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Mittwoch, 14.08.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Zoo: Augsburger Elefantenhaus wird zum Politikum

In einer Stellungnahme haben sich Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl und der für diese Angelegenheit zuständige Umweltreferent Reiner Erben zu Wort gemeldet und dem Zoo in Sachen „Finanzierung des Elefantenhauses“ Unterstützung zugesagt.

Oberbürgermeister Kurt Gribl schaltet sich in die Diskussion um die im Raum stehende „Elefantendebatte“ bezüglich des Augsburger Zoos ein. Stoßrichtung: Die Stadt signalisiert Unterstützung für den Zoo. Auslöser der OB-Fanfare ist ein geplatzter EU-Förderantrag des Zoos, der gerne einen Teil des Elefantengeheges über EU-Mittel finanziert hätte. Der EU war das Elefantengehege wohl baulich zu konkret in das Gesamtprojekt „WasSerleben“ eingewebt. Das Projekt „WasSerleben“ war als kulturelle Bildungsmaßnahme geplant, die in der Gesamtanlage des Zoos vorgesehen war. Ein beträchtlicher Teil dieses Umweltlehrpfades in Sachen Wasser wäre mit dem Elefantengehege in Verbindung gestanden. Ein zu großer Teil, wie die EU wohl befand. Der Förderantrag des Augsburgers Zoos, der sich um 3,3 Millionen für dieses Gesamtprojekt drehte, steht offenbar vor dem Aus, was Zoochefin Dr. Barbara Jantschke kürzlich dem Verwaltungsrat mitteilte. Der Zoo ist eine GmbH und somit ein städtisches Tochterunternehmen, weshalb Kurt Gribl dem Verwaltungsrat vorsitzt.

Nachdem nun publik wurde, dass die erhoffte Millionenförderung des auf sechs Millionen Euro geschätzten Neubaus durch die Europäische Union „nicht funktioniert“, wie es in einer städtischen Pressemitteilung heißt, hätten sich viele besorgte Tierfreunde zu Wort gemeldet, die sogar um die Existenz des Zoos fürchten, falls dort Elefanten nicht mehr artgerecht gehalten werden können und demnach als Attraktivitätsfaktor wegfallen würden.

Augsburgs Oberbürgermeister sieht diese Gefahr nicht auf den Zoo zukommen. Das Elefantenhaus ist Bestandteil der Koalitionsvereinbarungen der aktuellen Augsburger Stadtregierung. „Selbstverständlich gehört der Zoo zur Augsburger Stadtkultur, und zwar ebenso wie das Theater Augsburg. Ich will aber nicht, dass einzelne Projekte unserer Stadt gegen andere ausgespielt werden. Dies gehört nicht zum guten Ton und bürgerschaftlichen Miteinander, das wir in unserer Stadt pflegen“, so Kurt Gribl, der als Verwaltungsratsvorsitzender bereits länger mit dem Thema befasst ist und darauf hingewirkt hat, das vom Zoo alleine nicht zu stemmende Finanzierungsthema in den Stadtrat zu bringen.

Auch der für den Zoo zuständige Referent Reiner Erben hat sich, nachdem die Probleme des Zoos bekannt wurden, eingeschaltet und eine Stellungnahme verfasst: „Wir haben umgehend gemeinsam mit Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber an einem realistischen Lösungsansatz gearbeitet.“ Vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates ist laut Referent Erben folgende Finanzierung für den Neubau des Elefantenhauses geplant: Demnach soll der Zoo 0,5 Millionen Euro Eigenmittel aufbringen und 1,5 Millionen Euro sollen durch Spenden und Sponsoring fließen, zum Beispiel auch über den Freundeskreis des Augsburger Zoos. Für zwei Millionen Euro könnte vom Zoo zu aktuell günstigen Konditionen bei Zins und Tilgung ein Darlehen aufgenommen werden. Seitens der Stadt müsste ein Sonderzuschuss oder eine Finanzierungshilfe für die restlichen zwei Millionen Euro zugesteuert werden, und zwar zusätzlich zu dem jährlichen Betriebskostenzuschuss von knapp einer Million Euro pro Jahr. Wenn uns das gelingen würde, entspräche das auch dem vom Zoo vorgelegten Finanzierungskonzept, so Gribl.

Nach dem Scheitern des Förderantrags stehen nun für das ursprünglich auf 8,3 Millionen Euro anvisierte Elefantengehege noch zirka 6 Millionen Euro Baukosten im Raum.

———— Foto: Elefantenkuh „Targa“ im Augsburger Zoo



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