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Donnerstag, 20.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Bielefeld 3:0

Der FC Augsburg konnte am Samstagnachmittag in der Zweiten Bundesliga in der heimischen impuls arena vor 13.555 Zuschauern gegen Arminia Bielfeld einen deutlichen 3:0 Sieg feiern und darf – nach dem dritten Liga-Dreier in Serie – weiter vom Aufstieg in die Bundesliga träumen.

Von Siegfried Zagler

Der „Witz“ hat einen langen Bart und ist längst aus dem Phrasenrepertoire der Sportjournaille verschwunden, aber angesichts der aktuellen Tabelle darf man ihn wieder aus der Mottenkiste holen: Wie heißt der höchste Berg Deutschlands? Zugspitze?! Nein, das ist die Bielefelder Alm, denn dort braucht man ein Jahr für den Aufstieg und ein Jahr für den Abstieg. Christian Ziege kann darüber nicht schmunzeln, denn der nahezu unvermeidliche sportliche Abstieg des DSC Arminia Bielefeld wird nächste Woche mit einem anderen Trainer seine Fortsetzung finden. Dabei war Zieges Team in der ersten Halbzeit kämpferisch und läuferisch die bessere Mannschaft, die dem spielerisch überlegenen FCA nicht die Luft zum atmen ließ. Die Konsequenz war ein ratloser, beinahe hilfloser FCA, dessen Aufbauspiel nur fragmentarisch stattfand. Langsamer wie fahriger Spielaufbau und wiederum keine beziehungsweise eine mangelhafte Struktur in der Vorwärtsbewegung waren die signifikantesten Merkmale der Augsburger in der ersten Halbzeit, was FCA-Trainer Luhukay offensichtlich ähnlich analysierte, da er nach einer halben Stunde die komplette Auswechselbank zum Aufwärmen schickte.

Nach dem 2:0 hatten die Bielefelder dem FCA nichts mehr entgegen zu setzen 

Die Wende kam kurz vor dem Halbzeitpfiff. Stephan Hain, schön von Thurk mit der Hacke freigespielt, konnte freistehend vor Dennis Eilhoff halblinks sicher ins lange Eck verwerten (41). Ein Tor, das nicht nur sehenswert war, sondern auch das Spiel in eine andere Richtung lenkte, da der Bielefelder Sebastian Heidinger meckerte und Gelb sah. Zwei Minuten später war für den Offensivspieler der Ostwestfalen das Spiel vorbei. Nach grobem Foulspiel an Paul Verhaegh nahm ihn Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) mit Gelb-Rot aus dem Spiel. Eine Vorentscheidung, zumal der FCA in der zweiten Halbzeit wesentlich engagierter zu Werke ging und das Spiel zu dominieren verstand. Nach dem ebenfalls sehr schön heraus gespielten zweiten Tor von Hain (54.), hatten die dezimierten Bielfelder dem FCA nichts mehr entgegen zu setzen. Die Augsburger zeigten in der Folge, was man er in dieser Saison zu oft vermissen ließ: Ballsicherheit gepaart mit kreativen Kombinationsspiel in der Vorwärtsbewegung. In der zweiten Halbzeit versäumte es der FCA seine spielerische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Allein der agile Sturmführer Thurk vergab zwei so genannte Hundertprozentige kläglich. Kein Kavaliersdelikt, denn ein Blick auf die Tabelle genügt, um feststellen zu können, dass das Torverhältnis am Ende eine entscheidende Rolle im Duell um die Aufstiegsplätze spielen könnte. Am kommenden Freitag (18 Uhr) steht für den FCA in Fürth eine schwere Auswärtsaufgabe auf dem Programm.

FCA : S. Jentzsch, – P. Verhaegh, G. Sankoh, U. Möhrle, A. Bellinghausen, – T. Werner, S. Hain, M. De Jong, I. Traoré, – M. Thurk, T. Oehrl.

Eingewechselt: D. Baier (59.); J. De Roeck (64.); N. Rafael (67.).

Ausgewechselt: T. Oehrl (59.); M. De Jong (64.); S. Hain (67.).

Auswechselbank: K. Kwakman; S. Bertram; M. Nebel; M. Amsif.

Tore:

1:0 Stephan Hain (41.)

2:0 Stephan Hain ( 54.)

3:0 Nando Rafael (73.)