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Donnerstag, 20.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Fahrpreise sind keine Sache der Politik

Den Bericht des Referenten Andreas Bubmann zur jüngsten Fahrpreiserhöhung im Augsburger Verkehrsverbund (AVV) nutzte gestern der Wirtschaftsausschuss, um die Rolle der Politik bei der Gestaltung der Fahrpreise zu hinterfragen.

Der Debatte vorangegangen war die quasi erzwungene Genehmigung einer 4,5-prozentigen Erhöhung der Fahrpreise im AVV durch die Regierung von Schwaben am Dienstag, nachdem zuvor das bayerische Wirtschaftsministerium – ohne sich mit der Regierung von Schwaben abzustimmen – der gleichen Erhöhung bei der im Tarifverbund vertretenen Bahn zugestimmt und damit Sachzwänge gesetzt hatte. Die Preiserhöhung war auch von Stadtwerke-Chef Norbert Walter als zu hoch kritisiert worden.

Karl-Heinz Schneider (SPD): "Die Karte, die mit A anfängt"

Karl-Heinz Schneider (SPD): "Wir haben die Karte, die mit A anfängt"


„Inwieweit ist eigentlich das Wirtschaftsreferat eingebunden? Inwieweit wären wir als Gremium einzubinden gewesen?“ Dies waren die Fragen, die SPD-Stadtrat Karl-Heinz Schneider gestern dazu im Wirtschaftsausschuss stellte. Schließlich würde der Politik „die Karte, die mit A anfängt“ zugewiesen, wenn es um Fahrpreiserhöhungen gehe, so Schneider.

Wirtschaftsreferent Andreas Bubmann erklärte, dass man im Tarifausschuss des AVV nicht drinsitze, sondern nur im Aufsichtsrat der Stadtwerke. „Die StaWA sind aber nicht der AVV“, ergänzte der zweite Bürgermeister Hermann Weber (CSU).

In der anschließenden Aussprache war man sich im Ausschuss einig, dass die Politik hier zu wenig Mitsprachemöglichkeit habe und das Procedere von Fahrpreisanpassungen geändert werden müsse. Zwei Jahre haben der Stadtrat und seine Gremien nun Zeit, um die notwendigen Änderungen herbeizuführen und die Rolle der Politik zu stärken. So lange sollen nämlich gemäß den Auflagen der Regierung von Schwaben die Fahrpreise in Augsburg stabil bleiben.