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Dienstag, 05.11.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

THEATER

Die Toten haben das letzte Wort: Staatstheater Augsburg würdigt Heiner Müller

Nur einmal, aber einmalig! 

Bildnachweis: Staatstheater Augsburg

Leider, so muss hier betont werden, war die Würdigung „Die Toten haben das letzte Wort“ für den Dramatiker Heiner Müller (1929 bis 1995) nur ein einziges Mal zu sehen. Was aber die erkennbar an Sprache und hoher Schauspielkunst interessierten Besucher im Innenhof des Maximilianmuseums erleben durften, war im Doppelsinn des  Wortes einmalig. Sinnfällig unter der Adriaen de Vries-Bronze „Herkules bekämpft die Hydra“, jene mythologischen Größe, mit der sich der Dramatiker, Dichter, Essayist und Interviewpartner immer wieder auseinandergesetzt hatte, zeigten unter der Regie von Kalliniki Fili, die wechselnden Heiner-Müller-Darsteller Klaus Müller, Thomas Prazak, Sebastian Müller-Stahl, Daniel Schmidt, Ute Fiedler und Marlene Hoffmann, was den Theatermann bewegt hatte.

So  wurde ins Bewusstsein gerufen, wie der intellektuelle Geist Heiner Müller (Pseudonym Max Messer) es verstanden hatte, seinen Finger auf politische, literarische, auch die bildende Kunst betreffende Wunden zu legen. Zitate aus „Gesammelte Irrtümer 1 – 3“ verdeutlichten, dass Verstorbene vom Format eines Heiner Müller nicht tot sind und in dieser einem Irrenhaus gleichenden Welt (erste Spielszene) „das letzte Wort“ haben müssen. sc