vor Saisonende nicht den Tabellenstand der beiden Mannschaften gekannt, hätte man zu Beginn der Partie vermutet, dass sich zwei Mannschaften aus dem Niemandsland der Tabelle gegenüber stehen, so sorglos und verhalten gingen zunächst die beiden Teams zu Werke. Im Laufe der Partie dynamisierte sich das Geschehen auf dem Rasen, allerdings waren die harmlosen Duisburger in keiner Phase der Partie in der Lage dem FCA auf Augenhöhe Paroli zu bieten. Lediglich ein nicht ordnungsgemäß angebrachtes Tornetz sowie die Aufstellung von Jos Luhukay sorgten zu Beginn für Aufregung unter den 20.348 Zuschauern. Nach der Schlappe in Hamburg ersetzte der hölzerne Strauß den hochbegabten Marcel Ndjeng und Stefan Hain vertrat den verletzten Nando Rafael in der Sturmmitte. Bereits nach wenigen Minuten musste Strauß verletzt ausscheiden, allerdings wurde er nicht von Ndjeng ersetzt, sondern von Daniel Baier. Erst nach einer Viertelstunde gelang dem FCA der erste nennenswerte Angriff. Traore dribbelte sich auf der Toraußenlinie durch, scheitere aber aus spitzem Winkel an MSV-Keeper Starke.

Obwohl die Augsburger ohne Inspiration spielten und meist wirkungslos auf lange Bälle setzten, ergab sich aus dem Nichts für Michael Thurk eine Großchance, doch der Augsburger Goalgetter entschied sich in aussichtsreicher Position gegen Starke leichtfertig für einen Heber: Leichte Beute für den aufmerksamen Duisburger Torhüter. Bis zur 31. Minute rumpelte das Match weiterhin ereignislos vor sich hin. Dann kam der lichte Moment von Stefan Hain, der – schön von Daniel Baier freigespielt – zweimal geschickt verzögerte, um schließlich zum 1:0 zu verwerten. Bis zur Pause besserte sich daraufhin das Spiel des FCA, der es zwar verstand das Spiel sortierter zu gestalten, ohne jedoch für Gefahr vor dem Duisburger Tor zu sorgen.

Mit ansteigender Formkurve: Michael Thurk

Mit ansteigender Formkurve: Michael Thurk


In der zweiten Halbzeit war mit dem ratlosen Geplänkel und dem verhaltenen Spiel nach vorne seitens der Augsburger Schluss. Der FCA spielte zielstrebig und planvoll nach vorne und störte durch konsequenteres Pressing frühzeitiger den Spielaufbau der Duisburger. Bereits in der 50. Minute hätte Stefan Hain für die Vorentscheidung sorgen können, doch das Augsburger Nachwuchstalent vergab die leicht verwertbare Großchance aus halblinker Position kläglich. Neun Minuten später hatte Thurk das 2:0 auf dem Schlappen, doch Thurk traf freistehend nach einer Reinhardt-Flanke mit Direktabnahme das Tor nicht. In der 64. Minute bekam Duisburgs Andersen nach wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte. Gegen zehn sich in die Niederlage fügende „Zebras“ hatte der FCA in der Schlussphase des Spiels keine große Mühe, den wichtigen Dreier in trockene Tücher zu packen. In der 72. Minute gelang dann Traore in Zusammenarbeit mit dem gut aufgelegten Thurk das spielentscheidende 2:0. Wären die Duisburger gestern mit einer deutlichen Klatsche abgefertigt worden, hätte dies dem Spielverlauf in der zweiten Halbzeit entsprochen. Der FCA ließ im Abschluss erstaunliche Schwächen erkennen, darüber hinaus bleibt die Erkenntnis, dass Daniel Baier, der gestern sein bisher bestes Spiel für den FCA ablieferte, in dieser Form eine echte Verstärkung darstellt und dass Thurks Formkurve – trotz überstandener Knieblessur – wieder nach oben zeigt.

Interdisziplinärer Wettkampf mit Hannover möglich

Drei Spieltage vor Saisonende kann dem FCA nach dem gestrigen Sieg der Relegationsplatz nur noch von Fortuna Düsseldorf streitig gemacht werden. Nächstes Wochenende muss der FCA nach Frankfurt, dann kommt der TSV 1860 in die dann sicherlich brennende impuls arena und am letzen Spieltag stehen die Augsburger am Betzenberg im Feuer. Würde sich das aktuelle Tabellenbild der Ersten und Zweiten Fußballliga bis zum Ende der Saison bestätigen, stünde – nach dem sensationellen Einzug der Augsburger Panther ins DEL-Finale – ein in der deutschen Sportgeschichte einmaliger interdisziplinärer Wettkampfmarathon mit der Messestadt Hannover auf dem Programm.

FCA: Jentzsch – Reinhardt, De Roeck, Möhrle, El Akchaoui, Hegeler, Brinkmann, Strauß (7. Baier), Traore (80.Ndjeng), Thurk, Hain (89. Nebel).