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Dienstag, 14.06.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

FCA in Stuttgart: Außenseiter, was sonst?

Nach der Länderspielpause und einem starken Spiel gegen die Bayern misst sich der FC Augsburg am Sonntag, 20. November, (15.30 Uhr) am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit dem VfB Stuttgart. In der mit 60.441 Zuschauern ausverkauften Mercedes-Benz-Arena werden 4.000 Augsburger „ihren“ Fußballverein unterstützen.

Von Siegfried Zagler

"Mit dieser Mannschaft bestenfalls auf Platz fünf in der Zweiten Liga": Manfred Seiler

"Mit dieser Mannschaft bestenfalls auf Platz fünf in der Zweiten Liga": Manfred Seiler


Wie beim Duell gegen den FC Bayern München muss Trainer Jos Luhukay in Stuttgart auf Torhüter Simon Jentzsch verzichten. Auch Jonas de Roeck ist noch nicht fit, so dass dem FCA-Trainer der gleiche Kader wie bei der Partie gegen die Bayern zur Verfügung steht. Torhüter Mohamed Amsif kommt in Stuttgart zu seinem zweiten Bundesliga-Spiel im FCA-Tor. – Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl hat sich gestern Abend zu einem Ergebnis-Tipp hinreißen lassen. „Zwei zu null für den FCA“ , so Gribl auf die Frage, wie sich der FCA in Stuttgart schlagen werde. Es war zu später Stunde und wohl auch nicht ganz erst gemeint, doch in der Sache liegt Oberbürgermeister Gribl mit FCA-Trainer Jos Luhukay auf einer Linie: „Wie in jedem Spiel, wollen wir auch in Stuttgart punkten“, so Luhukay, der sich „eine möglichst gute Ausgangssituation für die Rückrunde erarbeiten“ möchte. Die professionellen Wettanbieter juckt das wenig. Für einen Euro bekäme man bei einem VfB-Sieg 1,40 Euro und für einen FCA-Sieg 7,25 Euro. Für ein Unentschieden bietet „bwin“ eine Quote von 1:4,6 an. Anders gesagt: Der FCA ist wie in jeder Runde – gegen jeden Gegner – in einer Außenseiterposition, die es in der Bundesliga in dieser extremen Form seit Tasmania Berlins „Zwangsaufstieg“ (1965/66) nicht mehr gab. Gegen den FC Bayern hätte es bei einem FCA-Heimsieg 17 Euro gegeben. Eine Wettquote dieser Kategorie ist deshalb beschämend, weil sie sich an der fußballerischen Wirklichkeit auspendelt. 

Der FCA ist als Tabellenletzter „in der Bundesliga angekommen“

„Der FCA ist in der Bundesliga angekommen“, dieser Satz ist bisher von DAZ-Gastautoren dreimal verwendet worden. Jochen Mack (bei einem 0:0 gegen Hannover), Volker Ullrich (bei einem 1:1 gegen Bremen) und Claudia Roth (bei der 1:2 Niederlage gegen Bayern) wollten damit zum Ausdruck bringen, dass die Mannschaft nun gezeigt habe, wie man in der Liga bestehen könne. Das muss nicht weiter kommentiert werden, nur eins sollte man hinzufügen: Der FCA ist Tabellenletzter. Daran wird sich bis zum Saisonende nichts mehr ändern, so die Prognose der Experten. Bei einem Sieg in Stuttgart könnte man am „Prinzip Hoffnung“ festhalten. Doch selbst bei einem hohen Sieg gegen den VfB würde Stuttgart-Berichterstatter und DAZ-Gastkommentator Manfred Seiler auf die „Angekommen-Phrase“ verzichten. „Der FCA würde in der Zweiten Liga mit dieser Mannschaft bestenfalls auf Platz fünf stehen“, so Seiler, der zu den herausragenden Fußball-Analysten dieser Stadt gehört.