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Dienstag, 27.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Energiesanierung: Oberste Baubehörde fördert Modellprojekt in Hochzoll

Am Mittwoch präsentierte die WBG das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs zur energetischen Erneuerung von 60 Wohnungen in der Grüntenstraße 30-36. Der Wettbewerb war Teil des bayernweiten Modellvorhabens “e% Energieeffizienter Wohnungsbau”.

Bürgermeister Hermann Weber (links) und Architekt Frank Lattke

Bürgermeister Hermann Weber (links) und Architekt Frank Lattke


Mit dem Wettbewerb werde ein “städtebauliches Problem mit architektonischem und energetischem Ansatz gelöst”, so Bürgermeister Hermann Weber, der in seiner Funktion als Eigentümervertreter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WBG die Preisträger und Gäste, darunter Ministerialrätin Karin Sandeck, in den Räumen der Hochschule Augsburg begrüßte.

Wettbewerbsziel war es, mit finanzieller Unterstützung der Obersten Baubehörde im Innenministerium praktikable bauliche Lösungen für ein Großprojekt zu finden, mit denen die verschärften Energieeinsparungsvorschriften ab dem Jahr 2012 einhalten werden können. Daneben sollten die beiden Gebäude in der Grüntenstraße mit neuen Bädern, barrierefreien Zugängen und Aufzügen ausgestattet werden, alles bei einer Mietanpassung von maximal einem Euro pro m².

Vorgefertigte Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise

4 Millionen wird das Projekt in Hochzoll-Süd kosten, das die WBG nun in den nächsten zwei Jahren nach dem Siegerentwurf umsetzen wird. In einem überregionalen Feld aus sechs eingeladenen Architekturbüros setzte sich Frank Lattke aus Augsburg durch.

Lattke überzeugte die Jury mit einer technischen Neuentwicklung: Vorgefertigte geschosshohe Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise mit rund 25 cm Dämmung und fertig eingebauten Fenstern werden die Außenwände energetisch überproportional verbessern und eine relativ kurze Bauzeit ermöglichen. Das Konzept steht und fällt mit einem millimetergenauen Aufmaß der bestehenden Fassade. Schließlich müssen alle Teile exakt passgenau im Werk vorgefertigt werden. Die Belastung für die Mieter bei der eigentlichen Montage – die Gebäude werden im bewohnten Zustand umgebaut – kann dann relativ gering ausfallen.

Eine Holzpelletheizung, kombiniert mit einer Solaranlage, wird wesentlich zur CO2-Reduzierung beitragen und das vorgegebene Energieeinsparziel ermöglichen. Vergrößerte Balkone mit Verglasung sollen den Wohnkomfort steigern.

Preisträger Frank Lattke erläutert seinen Wettbewerbsbeitrag

Das Modellvorhaben e%



Im Rahmen des Modellvorhabens “e% – Energieeffizienter Wohnungsbau” sollen Möglichkeiten eines sparsameren und effizienteren Umgangs mit Energie und der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien im geförderten Wohnungsbau erprobt und ausgewertet werden. Dabei sollen unter engen Kostenvorgaben die Anforderungen der Energieeinsparverordnung EnEV um 40% unterschritten werden.



Zehn Projekte unterschiedlicher Größe und Typologie in ganz Bayern von Ochsenfurt bis Kaufbeuren – sowohl Neubauten als auch Bestandsmodernisierungen – wurden in das Modellvorhaben aufgenommen. Darunter ist auch das Projekt Grüntenstraße 30-36 in Augsburg.