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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA: Finnbogason gegen HSV nicht dabei

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) ist beim FC Augsburg der Hamburger SV zu Gast. Der FCA geht als klarer Favorit ins Rennen. Der FCA muss dabei auf Finnbogason verzichten – das lässt sich verschmerzen.

Von Siegfried Zagler

Das liegt zum einen daran, dass in dieser Saison zwischen den beiden Klubs Welten liegen, besser gesagt 9 Punkte und acht Tabellenplätze: Während der FCA ungeniert nach der Halbserie nach oben denken darf (zu einem Champions League-Platz fehlen 4 Punkte), muss der HSV mit 15 Punkten auf der Habenseite gegen den Abstieg kämpfen. Niemand konnte ahnen, dass sich nach der 0:1 Niederlage der Augsburger beim HSV im ersten Spiel der Hinrunde eine dergestalt große Kluft auftun könnte.

Beim FCA greift ein Rädchen ins andere, die Mannschaft ist in der Breite stärker geworden und hat durch die sensationelle Entwicklung der beiden Außenverteidiger Max und Opare eben genau das Defizit der Vorsaison zu seiner Stärke gemacht: Über die Außen geht es wieder mit Dampf nach vorne. Die beiden Innenverteidiger Hinteregger und Gouweleeuw besitzen ebenfalls oberes Bundesligaformat, das Gleiche gilt für Kevin Danso und Daniel Baier ohnehin. Und schließlich hat Neuzugang Gregoritsch nach diversen Anlaufschwierigkeiten richtig eingeschlagen und mit Sergio Cordóva steht ein weiterer Topmann für den Sturm parat, während Moritz Leitner, Jonathan Schmid und Marcel Heller weiterhin hinter den Erwartungen liegen, die man mit ihren Verpflichtungen seitens des FCA hegte. Mit Koo und Moravek stehen allerdings für das vordere Mittelfeld technisch ausgezeichnete Spieler zur Verfügung. Hinten ist der FCA inzwischen eine Macht, im Mittelfeld wird entweder mit Tempo nach Schnittstellen gesucht oder nach Balleroberung schnell umgeschaltet. Inzwischen betreiben die FCA-Spieler das hohe und intensive Pressing alternierend mit tief stehender Abwehr, die zwischendurch die Bälle weit nach vorne schlägt, aber auch zu einer technisch feinen Spieleröffnung befähigt ist. Diese „Intervall-Taktikvarianten“ sorgen dafür, dass den Augsburgern am Ende genügend Kraft bleibt, um noch ein Schippe zuzulegen, wenn es der Spielverlauf verlangt und vor allem ist der FCA nicht mehr so einfach auszurechnen wie noch unter Luhukay und Weinzierl. Mit Manuel Baum steht beim FCA inzwischen ein Trainer an der Seitenlinie, der a) eine konditionsstarke Mannschaft mit hohem taktischem Spielverständnis entwickelt hat und b) auf höherem Niveau ein Spiel zu lesen versteht.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Der spezielle Coup in dieser Saison besteht aber auch darin, dass ausgerechnet die beiden Stürmer Finnbogason und Gregoritsch überdurchschnittlich oft treffen. Holzfuß Finnbogason hat sich sogar mit 11 Toren in die Nähe der beiden Topstürmer Lewandowski und Aubameyang geschossen. Sowohl Finnbogason als auch Gregoritsch vergeben zwar immer noch zu viele Torchancen, aber allein dieser Sachverhalt sollte der FCA-Führung verdeutlichen, dass ihr obligatorischer Zweckpessimismus in dieser Saison nur noch nervig ist. Man muss sich nicht wundern, wenn die Zuschauerzahlen trotz der sportlich großartigen Performance stagnieren, wenn ein Verein „einfach nur nicht absteigen will“.

Gegen den HSV könnte Trainer Manuel Baum beinahe aus dem Vollen schöpfen, wären Danso, Tommy und Finnbogason einsatzfähig. Am ersten Spieltag zählt für Augsburg also nur ein Sieg, danach stehen zwei Auswärtsspiele in Folge auf dem Programm; zuerst geht es nach Gladbach und eine Woche später zum Chaos-Klub 1. FC Köln, der sich ausgerechnet mit Armin Veh als Manager im kommenden Jahr in der Zweiten Liga konsolidieren will. Das wirkt genauso seriös wie ein Präsident, der es aus unerfindlichen Gründen cool findet, eine Nichtabstiegsfeier mit einer Flasche „Jack Daniels“ auf einer Parkbank ausklingen zu lassen. Nichts gegen den Park oder die Bank – aber Jack Daniels?!



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