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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA in Freiburg: Wieder ein Finnbogason-Festival?

Am morgigen Samstag (15.30 Uhr) trifft der FC Augsburg in der letzen Runde der Fußballbundesliga auf den FC Freiburg, wo es für den FCA in seiner Bundesligageschichte wenig zu holen gab. In Freiburg verlor der FCA vier von fünf Bundesligabegegnungen. Nur im Februar 2014 konnten die Augsburger mit einem 4:2-Sieg von der Dreisam Punkte an den Lech holen.

Während es für den FCA in Freiburg „nur“ um ein paar Millionen Euro in Sachen Fernsehgeld geht, kämpfen die Breisgauer um den Klassenerhalt: Würden die Streich-Schützlinge verlieren, müssten sie bei einem Wolfsburger Heimsieg gegen Köln in die Relegation, wo mit Holstein Kiel ein knallharter Gegner mit dem Messer zwischen den Zähnen wartet. Dass die Breisgau-Aktie diesmal recht günstig für den FCA steht, könnte man von der anhaltenden Negativserie der Freiburger ableiten: In Mönchengladbach kassierte der SC Freiburg am 33. Spieltag die sechste Niederlage aus den vergangenen sieben Spielen. Nur gegen den abgeschlagenen 1. FC Köln waren die Freiburger erfolgreich. Kein Wunder also, dass im beschaulichen Freiburg das Abstiegsgespenst durch die Gassen zieht.

Dabei hatten sie den einen Punkt, der ihnen zum Nichtabstieg fehlt, bereits am 17. Spieltag doppelt und sicher in der Tasche. Mit 3:1 führte der FC Freiburg im Hinspiel in Augsburg und sah nach 90 Minuten wie der sichere Sieger aus, doch dann schlug Alfred Finnbogason zweimal mit dem Kopf aus kurzer Distanz zu. Mit diesem Punktgewinn am 16. Dezember 2017 in der heimischen WWK Arena lässt sich das Augsburger Finnbogason-Dilemma festmachen. Wenige Sekunden nach Anpfiff erzielte der Isländer die Augsburger Führung, tauchte dann 90 Minuten unter, um schließlich mit zwei Glanztaten nach schweren Stellungsfehlern der Freiburger das Spiel zu einem nicht mehr für möglich gehaltenen Unentschieden zu drehen. Trotz seiner drei Treffer war Alfred Finnbogason über 90 nicht im Spiel und setzte dementsprechend kaum Impulse: Paradoxer kann man einen Angreifer nicht beschreiben. Wenn Finnbogason trifft, punktet der FCA fast immer, wenn er nicht trifft, ist er im fußballerischen Sinn kaum zu ertragen und erhält von Fachjournalisten schlechte Noten. Finnbogason versus Petersen heißt das personalisierte Mittelstürmerduell im Freiburger Finale der Underdogs.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 33 27-03-03 91:24 (+67) 84
2.FC Schalke 04 33 17-09-07 52:37 (+15) 60
3.Borussia Dortmund 33 15-10-08 63:44 (+19) 55
4.1899 Hoffenheim 33 14-10-09 63:47 (+16) 52
5.Bayer 04 Leverkusen 33 14-10-09 55:42 (+13) 52
6.RB Leipzig 33 14-08-11 51:51 (0) 50
7.Eintracht Frankfurt 33 14-07-12 45:44 (+1) 49
8.VfB Stuttgart 33 14-06-13 32:35 (-3) 48
9.Borussia Mönchengladbach 33 13-08-12 46:50 (-4) 47
10.Hertha BSC 33 10-13-10 41:40 (+1) 43
11.FC Augsburg 33 10-11-12 43:44 (-1) 41
12.Werder Bremen 33 09-12-12 35:39 (-4) 39
13.Hannover 96 33 10-09-14 42:51 (-9) 39
14.1. FSV Mainz 05 33 09-09-15 37:50 (-13) 36
15.SC Freiburg 33 07-12-14 30:56 (-26) 33
16.VfL Wolfsburg 33 05-15-13 32:47 (-15) 30
17.Hamburger SV 33 07-07-19 27:52 (-25) 28
18.1. FC Köln 33 05-07-21 34:66 (-32) 22
„Mitgefühl gibt es in unserem Business nicht. Jeder schaut auf sich und ist für sich selbst verantwortlich. Wir haben noch mal Lust, uns zu verabschieden. Es ist Zug drin, es macht Spaß. Jeder ist heiß auf den Sieg“, so FCA-Kapitän Daniel Baier vor dem letzten Spieltag. Mit einem Sieg käme der FCA auf 44 Punkte und könnte noch Platz 10 erreichen, wenn Hertha gleichzeitig gegen Leipzig verlöre. Für Baier geht eine erfolgreiche Saison zu Ende: „Es war eine gute Saison. Jeder steht zu Recht da, wo er steht.“ Dass der FCA in dieser Saison mit etwas mehr Köpfchen und Fortuna sich für die Europa League hätte qualifizieren können, da gegen Berlin und Hannover sieben Punkte leichtfertig verschenkt wurden, sieht Baier ähnlich: „In entscheidenden Situationen haben wir einige Dinge nicht optimal gelöst. Daraus können wir lernen und etwas mitnehmen“, so Baier im Kicker.

Man habe mit Marco Richter, Kevin Danso und Raphael Framberger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader und mit Rani Khedira und Michael Gregoritsch hätten sich zwei Top-Leute überragend eingefunden, so Baier weiter. Unerwähnt lässt der Augsburger Führungsspieler, dass der FCA mitten in der Saison Daniel Opare einen der besten Rechtsverteidiger der Liga suspendierte und mit Erik Tommy einen starken Kreativspieler zur Winterpause an den VfB Stuttgart abgegeben musste und phasenweise mit Verletzungspech zu kämpfen hatte.

Der FC Augsburg kann also mit der Saison mehr als zufrieden sein. Das ist nicht nur die Selbsteinschätzung des Augsburger Kapitäns, sondern auch der Kanon der Fans, die den FCA im letzten Heimspiel gegen Schalke trotz der Niederlage und der eher schlechten Heimspielserie mit viel Beifall verabschiedeten.

—  Siegfried Zagler – Foto: Daniel Baier (c) sport-in-augsburg.de



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