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Dienstag, 07.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Erfolgreiche Museumspädagogik: „Irdische Paradiese“ erzeugen Kreativität

Im Höhmannhaus wurde gestern die Sonderausstellung „Heaven, Hell and Paradise – Begegnungen im Paradies“ eröffnet. Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a der Schiller-Volksschule Augsburg-Lechhausen zeigen darin ihre Vorstellungen vom Paradies in gemalter und niedergeschriebener Form.

Kulturreferent Peter Grab hatte es sich trotz eines übervollen Terminkalenders nicht ausreden lassen, die Ausstellung im museumspädagogischen Begleitprogramm der „Irdischen Paradiese“ zu eröffnen. „Ich bin stolz auf euch“, begrüßte er die Schulklasse. Deren Arbeiten würden den Erfolg des Konzeptes der Ausstellung „Irdische Paradiese“ zeigen, die den Betrachter aktivieren, zu einer Stellungnahme auffordern und Kreativität erzeugen wolle.

Die Klasse 9a der Schiller-Volksschule im Höhmannhaus

Die Klasse 9a der Schiller-Volksschule im Höhmannhaus


Museumspädagogin Manuela Wagner würdigte die Texte der Schüler als „nachdenklich, besinnlich, amüsant und auch für Erwachsene ansprechend“. Dr. Christof Trepesch, Direktor der Augsburger Kunstsammlungen und Museen, zeigte sich in seinem Grußwort erfreut darüber, dass die Schülerarbeiten in einem Buch „dauerhaft konserviert“ werden sollen.

Die Lehrerin und Buchautorin Heidemarie Brosche, unter deren Leitung die Schülerarbeiten erstellt wurden, schilderte die Entstehungsgeschichte des Projekts. Die Idee zu einem Buch sei schon in der 7. Klasse entstanden. Zunächst sei es nicht recht vorangegangen, in der 8. Klasse sei sie aber vom Wissnerverlag zum Weitermachen ermuntert worden. Und in den letzten Sommerferien habe man schließlich das Problem der Finanzierung lösen können: Das Projekt wird im Programm „Stärken vor Ort“ gefördert, das Bestandteil der Dachinitiative „Jugend stärken“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist.

Anschließend trugen beispielhaft die drei SchülerInnen Seyhan Demircioglu, Christina Bubnow und Denis Ahmed ihre Vorstellungen vom irdischen Paradies vor. Die Ausstellung mit Bildern und Texten ist noch bis Anfang Januar im Höhmannhaus in der Maximilianstraße 48 zu besichtigen.

In meinem Paradies sollte es ruhig sein, man sollte alle Sorgen vergessen. Am liebsten würde ich mit meinen Freunden und mit meiner Familie sein. In meinem Paradies wird es Wasserpfeifen geben mit jedem Geschmack.



Dieses Paradies gibt es nicht. Es sollten alle Sorgen und alles Negative verschwinden, man sollte eigentlich nur abschalten.



Dieses Paradies ist wichtig, eben weil man dort alles vergisst und einfach man selbst sein kann. In diesem Paradies wird keiner landen, weil es so was nicht gibt.



Mein Paradies sollte irgendwo auf einer Insel sein, wo man immer wieder rein und raus kann. Es spielt Musik, leise, aber auch Musik, die anderen gefällt, auf jeden Fall verschiedene Musik und Musik, bei der man abschalten kann. Essen und Trinken gibt es auch, aber was, darf jeder selbst entscheiden.



Jeder darf das fühlen, was er will, nur keinen Stress. Mein Paradies ist einfach nur zum Abschalten da.



Denis Ahmed