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Donnerstag, 28.07.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Eisstadion: Sportlicher Erfolg bremst Baubeginn

Zum Auftakt der umfassenden Modernisierung des Curt-Frenzel-Stadions haben OB Dr. Kurt Gribl, Kultur- und Sportreferent Peter Grab, Baureferent Gerd Merkle und Vertreter der planenden Büros gestern den Zeitplan der Baumaßnahme sowie deren einzelne Bauabschnitte erläutert.

Die „leuchtende Eisscholle“ bei Nacht – Visualisierung: Hermann + Öttl

OB Kurt Gribl und Baureferent Gerd Merkle gingen zunächst auf die Querelen der vergangenen Wochen (die DAZ berichtete) um Baumfällungen und Verantwortlichkeiten ein. Die Diskussion um den Eingriff in den Baumbestand sei „überflüssig wie ein Kropf“ gewesen, so Gribl. Die Umgestaltung der Außenanlagen sei schon immer im Konzept und seit 2007 bekannt gewesen. Jeder, der jetzt kritisiert habe, hätte das wissen müssen oder zumindest wissen können. „Wir müssen Rettungswege zur Verfügung stellen, der Eingriff wird adäquat ausgeglichen“, so der OB. Zur Frage, wer für Planänderungen verantwortlich gewesen sei, erläuterte Gerd Merkle: „Es gibt keine Änderungen, wir sind innerhalb des Projektbeschlusses“. Als Baukosten seien nach wie vor 16,2 Mio. Euro netto avisiert.

„Jetzt warten wir eben so lange, bis sie Meister geworden sind“

Als „kurios“ empfand es Kurt Gribl, dass man nach 9-jähriger Anlaufzeit endlich bereit für den Baubeginn sei, nun aber ausgerechnet durch die Sportler „behindert“ werde. Selbstverständlich überwog auf der gestrigen Pressekonferenz die Freude über den sportlichen Erfolg der Panther: „Jetzt warten wir eben so lange, bis sie Meister geworden sind“, so Gribl. Die vier Wochen, um die der Baubeginn durch die Play-Offs verzögert wird, tun allerdings weh und müssen im September nachgeholt werden. Dadurch kann es für die Panther notwendig werden, im September nur auswärts zu spielen.



Stefan Öttl vom Architekturbüro Hermann + Öttl erläuterte anschließend seine Planung. Die Vorgabe „DEL-Tauglichkeit“ heiße, dass das Stadion eingehaust und dunkel sein müsse. Darüber hinaus gebe es zahlreiche weitere Anforderungen im Detail, z.B. an die Größe der Mannschaftskabinen und an die Technik. Für das geschlossene Gebäude gelte außerdem die neue Versammlungsstättenverordnung mit erhöhten Anforderungen an die Rettungswege. Die zweischalig ausgebildete Fassade bringe eine wesentliche Verbesserung für die Umgebung im Bereich des Schallschutzes, die Fassade wird außerdem hinterleuchtet.

Landschaftsarchitekt Franz-Josef Eger erläuterte das Stadionumfeld: Im Osten wird die Höhenlage geändert, es entsteht eine „Plaza“ ebenerdig zum Katzenstadel. Insgesamt wird das Stadion von einer weitläufigen „Grünstruktur mitten in der Stadt“ umfasst, die vom Gesundbrunnen bis zum erhalten bleibenden Verkehrsübungsplatz im Norden reicht.

Gut 4.000 Zuschauerplätze bis Weihnachten

Ab Anfang Mai beginnt der Abbruch der Südtribüne, um eine Zufahrt für die Neuerrichtung der Ost- und Westtribüne mit insgesamt 2.500 Steh- und 600 Sitzplätzen zu schaffen. Diese werden bis Ende September fertig, bis Weihnachten werden weitere 1.000 Plätze auf der dann neu errichteten Südtribüne entstehen. Der gesamte Umbau für das im Endausbau 6.764 Zuschauer fassende Stadion dauert drei Jahre und ist eng mit dem Spielbetrieb vertaktet, wobei der Sport immer Vorrang haben wird.

v.l.: Baureferent Gerd Merkle, OB Kurt Gribl, Sportreferent Peter Grab und die Architekten Stefan Öttl und Jürgen Hermann hinter dem Modell des künftigen „Hexenkessels“

Das Modell und die Pläne des Curt-Frenzel-Stadions werden ab dem heutigen Dienstag, 20. April bis Sonntag, 16. Mai im Unteren Fletz des Augsburger Rathauses ausgestellt. Die Präsentation ist während der Öffnungszeiten des Rathauses täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr (außer von 27. bis 29. April) zugänglich.