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Dienstag, 25.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

FCA in Ingolstadt: Hilfe, das war gar nichts!

Der FC Augsburg verlor gegen Ingolstadt im Grunde nicht, weil Schiedsrichter Weiner einen Elfmeter gab, der keiner war, sondern weil der FC Augsburg ohne Inspiration zu Werke ging und in Sachen Kampfgeist den Schanzern unterlegen war.



Kommentar von Siegfried Zagler


Aus der Mitte enspringt kein Fluss: Der FCA war in Ingolstadt in der Spieleröffnung kaum zu ertragen. Über die sogenannten Kreativspieler Ji, Koo und Esswein sowie Bobadilla sollte man kein Wort verlieren, außer vielleicht, dass ihre Leistungen nicht akzeptabel waren: Für jeden die Note 6 mit Stern! Koo fehlt die Spritzigkeit, Bobadilla wurde mühelos vom Ball abgeschirmt, Essweins Phlegma ist unerträglich und Ji hat in der Bundesliga ohnehin nichts verloren. Kohr läuft viel und geht auch dynamisch dazwischen, ist aber eine Fehlpassmaschine. Moravek hat kaum Bindung zur Mannschaft und spielt beinahe für sich selbst. Caiuby zeigte Willen und war überall zu finden und auch die Abwehrkette und Marwin Hitz waren gerade noch so in Normalform. Das ist im Bundesligafußball viel zu wenig. Ein Sachverhalt, der in Ingolstadt dazu führte, dass die schlechtesten Angreifer der Bundesliga gegen den FCA zu 27 Torschüssen kamen. Wer in Ingolstadt in Führung geht, sollte dort gewinnen!

Im Gegensatz zur Krise in der Vorrunde, in der der FCA zuviel wollte, will er in der Anfangsphase der Rückrunde offensichtlich zu wenig.

Bereits die zweite Halbzeit gegen Frankfurt ließ erkennen, dass wieder ein Ballbesitz-Virus umgeht: die Einfallslosigkeit. In den vergangenen fünf Pflichtspielen hat der FCA zwei Tore erzielt und die wenigen Chancen, die sich ergaben, meistens kläglich vergeben. Im Spiel nach vorne hängt beim FCA zuviel an der Tagesform von Bobadilla, der in Ingolstadt einen seiner schlechtesten Tage hatte, seit er in Augsburg ist. Bobadilla hat zwar Bande zur Mannschaft, spielt aber nur noch für die Galerie. Unerklärlich ist für den Schreiber dieser Zeilen auch, warum zum Beispiel Kohr und Ji zur Stammformation gehören, da beide Spieler in Ballbesitz eine Art Ballverlust-Garantie bedeuten. Kohr ist in seinen spielerischen Fähigkeiten dergestalt limitiert, dass selbst ein Caiuby im Vergleich zu ihm wie ein Filigrantechniker aussieht.

In Ingolstadt zeigte sich der FCA kaum in der Lage, etwas Konstruktives mit dem Ball nach vorne zu unternehmen. Aus dieser Hilflosigkeit entstand im Lauf des Spiels ein Stückwerk, das dergestalt von einem Fehlpassfestival gezeichnet war, als hätten die Augsburger noch nie zusammen trainiert. Das Spiel in Ingolstadt ist schwer zu verdauen und lässt für die kommenden Wochen das Schlimmste befürchten.