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Freitag, 08.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

EM: Gleich wirds ernst… Draxler für Götze!

Mit dem Achtelfinale beginnt in Frankreich die Europameisterschaft richtig und mit dem heutigen Match gegen die Slowakei startet der ernste Teil der Europameisterschaft für die DFB-Elf. Dabei ist die Gefahr eines Ausscheidens immer gegeben, wenn auch im mikroskopischen Bereich.

Von Siegfried Zagler

Trainer Jogi Löw kann mit Boateng (wieder fit) und Hummels (ebenfalls wieder fit) auf die wohl beste Innenverteidigung zurückgreifen, die es derzeit im Weltfußball gibt. Auch das deutsche Mittelfeld besteht aus Akteuren, die in europäischen Eliteklubs spielen. Kroos, Özil, Khedira und Schweinsteiger sind zwar fit, aber nicht unbedingt in Bestform (Ausnahme: Kroos). Weltklasse auch die „Halbstürmer“ Götze und Müller, doch Götze ist ziemlich außer Tritt und Müller ein wenig. Mit Manuel Neuer steht ein Torhüter im Tor der Deutschen, der wohl bis weit in dieses Jahrtausend hinein zu den besten Torhütern aller Zeiten zählen wird und mit Gomez wird wie gegen Nordirland wieder ein Mittelstürmer in der Spitze stehen, der so zuverlässig zwischen Weltklasse und Kreisklasse hin und her pendelt wie das Pendel einer Kuckucksuhr.

Die Bildzeitung will wissen, dass Bundestrainer Löw mit der gleichen Startelf wie gegen Nordirland beginnen wird, was bedeuten würde, dass „wir“ mit einem 2-4-2-2-System spielen würden. Also mit Boateng und Hummels als zurückhängende Innenverteidigung und mit Kimmich und Hector als vorangestellte Außenverteidigung. Das Mittelfeld agiert mit einem defensiven Sechser (Khedira) und einem Toni Kroos als offensive Schaltstelle. Özil wie Draxler haben die Aufgabe als Anspielstationen zu bilden und das Spielgerät in den gegnerischen Strafraum zu schleppen bzw. zu zaubern. Und schließlich gibt es noch Thomas Müller, der rechts zusammen mit seinem Klubkollegen Kimmich Dampf machen soll. Das hat gegen Nordirland funktioniert, warum soll also Löw umstellen, wenn alle Stammakteure dieser gut funktionierenden Elf fit sind?

„The German-Ticki-Tacki“ der Marke Jogi Löw ist eine Neuerung im deutschen Fußball und somit auch im Weltfußball, weil mit Mario Gomez eine echte Neun auf dem Platz steht. Ein Mittelstürmer also, der eher ein Brecher denn ein filigraner Techniker ist. Mit der deutschen Torkrise ging Löw dergestalt um, dass er „Tore schießen“ trainieren ließ.

Soll noch einer sagen, Löw sei kein guter Trainer. Löw hin oder her: Mit dieser Mannschaft sollte ein Weiterkommen ins Viertelfinale wahrscheinlich sein, auch wenn mit der Slowakei sich heute Abend (18 Uhr) ein kampfstarker und tief stehender Gegner präsentieren wird, der zumindest phasenweise gefährliche Nadelstiche nach vorne setzen kann und durchaus Möglichkeiten besitzt, für den ersten großen Favoriten-Tod zu sorgen. Bei den Buchmachern wird diese Chance mit 1:10 gehandelt.

Für Bundestrainer Löw zeigte die Slowakei, die gegen eine deutsche  B-Elf vor wenigen Wochen in Augsburg ein Testspiel mit 1:3 gewann, bisher in etwa in die gleiche Qualität wie Polen: „Ich vergleiche sie mit Polen, sie haben die Räume gut besetzt und sind immer sehr zweikampfstark, deswegen kontern sie auch sehr stark.” Zudem liefe viel über den starken Hamsik. „Von daher denke ich, sie haben bei Kontern ähnliche Qualitäten wie Polen. Wir wissen, dass sie nicht nur fußballerisch gut sind, sondern auch in der Defensive gut arbeiten. Wir werden nicht so viele Chancen bekommen wir gegen Nordirland. Von daher überlege ich mir schon, ob es den einen oder anderen Wechsel geben wird.“

Die Bildzeitung weiß es besser und bewertete diese Löw-Aussage als Verwirrspiel, um es dem gegnerischen Trainer ein wenig schwerer zu machen. Doch selbst die stets informierte Bildzeitung liegt nicht immer richtig: Götze muss für Draxler weichen, wie die DAZ eine Stunde vor Spielbeginn in Erfahrung bringen konnte.