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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA in Köln: Das Finnbogason-Rätsel geht in die nächste Runde

Als der FCA im dritten Spiel der Hinrunde dieser Saison in der heimischen WWK-Arena den 1.FC Köln mit 3:0 besiegte, stand Alfred Finnbogason nach dem Schlusspfiff gutgelaunt vor zahlreichen Kameras und zeigte sich bescheiden, obwohl er alle drei Tore erzielt hatte und nach seinem ersten Dreierpack in der Bundesliga zum Shootingstar avancierte. Am letzten Spieltag der Hinrunde sollte ihm das gleiche Kunststück gegen Freiburg gelingen.

Von Siegfried Zagler

Wenn er trifft, punktet der FCA: Alfred Finnbogason (c) Siegfried Kerpf

Wenn er trifft, punktet der FCA: Alfred Finnbogason (c) Siegfried Kerpf


Mit elf Toren aus 19 Spielen rangiert der Isländer in der aktuellen Bundesliga-Rangliste auf Platz 3, hinter den Topstars Lewandowski und Aubameyang und auf den ersten Blick sieht die Bilanz des Isländers in dieser Saison ausgezeichnet aus. Schaut man aber genauer hin, fällt auf, dass Finnbogason acht seiner elf Tore in drei Spielen erzielte, und somit in elf von 19 Spielen ohne Treffer blieb. Man kann es auch so sagen: Finnbogason hat in drei Spielen mit Toren überzeugt und in 16 Spielen gerademal drei Tore  geschossen, darunter die beiden gegen Bremen und Mainz verwandelten Elfmeter. (Elfmetertore sind kein Spezifikum für Mittelstürmer).

Alfred Finnbogason ist ein Phänomen, das sich, pars pro toto, mit dem Spielverlauf beim Spiel gegen Freiburg gut darstellen lässt: Die Partie hatte kaum angefangen, als der FCA in Führung ging. Dann verlor der FCA im weiteren Fortgang immer mehr den Faden und geriet völlig zurecht mit 3:1 in Rückstand. In der Nachspielzeit fielen schließlich unerwartet zwei FCA-Tore, die einander sehr ähnelten: Flanke-Kopfballtor. Man muss nicht betonen, dass Finnbogason alle drei FCA-Tore erzielte, sondern eher darauf hinweisen, dass der Augsburger Mittelstürmer über 90 Minuten ziemlich blass blieb, nie richtig im Spiel war, kaum einen Zweikampf gewann, Bälle verlor, keine Torgefährlichkeit ausstrahlte und im Grunde einen Flaschenhals im Angriff der Augsburger bildete, und somit in einem hohen Maß an der vergurkten Partie mitgewirkt hat.

Natürlich darf man sich nicht darüber wundern, dass Finnbogason nach der Freiburg-Partie als Tor-Held gefeiert – und von der Sportpresse mit Bestnoten ausgezeichnet wurde. „Alfred ist eine Sensation“, sagte FCA-Coach Manuel Baum anschließend. Mittelstürmer werden an Toren gemessen und nach Rafael, Mölders, Bance, Matavz und Co. hat der FCA mit dem sympathischen Isländer nach vielen Jahren endlich einen Mann in der Sturmmitte, der eine Quote vorweisen kann. Wen soll es in Augsburg dann noch kümmern, dass sich Finnbogason mit der Ballkontrolle schwertut und wie ein B-Jugendlicher in Dribblings geht? 

In der Kölner Arena wird heute auf der Kölner Seite ein Mittelstürmer auflaufen, der ganz andere Qualitäten hat und dem FC die Hoffnung zurückgebracht hat: Simon Terodde. Der zwei Millionen Euro teure Wintereinkauf, der vom VfB Stuttgart kam, hat in zwei gewonnenen Rückrundenpartien dreimal getroffen. „Köln lebt wieder“, sagt Terodde – und hat Recht. „Wehe, wenn sie losgelassen“, könnte man über den Tabellenletzten sagen, der sich mit einem neuen Trainer und viel Leidenschaft in einen Flow geschossen hat, und deshalb jede Mannschaft schlagen kann. Der FCA muss sich also warm anziehen, wenn er in Müngersdorf bestehen will.

Kurz vor dem Köln-Spiel gab der FCA eine weitere Personalie bekannt: Der koreanische Nationalspieler Dong-Won Ji hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag beim FC Augsburg um ein Jahr bis zum 30. Juni 2019 verlängert. Dennoch wird der 26-jährige in der Rückrunde nicht das FCA-Trikot tragen, sondern wird bis zum Saisonende an den Zweitligisten SV Darmstadt 98 ausgeliehen. Über die Ausleihmodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart.

„Ich habe ein großes Ziel vor Augen und möchte gerne mit meinem Heimatland an der Weltmeisterschaft in Russland teilnehmen. Um zum Kader zu gehören benötige ich Spielrhythmus, den ich in der Hinrunde aber nicht so hatte, wie ich mir das gewünscht habe“, begründet Ji den kurzfristigen Wechsel.


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