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Mittwoch, 22.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA: Ein Sieg gegen Bayern ist unwahrscheinlich – aber möglich

Am kommenden Ostersamstag gastiert der FCA in der 29. Runde der Fußballbundesliga beim FC Bayern München und könnte bei einem Sieg in der ausverkauften Allianz Arena nicht nur die Meisterschale näher Richtung Dortmund rücken, sondern das ohnehin stark nach Köln, Berlin und Kaiserslautern schielende Abstiegsgespenst weiter aus den eigenen Kleidern schütteln.

Von Siegfried Zagler

7.000 Augsburger werden nach München pilgern, um den FC Augsburg bei einem weiteren möglichen Meilenstein in seiner zuletzt so aufregenden Klubgeschichte zu unterstützen. Ein Sieg der Augsburger bei den großen Bayern ist ziemlich unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Nicht nur die großen Wettanbieter sehen den FCA als krassen Außenseiter (den 18-fachen Wetteinsatz würde „bwin“, gar den 25-fachen  „bet3000“  bei einem FCA-Sieg springen lassen), sondern auch Sabine Nölke-Schaufler, Leiterin des Augsburger Büros für Bürgerschaftliches Engagement. „Eine Niederlage mit weniger als drei Toren wäre für den FCA ein großer Achtungserfolg“, so Fußballversteherin Nölke-Schaufler, die zwar zu den FCA-Dauerkarteninhaberinnen gehört, aber seit den Siebzigern eine unerschütterliche Anhängerin des FC Bayern ist, „und dennoch unfassbar viel Ahnung vom Fußball hat“, wie die DAZ ohne nachzufragen von Matthias Garte erfuhr.

Die Bayern muss man früh verteidigen

„Davon bin ich fest überzeugt. Der FCA hat tolle Fans und großen Kampfgeist – beides zusammen macht den Klassenerhalt möglich“, so Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl auf die Frage, ob er glaube, dass der FCA die Bundesliga halten könne. Das war im November vergangenen Jahres kurz vor dem Heimspiel gegen die Bayern, das der FCA an einem milden Herbstabend nach einem großen Kampf mit 1:2 verlor. – Gribls Prognose könnte sich als prophetische Weissagung herausstellen. In der Rückrundentabelle steht der FCA aktuell nämlich mit 15 Punkten auf Platz 10, und läge somit drei Punkte von einem Euroleague-Platz entfernt, wären nur die Ergebnisse der Rückrunde relevant, womit gesagt sein soll, dass der FC Augsburg durch sein Formhoch in den letzten Wochen zu den großen Gewinnern der Rückrunde zählt. Was allerdings nichts daran ändert, dass die Augsburger in München nur dann mitspielen könnten, wenn sie es verstünden, den FC Bayern bereits in dessen Hälfte zu verteidigen.

Der richtige Mann in der Sturmmitte wäre Mölders

Der richtige Mann in der Sturmmitte wäre hierfür Sascha Mölders, den FCA-Trainer Luhukay seit Wochen als Einwechselspieler auf der Bank schmoren lässt, ohne dass sich die Augsburger Problemzone in der Angriffsmitte zum Besseren entwickelt hätte. Mölders müsste im Verbund mit Callsen-Bracker und Baier die Kreise von Kroos, Schweinsteiger und Gustavo stören, Ostrzolek Robben ausbremsen und Hosogai zusammen mit Verhaegh die starke Ribery-Seite dicht machen. Koo könnte sich in der Rückwärtsbewegung Thomas Müller vornehmen. Sollte es dem FCA mit seiner Top-Innenverteidigung gelingen, nicht nur Gomez lahmzulegen, sondern auch die starken Außen der Bayern halbwegs in den Griff zu bekommen, sollte Simon Jentzsch einen Glanztag haben und die zuletzt wie aus einem Guss spielenden Bayern gedanklich bereits in Dortmund weilen, wo sie wenige Tage später am 11. April zum vorentscheidenden Duell um die Meisterschaft gastieren, dann darf man auf eine Überraschung oder zumindest auf ein knappes Ergebnis hoffen.

Gastautor ist Oberbürgermeister Kurt Gribl

"Es ist mir eine Ehre, mich in die große Galerie der Augsburger Fußballversteher einordnen zu dürfen“": OB Kurt Gribl

"Es ist mir eine Ehre, mich in die große Galerie der Augsburger Fußballversteher einordnen zu dürfen": OB Kurt Gribl


Als Gastautor wird Oberbürgermeister Kurt Gribl aus München berichten. „Aber selbstverständlich! Es ist mir eine Ehre, mich in die große Galerie der Augsburger Fußballversteher einordnen zu dürfen“, so Gribl spontan und ohne einen Anflug von Ironie auf die Frage, ob er nicht Lust habe, das Spiel gegen die Bayern für die DAZ zu kommentieren. Der Sport, insbesondere der Fußball hat in Deutschland in den letzten Jahren eine große Integrationskraft entwickelt. Das gilt natürlich auch für Augsburg und insbesondere für den FCA, was sich zum Beispiel auch durch die „große Galerie“ der DAZ-Autoren illustrieren lässt: Manfred Seiler, Dieter Strehl, Volker Ullrich, Edgar Mathe, Alexander Süßmair, Rudolf Holzapfel, Richard Goerlich, Wolfgang Leichs, Hermann Weber, Hermann Köhler, Kurt Idrizovic, Jochen Mack, Horst Thieme, Florian Pittroff, Claudia Roth, Stefan Kiefer und Kurt Gribl haben sich trotz zuweilen knochenharter politischer Gegnerschaft, trotz unterschiedlichster Biografien, Berufe und Bildungshintergründen in ihrer FCA-Affinität sowie Begeisterungsfähigkeit und selbstverständlich auch in ihren differenzierten Betrachtungsweisen in einer Linie auf dem virtuellen Verteidigungswall der Augsburger Stadtmauer formiert und sind somit zum erstaunlichsten Autoren-Ensemble der Augsburger Fußballhistorie verschmolzen. Aus München also Kurt Gribl, dann folgt am 10. April noch einmal Jochen Mack (Heimspiel gegen Stuttgart) und aus Wolfsburg wird am 14. April Fachfrau Sabine Nölke-Schaufler berichten.