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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA gewinnt in Hannover – Die Leistungen der Spieler in Noten

Es war der erste „dreckige Sieg“ des FCA. Ein Sieg, der die Augsburger Schmerzen lindert, die durch unglückliche Punktverluste bei großartigen Leistungen entstanden sind. Mögen die Schmerzen weniger werden, die Krankheit, die diese Schmerzen verursacht, ist durch die Hannover Leistung längst nicht geheilt, sondern stärker zutage getreten als je zu vor. Ein grober Abwehrfehler und ein Elfmetergeschenk führten zu den FCA-Toren. Damit ist alles zur Augsburger Offensive gesagt. Augsburg konnte nur mit ruhenden Bällen Torgefahr entwickeln. Aus dem Spiel heraus ist der FCA-Angriff nicht viel mehr als ein Kindergeburtstag. Wenn das hohe Pressing des FCA nachlässt, dann fällt das Offensivspiel der Augsburger komplett aus. „Stark angefangen, stark nachgelassen“, so könnte man den Gesamtauftritt des FCA in Hannover zusammenfassen.

Von Siegfried Zagler

Andreas Luthe: Der letzte Mann des FCA zeigte wie bereits gegen Bayern und Leipzig eine sehr gute Leistung und hätte doch als Verlierer dastehen können, weil er sich bei der letzten gefährlichen Flanke der 96er verschätzte und Füllkrug zum Kopfball kam. Hätte Füllkrug verwandelt, sähe Luthes Bewertung anders aus. Zeigte zwei starke Paraden auf der Linie und spielte bei einem Konter gut mit, indem er vor dem heranstürmenden Konterspieler klären konnte. Note 2.

Jonathan Schmid: Zeigte auf seiner Seite eine solide Abwehrleistung und machte nach vorne ordentlich Dampf. Note 2,5.

Jeffrey Gouweleeuw: Starke Partie des „Goldenen Löwen“. Rustikal und fein zugleich. Eine Bank für den FCA. Note 2,0.

Martin Hinteregger: Manchmal fahrig bei der Spieleröffnung, musste in der Defensive hart arbeiten, was ihm gut gelang. Hätte mit einem Quäntchen mehr Timing eine Kopfballchance verwerten können. Note 3

Der beste Trainer, den der FCA je hatte! Aber auch ein Baum macht Fehler… © Siegfried Kerpf

Philipp Max: Superstarke Partie des Flankengottes. Max immer wieder Max: Schlug eine präzise Flanke nach der anderen und stand hinten stets nah beim Gegner, weshalb er im Zweikampf ebenfalls eine gute Figur abgab: Ohne Wenn und Aber: Derzeit der beste deutsche Linksverteidiger. Dass Jogi Löw immer eine Weile braucht, bis er die einfachsten Dinge schnallt, ist bekannt. Note 1,5.

Rani Khedira: Eine nahezu fehlerfreie Partie des defensiven FCA-Sechsers. Meist auf der Höhe des Geschehens mit Übersicht. Note 2.

Daniel Baier: Der FCA-Sieg in Hannover hatte viele Väter und eine Übermutter (Fortuna). Kapitän Baier war der Leader im Abnutzungskampf. Kämpferisch wie läuferisch eine Kanone. Fand auch in engen Situationen eine spielerische Lösung. Holte gestenreich den Elfmeter heraus (Wer weiß, ob die Oberschiedsrichter-Riege in Köln die Entscheidung des Platzschiedsrichters, den Hand-Elfer nicht zu geben, korrigiert hätte, hätte Baier nicht so dramatisch reklamiert.). Leider kommen im Spiel nach vorne von Baier immer noch zu wenig Pässe in die Schnittstellen. Note 2.

Andre Hahn: Ein Kämpferherz, ein Spieler der überall zu sein scheint. Mörderisch gute Zweikampfquote. Das Problem: Nach vorne bringt Hahn keine Durchschlagskraft zustande. Selbst schlichte Ideen fehlten. Note 3.

Marco Richter: Der einzige FCA-Offensivspieler des FCA, von dem ein wenig Gefahr ausging. Seine Auswechslung nach 45 Minuten war nicht wirklich nachvollziehbar. Note 3.

Ja-Cheol Koo: Gute Performance des Koreaners, der in der Ballkontrolle stark war, aber wenig Anspielstationen fand. Als Koo unverständlicherweise ausgewechselt wurde, begann der Sturmlauf der 96er. Der FCA kam kaum zu entlastenden Aktionen. Note 2,5.

Alfred Finnbogason: Völlig abgetaucht, ohne Torschuss und Aktion. Verwandelte den Elfmeter und wurde wenig später ausgewechselt. Ohne den Elfmeter hätte sich Finnbogason eine glatte Sechs verdient. Aber für Stürmer, die aus elf Metern das Tor treffen, gilt Welpenschutz. Note 4.

Michael Gregoritsch: Spielte direkt nach der Halbzeit auf der Richter-Position als „hängende Spitze“ – und enttäuschte auf der ganzen Linie. Keine einzige Normalaktion. Note 5.

Frederik Jensen: Ersetzte nach 68 Minuten Koo und passte sich dem schlechten Spiel des FCA im Schlussabschnitt an. Keine Bewertung wegen zur kurzer Spieldauer.

Kevin Danso: Der Innenverteidiger sollte nach 75 Minuten die FCA-Abwehr verstärken (Zentrumsstürmer Finnbogason ging für ihn vom Feld), doch Danso zeigte eine gnadenlos schlechte Leistung und rutschte ohne Bande zur Mannschaft und zum Spiel auf dem Platz herum. Auch für ihn gilt die Gnade der kurzen Spieldauer.

Manuel Baum: Der FCA-Trainer zeigte zunächst Coolness, strafte den undisziplinierten Caiuby ab (nicht im Kader) und ließ den formschwachen Schlüsselspieler Gregoritsch auf der Bank. Brachte die richtige Startelf. Machte dann aber Lesefehler: Gregoritisch für Richter zu bringen, statt für Finnbogason war falsch und später zeigte Baum mit den Einwechslungen von Jensen und Danso ebenfalls kein Händchen. Nach vorne löste sich mit den Einwechslungen die FCA-Struktur auf, und die 96er kamen zu einer gefährlichen Abschluss-Situation nach der anderen. Hätte Hannover das Spiel gedreht, hätte der Augsburger Trainer das Spiel beinahe im Alleingang verloren. Note 4,5.



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