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Mittwoch, 06.11.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

FCA: Und ewig grüßt das Murmeltier

Der FCA offenbarte in der 22. Runde der Fußballbundesliga zu viele Schwächen in der Defensive und verlor bei Bayer Leverkusen mit 1:4.

Von Florian Pittroff



Es war mal wieder wie immer – der FCA war zwar bemüht, ist aber immer noch zu grün für die Bundesliga und steht am Ende mit leeren Händen und einer 1 zu 4 Klatsche da. Die Mannen um Trainer Jos Luhukay waren mal wieder zu passiv und mit der Konzentration war es auch nicht weit her. Ein weiteres Manko – aber das ist eigentlich auch wie immer – im gegnerischen Strafraum ist der Begriff „harmlos“ eine Untertreibung. Der FCA offenbarte in der zweiten Hälfte außerdem zu viele Lücken im Defensivverbund. So wird es ganz schwer die Bundesliga zu halten.

Zu Beginn der Partie vor 23.368 Besuchern in der BayArena kam kein richtiger Spielfluss auf. Augsburg setzt auf eine kompakte Defensive und schnelle Gegenstöße, Leverkusen fand kein Rezept, um durch das eng gestaffelte FCA-Mittelfeld durchzukommen. Es ging hin und her aber so richtig vom Hocker hat es niemand gehauen, was die beiden Mannschaften da auf den Rasen in der BayArena brachten. Mittelfeldgeplänkel aber nichts passiert beim FCA. Aber die „Werkself“ ist auch nicht besser. Dennoch, in der 25. Minute ist es dann doch soweit, Leverkusen geht durch Kießling in Führung. Bei einer Ecke von Castro sind sich vor dem Tor Langkamp und Oehrl nicht einig. Dadurch kommt Kießling völlig frei zum Kopfball und lässt Jentzsch keine Chance.

Danach wirken die Augsburger ein wenig konsterniert. Ganz so wie Barcelona unter der Woche Bayer in der ersten Hälfte kontrolliert hat, beherrscht die „Werkself“ nun den FCA. Aber der FCA spielt ähnlich mutlos wie Bayer in der ersten Halbzeit gegen die Spanier.

Chance vor der Pause – Ausgleich nach der Pause

Kurz vor der Pause hätte es aber dann doch noch beinahe geklappt mit dem Ausgleich. Nach einer Ecke von Ndjeng kommt Langkamp mit dem Kopf am Fünfer an den Ball, aber Leno hält. Hosogai stürmt aus zwei Metern auf Pfostenhöhe an den Ball, aber Castro rettet auf der Linie und dann geht es erst mal zum Pausentee. Insgesamt agierten der FCA eine Spur zu zögerlich.

Unverändert geht es in die zweiten 45 Minuten, aber am Spiel änderte sich zunächst wenig. Bayer hatte viel Ballbesitz, kam aber trotzdem nicht in die Nähe des Augsburger Tores. Anders die Augsburger: Mit einem schnellen Angriff über Ndjeng hebelten sie die Leverkusener Defensive aus. Mölders verlängerte das Zuspiel von Ndjeng zu Koo. Der Neuzugang aus Wolfsburg fackelte nicht lange, zog von der Strafraumgrenze ab und ließ Leno mit einem angeschnittenen Ball keine Abwehrmöglichkeit

Die mitgereisten FCA Fans jubeln – die Leverkusen Fans quittieren die Leistung ihrer Mannschaft mit Pfiffen und äußerten ihren Unmut mit Michael-Ballack-Sprechhören. Da wäre sie gewesen, die Chance für den FCA, die unsicheren Leverkusener in die Knie zu zwingen, aber ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Nachlässigkeiten, kapitale Böcke oder Unerfahrenheit in der 1. Liga, man kann es nennen wie man will – nicht der FCA schießt ein Tor, sondern Leverkusen steht wieder auf und geht nur 10. Minuten nach dem Ausgleich unserer Jungs erneut in Führung: Torschütze Gonzalo Castro.

Fehlpass ins Unglück

Spielfluss ist nur selten zu sehen, die Tore fallen wie aus dem Nichts! In der 64. Minute schlägt es erneut im Kasten von Simon Jentzsch ein. Hajime Hosogai mit einem katastrophalen Fehlpass auf den linken Flügel. Schürrle zieht ab und passt auf Kießling in die Mitte, der den Ball vom Fünfer aus gekonnt an Simon Jentzsch vorbei im Tor versenkt. Wie gesagt, mangelnde Konzentration!

Danach war der Drops gelutscht, Leverkusen trotz Fußball-Magerkost auf der Siegerstraße und der FCA steht – wie so oft in der Saison – mit leeren Händen da. Aber es sollte noch schlimmer kommen. In der 70. Minute heißt es gar 1:4 gegen den FCA. Torschütze für Leverkusen: Andre Schürrle.

Jetzt muss man halt gegen Hertha mit Neu-Trainer Otto Rehagel gewinnen am nächsten Wochenende – aber auch das ist wie immer – drei Punkte sind dringend nötig – im nächsten Spiel. Aber die Spiele werden weniger und die Punkte nicht mehr. Ob das reicht?

FCA: Jentzsch – Verhaegh, Callsen-Bracker, S. Langkamp, Ostrzolek – Hosogai, Davids – M. Ndjeng, Oehrl, Koo – Mölders.

Der Autor:



Florian Pittroff ist seit über 20 Jahren als Journalist in Augsburg tätig. Sowohl für die Kultur als auch für den Sport. In seiner Zeit bei Radio RT1 hat er schon über den FCA berichtet, als dieser noch in der Bayernliga kickte. Im letzten Jahr war er der Medienmann bei der Stadt Augsburg für die FIFA Frauen WM. Einmal den FCA in der 1. Liga sehen, das war ein lang gehegter Traum und zwar schon seit Mitte der 90er. Jetzt ist er wahr geworden und deshalb hat sich Florian Pittroff zusammen mit Freunden Dauerkarten für die erste FCA Saison in der Bundesliga gesichert.