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Freitag, 13.12.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Englet: „Container kommt nicht“

Der fraktionslose Stadtrat Karl Heinz Englet ist sich sicher, dass der „Schauspiel-Container“ nicht kommt. „Der Container war von Anfang eine Totgeburt“, so Englet gestern zur DAZ auf Anfrage.

Karl Heinz Englet

Karl Heinz Englet


Es gibt nur zwei Angebote für die geplante Interimsstätte des Schauspiels (Container), beide von der gleichen Firma, und beide Gebote liegen deutlich über dem Billigungsbeschluss des Stadtrats, der nicht mehr als die geschätzten 4,2 Millionen Euro zulässt. Die Angebote sind das Ergebnis einer 400 Seiten umfassenden Ausschreibung, die im August dieses Jahres gestartet wurde. Beide liegen deutlich über der vorgesehenen Summe, die das Stadttheater als Bauherr zu 90 Prozent zu finanzieren hätte. Von der Augsburger Allgemeinen kolportieren Gerüchten über eine grundsätzlich anderweitige Verortung der Interimsspielstätte aufgrund einer ungesicherten Finanzierung erteilte Kulturreferent Peter Grab eine klare Absage: “Eine neue Standortdiskussion wird nicht eröffnet”, so Grab vergangene Woche zur DAZ.

Englet sieht das anders. Allerdings will der streitbare Stadtrat nun nicht mehr jeden Euro in das Schauspielhaus investiert sehen, sondern für die Generalsanierung des Großen Hauses. Man müsse sich darauf beschränken, den Betrieb des Großen Hauses mit seinen drei Sparten zu sichern. Der bauliche Zustand des Theaters sei so besorgniserregend, dass man nun alles dafür tun müsse, dass es nicht zur Schließung komme, so Englet, der davon überzeugt ist, dass die „großartige Theaterleitung“ die Situation der dauerhaften Auslagerung des Schauspiels auf verschiedene Spielstätten meistern werde.