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Donnerstag, 23.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA macht es Dortmund leicht

In einem ansehnlichen Bundesligaspiel schlug Borussia Dortmund den FC Augsburg vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften SGL Arena mit 4:0. Die Tore der Dortmunder schossen Pierre-Emerick Aubameyang (24./ 66. /79.) und Robert Lewandowski per Foulelfmeter (86.).

Von Siegfried Zagler

FCA-Trainer Markus Weinzierl vertraute der gleichen Mannschaft, die in Leipzig beim Auftaktspiel im Pokal überzeugte. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nahm bezüglich der Mannschaft, die sich beim 3:0-Pokalsieg in Wilhelmshaven etwas schwer getan hatte, eine Korrektur vor: Bender ersetzte Kehl. – Das Spiel ist schnell erzählt: Die Brechtstädter verstanden es anfangs, das Aufbauspiel der Dortmunder zu unterbinden und versuchten im eigenen Stadion gegen den Champions League-Finalisten mit spielerischen Mitteln zu bestehen, was überraschenderweise sehr lange gelang. Zwischen Augsburg und Dortmund war in den ersten 60 Minuten kein Klassenunterschied zu erkennen. Es handelte sich spielerisch wie kämpferisch um eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Beinahe auf Augenhöhe sollte man hinzufügen, denn die Differenz zwischen beiden Mannschaften bestand am Samstag, den 10. August 2013 auch in der ersten Stunde darin, dass in den Reihen der Augsburger zwei Spieler vom Schlage eines Sascha Mölders und Halil Altintop standen.

In der zweiten Halbzeit war Dortmund einen Tick dominanter

Nach einem großartigen Schmelzer-Heber in den freien Raum ging Dortmund durch ein Kopfballtor von Pierre-Emerick Aubameyang in Führung. Für Mo Amsif war der Führungstreffer der Borussen (wie jedes andere Dortmunder Tor) unhaltbar (24.). Nach vorne sollte dem FC Augsburg anschließend kaum noch etwas gelingen, obwohl man sich durch den Rückstand nicht verunsichern ließ und weiter spielerisch dagegen hielt, also technisch guten Fußball spielte, der aber immer dann ins Stottern kam, wenn die Augsburger in den Strafraum der Dortmunder eindrangen. In der zweiten Halbzeit war Dortmunder zunächst einen Tick dominanter und zielstrebiger. Nach dem 2:0 durch Aubameyang in der 66. Minute war das Spiel entschieden.

Der FCA verlor auch in dieser Höhe verdient

Von Lewandowski ging während des ganzen Spiels keine Gefahr aus, auch wenn der Goalgetter der Dortmunder mit einem Geniestreich  Aubameyang freispielte, der sich für dieses Anspiel mit seinem dritten Tor bedankte. Am Ende verlor der FC Augsburg auch in dieser Höhe verdient, nicht zuletzt deshalb, weil  FCA-Trainer Weinzierl offenbar wieder dem gleichen Irrtum wie zu Beginn der vorigen Saison zu verfallen scheint, nämlich gegen jeden Gegner technischen Fußball spielen zu lassen, wo zuvorderst Kampf und Bissigkeit angesagt wäre. Noch ein Wort zu Mölders und Altintop: Von beiden Spielern ging weder Torgefahr noch irgend eine andere Qualität aus. Bei Altintop muss man einräumen, dass er es versteht, auf gewisse Weise sogar klug versteht, sich  im Raum zu bewegen, anspielbar zu sein, während Mölders in einer spielenden Mannschaft einfach nur in der Luft hängt und außerhalb des Strafraum so gut wie nie für einen vielversprechenden Ball zu haben ist. Altintop arbeitet nach hinten zu wenig und setzt nach vorne zu wenig Impulse. Die Verpflichtung Altintops und die Vertragsverlängerung von Mölders sind die ersten Fehler von Stefan Reuter, soviel an dieser Stelle über die negativen Punkte zum Saisonauftakt des FCA.

Es wäre wunderbar, wenn Altintop und Mölders in Bremen träfen

Positives gibt es auch zu vermelden. Mit Klavan und Callsen-Bracker hat der FCA ein solides bundesligataugliches Innenverteidigerpärchen. Paul Verhaegh ist ein großartiger Rechtsverteidiger und mit Daniel Baier hat der FC Augsburg einen der besten Sechser der Liga. Jan Moravek ist ein sehr lauffreudiger offensiver Ballverteiler mit Ideen und erstaunlichen Kämpferqualitäten. Raphael Holzhauser ist ebenfalls auf der linken Seite ein Mann mit überdurchschnittlicher Bundesligatauglichkeit. Holzhauser könnte mit seiner feinen Schusstechnik dafür sorgen, dass der FCA bei ruhenden Bällen gefährlicher wird. Mohamed Amsif machte eine hervorragende Partie und könnte möglicherweise zu einem richtig guten Oberhaus-Keeper heranreifen. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) hat der FCA in Bremen eine leichtere Aufgabe zu bewältigen. Es wäre wunderbar, wenn Mölders und Altintop die Siegtore erzielten.

FCA: M. Amsif; – P. Verhaegh; R. Klavan; J. Callsen-Bracker; M. Ostrzolek; – D. Baier; A. Hahn; H. Altintop; R. Holzhauser; J. Moravek; – S. Mölders.