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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA: Happy-End in Hoffenheim

Mit einem torlosen Unentschieden gegen die TSG Hoffenheim schaffte der FCA am letzten Spieltag in der mit 30.150 Zuschauern ausverkauften WIRSOL Rhein-Neckar-Arena den Klassenerhalt aus eigener Kraft und beendete seine sechste Bundesligasaison als Tabellendreizehnter. Beim hoch favorisierten Tabellenvierten im Kraichgau, der die letzten sieben Heimspiele gewonnen hatte, war bislang lediglich der VfL Wolfsburg ohne Gegentor vom Platz gegangen – am dritten Spieltag ebenfalls mit einem 0:0 Unentschieden. Wolfsburg steht nun nach der Last-Minute-Niederlage in Hamburg der schwere Weg in die Relegation bevor.

Von Udo Legner

Trainer Manuel Baum setzte bei diesem Doppelfinale zum dritten Mal auf die Formel „never change a winning team“ und ließ dieselbe Mannschaft auflaufen, die im letzten Heimspiel Borussia Dortmund ein 1:1 Unentschieden abgetrotzt hatte. Dass es bei dieser Partie für beide Teams um eine Menge ging, spürte man an der aufgeladenen Atmosphäre im Stadion, die von den 3000 mitgereisten FCA-Fans dominiert wurde. TSG-Trainer Julian Nagelsmann hatte folgende Marschroute für das Fernduell um die direkte Qualifikation für die Champions League vorgegeben: „Wir wollen unsere Hausaufgaben machen und drei Punkte holen, dann schauen wir mal nach Dortmund.“ Mit einem 3-1-4-2 System und mit Rückkehrer Sandro Wagner war die Mannschaft offensiv ausgerichtet und machte in den neuen blauen Heimtrikots gleich zu Beginn mächtig Druck. Schon in der 2. Minute zwang Sandro Wagner FCA-Keeper Andreas Luthe, der erneut Marwin Hitz ersetzen musste, mit einem Distanzschuss aus 17 Metern zu einer ersten Parade. Auf der Gegenseite setzte Halil Altintop mit einem Volleyschuss (6. Min.) ein zartes Ausrufezeichen.

Zuversicht durch Zwischenstände in Dortmund und Hamburg

Der Jubel, der kurz darauf entbrannte (11. Min.), galt weder den spärlichen Offensivbemühungen der Augsburger noch den recht holprigen Ballstafetten der Hoffenheimer, sondern der Anzeige an der Stadiontafel. Werder Bremen war soeben in Dortmund in Führung gegangen, weshalb die Tür zur Champions League für die Hausherren weit offen stand. Gegen die gut gestaffelte Viererkette der Augsburger taten sich die Hoffenheimer weiterhin schwer, zumal sie ihre Angriffe immer wieder durch die Mitte vortrugen. Trotz der deutlich größeren Spielanteile – 66 Prozent Ballbesitz –  konnte die Nagelsmann-Truppe nur wenig Torgefahr erzeugen. Als schließlich in der 26. Minute die Meldung von der Wolfsburger Führung in Hamburg durchsickerte, wurde auch die Zuversicht auf einen erfolgreichen Saisonabschluss unter den FCA-Fans immer größer, dass es mit dem Klassenerhalt klappen könnte.

Dämpfer durch Ausgleichs- und Führungstreffer in den Fernduellen

In der 33. Minute war es mit der Euphorie im Stadionrund erst einmal vorbei: Hamburg und Dortmund hatten ausgeglichen, wodurch Hoffenheim wieder auf den vierten Tabellenplatz abrutschte und der FCA bangen musste, bei einer Niederlage auf dem Relegationsplatz zu landen. Auch wenn die TSG gegen Ende der ersten Halbzeit immer häufiger vor das Augsburger Tor kam, waren echte Torchancen Mangelware. Höhepunkt vor Halbzeitpfiff: die Meldung vom neuen Spielstand in Dortmund, wo der BVB in der 42. Minute mit 2:1 in Führung ging.

Fazit zur Halbzeit: Ein gerechtes Unentschieden dank einer soliden Abwehrleistung des FCA, dem in der Offensive nur wenig gelingen wollte.

Die zweite Hälfte begann wieder mit einer TSG-Chance durch Sandro Wagner (46. Min.), dessen Schuss knapp über das Augsburger Tor strich. Neue Zuversicht kehrte bei den Hoffenheimer Anhängern ein, als sie vom 2:2 Ausgleichstreffer der Bremer erfuhren (49. Min).

Ballbesitz schießt keine Tore

Die zweite Halbzeit bezog ihre Dramatik mehr vom Spielverlauf in Dortmund und Hamburg als von den Aktionen auf dem Spielfeld. Nach dem Ausgleichstreffer der Bremer in Dortmund zum 2:2 (49. Min.)  hatte es kurz den Anschein, als würde dies die Hoffenheimer beflügeln. Ihre Dominanz wurde immer erdrückender und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann sie in Führung gehen würden. In der 52. Minute kam für den angeschlagenen Konstantinos Stafylidis Caiuby ins Spiel, was zur Folge hatte, dass sich Philipp Max in die Abwehrreihe zurückzog.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 32 26-03-03 88:23 (+65) 81
2.FC Schalke 04 32 16-09-07 50:36 (+14) 57
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.1899 Hoffenheim 32 14-10-08 63:45 (+18) 52
5.Bayer 04 Leverkusen 32 14-09-09 55:42 (+13) 51
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 32 13-07-12 42:44 (-2) 46
8.VfB Stuttgart 32 13-06-13 30:35 (-5) 45
9.Borussia Mönchengladbach 32 12-08-12 43:49 (-6) 44
10.Hertha BSC 32 10-13-09 40:37 (+3) 43
11.FC Augsburg 32 10-11-11 42:42 (0) 41
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 32 09-09-14 39:50 (-11) 36
14.SC Freiburg 32 07-12-13 29:53 (-24) 33
15.VfL Wolfsburg 32 05-15-12 31:43 (-12) 30
16.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
17.Hamburger SV 32 07-07-18 27:49 (-22) 28
18.1. FC Köln 32 05-07-20 33:63 (-30) 22
Sei es, dass die Glücksgöttin Fortuna dem FCA kein weiteres Ungemach bereiten wollte, sei es dass sich die Nagelsmann-Truppe nach der zwischenzeitlichen 3:2 Führung der Bremer schon in der Champions League wähnte, es blieb bis zum Abpfiff der Partie bei zwei Pfostenschüssen durch Karamic (69.) und Amiri (80. Min.). In der 87. Minute brannte es ein letztes Mal lichterloh im Augsburger Strafraum, doch Martin Hinteregger klärte für den bereits geschlagenen Andreas Luthe per Kopf spektakulär auf der Linie.

Dank des hart erkämpften Unentschiedens kletterte der FCA trotz des späten 2:1 Siegtreffers des HSV auf den 13. Tabellenplatz, während die Kraichgauer als Tabellenvierter zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Qualifikation zur Königsklasse erreichten. Die FCA-Spieler bedankten sich mit dem Aufrollen des Banners „Augsburg feiert zusammen“ bei den überglücklichen Fans für den großen Zusammenhalt im großartigen Saison-Schlussspurt, der den Klassenerhalt sicherte.

Nach diesem Happy-End in Hoffenheim geht der FCA mit Stolz und Zuversicht ins „verflixte siebte Jahr“ Bundesliga.



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