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Freitag, 19.08.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Ahlen 3:1

Mit 3:1 konnte am vergangenen Samstag der FCA den Tabellenletzten aus Ahlen niederhalten. Am Vorabend des großen Pokalknüllers gegen Bremen zeigten die Augsburger in der heimischen impuls arena vor 21.850 Zuschauern viel Licht und Schatten.



Der FCA tat sich in der ersten Halbzeit gegen die gar nicht mal tief, aber kompakt stehende Defensive der Ahlener schwer und konnte sich kaum Chancen erarbeiten, während es den Ahlenern in der ersten Halbzeit immer wieder gegönnt war über schnelle Konter gefährlich vor dem Kasten von Jentzsch aufzutauchen. Die Augsburger hatte zwar mehr Spielanteile, verstanden es aber nicht ihren Ballbesitz zu kultivieren. Das 1:0 für die Augsburger fiel eher zufällig aus einem Einwurf heraus. Eine Aktion, bei der die Ahlener Hintermannschaft im Tiefschlaf lag. Rafael konnte schön ablegen und Brinkmanns 21 Meter-Knaller sprang vom Innenpfosten ins Netz (33.). Auch danach gelang dem FCA nicht viel. Wille war zwar vorhanden, aber die zwingenderen Spielzüge starteten die Gäste. Aus dem spektakulärsten Spielzug des Matches – die Ahlener kombinierten sich aus dem eigenen Sechzehner schulmäßig in den FCA-Strafraum und beim abschließenden Kopfball musste Simon Jentzsch seine ganze Klasse auf der Linie unter Beweis stellen – entsprang eine Ecke, die zum verdienten Ausgleich der Ahlener und zum Platzverweis von FCA-Verteidiger El Akchaoui führte. El Akchaoui blockte aus der nächster Nähe, beim ersten Mal korrekt, dann mit dem Arm, was zum Elfmeter und zum Platzverweis führte. Eine harte aber korrekte Entscheidungsfolge von Bibiana Steinhaus, der einzigen deutschen Schiedsrichterin im Profifußball. Lartey ließ Jentzsch keine Chance. 1:1 zur Pause.

Ahlen setzte in Überzahl kaum noch Akzente

Viel Licht und Schatten vor 21.850 Zuschauern

Viel Licht und Schatten vor 21.850 Zuschauern


Wie bereits im Heimspiel gegen Union Berlin zeigte der FCA mit zehn Mann besseren Fußball als mit kompletter Truppe. Mit wesentlich mehr Elan und Spielfluss nach vorne wurden die Ahlener vom eigenen Kasten ferngehalten und bereits fünf Minuten nach Wiederanpfiff gelang Thurk nach einer Ndjeng-Ecke mit dem Knie das 2:1. Der 21. Ligatreffer von Michael Thurk, der seine leichte Formkrise mit diesem typischen „Goalgetter-Tor“ aus den Kleidern zu schüttelte schien. Ahlen schien beeindruckt und setzte in Überzahl kaum noch Akzente, während Thurk und Rafael sich von ihrer besten Seite zeigten. Beide waren ständig anspielbar und sorgten potenziell immer für Gefahr, ohne dass sich jedoch daraus konkrete Torchancen ergaben. Im weiteren Fortgang der Partie wurde das Spiel des FCA variantenreicher und die Torgefahr konkreter. In der 80. Minute entschied eine klasse Kombination das Spiel. Hackentrick von Thurk auf Ndjeng, der quer auf den eingewechselten Daniel Baier passte, der wiederum direkt zum besser postierten Traore weiterleitete, gegen dessen Direktschuss der Ahlener Keeper Kirschstein keine Chance hatte. FCA-Trainer Luhukay kommentierte nach dem Spiel das Spiel seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit beinahe euphorisch. Man habe dreimal während des Spiels die taktische Ausrichtung verändert, so Luhukay. Den meisten Zuschauern auf der Tribüne ist das allerdings entgangen. In der zweiten Halbzeit standen die Augsburger während des ganzen Durchgangs näher beim Gegner, unterbanden mit mehr Laufbereitschaft den Spielaufbau der Ahlener und fanden über diese Einstellung phasenweise wieder zu ihrem erstklassigen Angriffsspiel zurück. So einfach war die zweite Halbzeit ohne Trainerschein zu lesen. Am morgigen Dienstagabend steht der FCA gegen Werder Bremen im Fokus der deutschen Sportberichterstattung. Es geht um den Einzug ins DFB-Pokalfinale. Bremen hat sein Bundesliga-Heimspiel gegen Bochum mit einer B-Elf bestritten. Thomas Schaaf wollte seine besten Schützlinge nach dem kräfteraubenden Thriller gegen Valencia für das Match gegen den FCA schonen. Die Bremer sind in Form, der FCA ist unter Flutlicht ungeschlagen und hat gegen starke Gegner immer gut ausgesehen. Zirka 2.500 Augsburger werden an der Weser ihren FCA unterstützen. Die Chancen auf ein Weiterkommen sind nicht groß, aber durchaus vorhanden.

FCA: Jentzsch – Strauß, Möhrle (55. Da Costa), De Roeck (46. Buck), El Akchaoui, Ndjeng, Brinkmann, Hegeler, Traore, Thurk, Rafael (77. Baier).