DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 06.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA: Ein Sieg gegen den Club würde ein neues Kapitel bedeuten





Am kommenden Sonntag steht am 21.Spieltag der Fußballbundesliga in der ausverkauften SGL Arena (15.30 Uhr) ein „bayerisches Derby“ auf dem Programm, das von beiden Fan-Lagern als solches nicht gesehen wird. Die Augsburger sind bayerische Schwaben und die Nürnberger sind Franken.

Von Siegfried Zagler

Favorit ist der FCA, obwohl die Statistik etwas anderes erzählt: Keines der letzten neun Pflichtspiele beim FCA haben die Franken verloren. Augsburg gewann zuletzt im August 1974 ein Heimspiel gegen Nürnberg, damals stand noch Helmut Haller auf dem Platz. Würde man auf Statistik etwas geben, müsste man von einer torarmen Partie ausgehen, da in den fünf Bundesliga-Duellen zwischen Augsburg und Nürnberg insgesamt nur fünf Tore fielen. Dennoch darf beim FCA-Anhang optimistisch davon ausgehen, dass drei Punkte eingefahren werden, um weiterhin (und unverblümter) Richtung Europa League blinzeln zu können. Club-Trainer Gertjan Verbeek hat nämlich nach ein dickes Problem zu verdauen, da zwei wichtige Bausteine des Club-Systems verletzungsbedingt weggebrochen sind: Daniel Ginczek und Timothy Chandler.

Werner: „Wir werden den Club nicht auf die leichte Schulter nehmen“

Tabelle nach dem 20. Spieltag

Tabelle nach dem 20. Spieltag

Nach zuvor fünf ungeschlagenen Spielen kassierte Nürnberg am letzten Spieltag wieder eine Niederlage, die aber einen höheren Wert besitzt, da der Club gegen den FC Bayern lange Zeit mehr als nur „gut“ aussah. Unabhängig davon gehen die Augsburger Spieler von einem Heimsieg aus. Tobias Werner warnte drei Tage vor dem „Derby“, das, wie gesagt, in Wirklichkeit keines ist, davor die Clubberer zu unterschätzen. „Wir werden den Club auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Sie haben in der Rückrunde bewiesen, dass sie sich noch nicht abgeschrieben haben und die Klasse unbedingt halten wollen.“ FCA-Innenverteidiger Ragnar Klavan führt die Heimstärke des FCA ins Feld: „Wir sind zu Hause sehr stark und haben die letzten vier Spiele allesamt gewonnen. Das gibt uns Selbstvertrauen.“ In Augsburg trifft Verbeek mit Ragnar Klavan nun auf einen alten Bekannten. Gemeinsam haben sie vor dem Wechsel von Klavan zum FCA bei AZ Alkmaar zusammengearbeitet. Mit Alexander Esswein, der im Winter aus vom Valzner Weiher an den Lech wechselte, sitzt beim FCA am Sonntag ein Spieler auf der Bank, der in Nürnberg als schlampiges Talent gehandelt wurde.

Ein Sieg gegen den Club würde den fünften Heimsieg in Folge bedeuten

Für den FC Augsburg, der gegen den Club befreit aufspielen kann, während die Franken weiterhin mit dem Rücken zur Wand stehen, sollte gelten, dass er seine spielerische Überlegenheit ähnlich klug verwendet, wie im letzten Heimspiel gegen die Bremer, also die Clubberer erst gar nicht in die Nähe des eigenen Tores kommen lässt und kontrolliert offensiv die Franken-Abwehr bearbeitet. Klingt einfach, ist aber nur von Mannschaften mit Klasse praktizierbar. FCA-Trainer Weinzierl kann bei aus dem Vollen schöpfen. Alle wichtigen Spieler sind fit. Im Sturm und im offensiven Mittelfeld hat Weinzierl die Qual der Wahl. Sollte der FCA die Partie gewinnen, wäre dieses Spiel nicht nur das neunte Spiel in Folge ohne Niederlage und der fünfte Heimsieg in Folge, sondern würde auch die beiden Mitkonkurrenten Hertha BSC und Wolfsburg unter Druck setzen, die am Samstagabend gegeneinander spielen. Am heutigen Freitagabend spielen die Mainzer gegen Hannover. Ein Sieg gegen den 1.FC Nürnberg würde für den FC Augsburg ein neues Kapitel in der Club-Geschichte mit der Überschrift „Ende der Bescheidenheit“ bedeuten. Für Platz 6 und 5 (und auch Platz 4) der Fußballbundesliga kommen in dieser Saison sechs Mannschaften in Frage. Der FCA ist eine davon.