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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA-Geflüster: Wohin zieht es Finnbogason?

Die siebte Bundesligasaison des FCA ist vorbei. Der FC Augsburg darf nur kurz zurückblicken, denn nach der Saison ist vor der Saison.

Von Siegfried Zagler

In der vergangenen Saison, in der die Augsburger nach dem 22. Spieltag auf dem siebten Tabellenplatz standen und heißen Kontakt zu den Europa League-Plätzen hatten, aber die sportliche Führung immer unterkühlt nach unten schaute und weiterhin das „Ziel Nichtabstieg“ ausgab, lieferte die Mannschaft und sprang nicht höher als sie musste. In den vergangenen zwölf Partien, also im letzten Drittel der Saison, erzielte der FC Augsburg lediglich zehn Punkte und verzeichnete neben Wolfsburg den schlechtesten Punkteschnitt aller Bundesligamannschaften im Schlussdrittel dieser Saison.

Der FCA hätte es heuer nach oben spannend machen können, wenn er – wie es zum Beispiel Michael Gregoritsch und Jeff Gouweleeuw zum Ausdruck brachten, mehr gewollt hätte. Die Mannschaft zeigte genug physische Substanz auf dem Platz, zeigte sich diszipliniert und taktisch versiert, hatte obendrein ein wenig Spielglück und einen Lauf sowie einen überragenden Torhüter, zwei starke Außenverteidiger, zwei sich sehr gut ergänzende Innenverteidiger, ein überdurchschnittliches Sechserpaar sowie zwei Zentrumsstürmer, die Tore lieferten. Nicht auf Höhe der Liga nur die rechte Außenbahn.

Man wolle keine Qualität abgeben, sagte FCA-Manager Stefan Reuter stoisch, als es darum ging, die Wechselgerüchte um Max und Finnbogason zu kommentieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte der FCA aber bereits mit Tommy und Opare reichlich Qualität abgegeben. Nun kommt Spitzenkeeper Marwin Hitz dazu, der nächste Saison bei Dortmund Champions League spielen wird. Zu diesem Wechsel darf man Hitz gratulieren. Wenn es die sportliche Führung nicht will, dann eben die Spieler. So geht es auch, möchte man sarkastisch den Hitz-Wechsel kommentieren. Dass Andreas Luthe beziehungsweise Fabian Giefer diese gewaltige Lücke schließen können, wird an dieser Stelle bezweifelt.

Philipp Max und Alfred Finnbogason haben zwar noch länger laufende Verträge, doch beide werden umworben, wie aus der Flüstertüte der meist sehr gut informierten BILD zu hören ist. Zur BILD-Zeitung sagte Finnbogason, befragt bezüglich der Anfrage von Leicester City: „Ich fühle mich in der Bundesliga sehr wohl, hier habe ich meinen Platz gefunden. Ich sehe mich in den nächsten Jahren in der Bundesliga.“ Er sieht sich also nicht in Augsburg, sondern in der Bundesliga. – Die TSG Hoffenheim und der VfL Wolfsburg sollen den Augsburger Mittelstürmer im Visier haben, wie es ebenfalls Sport-Bild zu wissen vorgibt. Dazu passt auch das Gerücht, dass Finnbogason bereits die Möbel seiner Augsburger Wohnung ausräumen habe lassen, wie die DAZ über den Umweg einer Umzugsfirma erfuhr.

„Was im Sommer passiert, weiß keiner“, sagt Finnbogason. Ein Treueschwur klingt anders. Sollte Finnbogason bei der WM in Russland einen Lauf haben und ein paar Tore erzielen, wäre der FCA gut beraten, Finnbogason für eine hohe Ablösesumme ziehen zu lassen. Darauf muss man in Augsburg vorbereitet sein, denn auf Cordova kann man (noch) nicht bauen. Auch bundesligataugliche Linksverteidiger wachsen nicht auf den Bäumen.

Mehr zu wollen als den Nichtabstieg wäre eine Zielsetzung, bei der man am Ende als Verlierer dastehen könnte. Verlierer sind aber interessantere Figuren als eben jene, die sich mit einer Promigrillparty und einer Flasche Jonny Walker selbst feiern, weil sie mal wieder nicht abgestiegen sind.



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