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Dienstag, 17.09.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Kommentar: FCA im Stile einer Söldnertruppe

Der FC Augsburg spielt wie eine bunt zusammen gestellte Kreisauswahl blutleer vor sich hin. Die neu zusammengestellte Mannschaft ist eindeutig zu schwach für die Bundesliga!

Kommentar von Siegfried Zagler

FCA Präsident Claus Hofmann und Sportmanager Stefan Reuter stehen bereits nach dem zweiten Pflichtspiel zusammen mit Trainer Martin Schmidt in der Kritik. Nicht wegen der Ergebnisse, schließlich kann man in Dortmund schon mal etwas höher verlieren oder gegen einen unterklassigen Verein im Pokal ausscheiden. Beides ist dem FC Bayern und anderen großen Klubs auch schon passiert.

Schlimm sind also nicht die Ergebnisse, sondern die Art und Weise der Niederlagen. In beiden Spielen hat der FCA hochverdient verloren. In beiden Spielen sind die Augsburger blutleer und zusammenhangslos aufgetreten, so dass sich der Eindruck aufdrängt, die Mannschaft hat keinen Spirit, keine Kampfkraft und keine innere Struktur. Die Innenverteidigung hat keinen Leader und wirkt so stabil wie ein aufgerissenes Kopfkissen. Von Außenverteidigung zu sprechen, wäre ein Euphemismus: Wer verteidigte eigentlich auf den Außenpositionen? Festzuhalten ist aber auch, dass mit Gouweeleuw, lago und Framberger starke Defensivkräfte verletzungsbedingt fehlten.

Unabhängig davon wirkt Michael Gregoritsch wie einst Thomas Berthold, womit gesagt sein soll, dass er keinen Meter mehr als nötig zu laufen scheint. Welche Position Gregoritsch gegen Dortmund einnahm, konnte man nicht erkennen. Warum er überhaupt in der Stammelf spielt, lässt sich ebenfalls kaum erschließen.

Im Großen und Ganzen lässt sich über die Offensive jedenfalls kaum etwas Gutes sagen. Ein schnelles Umschaltspiel funktioniert nur, wenn man aggressiv presst und hin und wieder auch einen Ball erobert, was kaum der Fall war. Die Augsburger liefen wie ein Trainingspartner meist neben den Dortmundern her. Im Spielaufbau von hinten heraus dürfte der FCA wohl die schlechteste Mannschaft der Bundesliga sein – auch wenn mit Vargas, Richter, Niederlechner spielstarke Stürmer im Kader stehen. Beim FCA fehlt die Genauigkeit nach vorne. Selten sieht man einen Pass in die Schnittstellen der Abwehr, einen präzisen Seitenwechsel oder gar einen genauen langen Ball in die Spitze. Die häufigen wie schnellen/leichten Ballverluste im Mittelfeld sind Kopfsache – und somit auch Trainersache. Marco Richter verlor zum Beispiel einen Ball weit in der eigenen Hälfe, weil er seinen Gegenspieler tunneln wollte!

Der FCA ist in der Ballsicherheit zu schwach, um ein Spiel über das spielerische Moment zu gestalten und andererseits dennoch technisch zu stark, um durchgehend im Kampfmodus zu marschieren. Die Balance fehlt in dieser Hinsicht ebenso wie der Wille und das Herz, ein Spiel mit Macht gewinnen zu wollen. Der FCA spielte nun zum zweiten Mal ohne Spirit vor sich hin wie eine bunt zusammen gewürfelte Söldnertruppe. Kann man über eine Mannschaft ein schlechteres Urteil fällen?

Als einzige Erklärung der FCA-Führung für die Baum-Freistellung in der vergangenen Saison wurden die arg schwankenden Leistungen genannt. Mehr Leistungskonstanz sollte mit Martin Schmidt nach Augsburg kommen. Saisonübergreifend hat der FCA mit Trainer Schmidt aus den letzten fünf Bundesligaspielen einen Punkt geholt, stets grottenschlecht gespielt und 5:21 Tore kassiert. Das Ziel scheint erreicht, die Leistungen sind konstant schlecht. Sollte noch ein Spiel dieser Art folgen, dürfte selbst im beschaulichen Augsburg die Luft brennen.



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