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Mittwoch, 26.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

„Die Stimme der einfachen Leute“

Am heutigen Mittwoch, 10. November findet um 19.30 Uhr im Stadtarchiv in der Fuggerstraße 12 ein Themenabend zur Sprachgeschichte „von unten“ statt.



Schmähschriften, Schandlieder, Bestätigungsschreiben von Patientinnen, Erlaubnisscheine zum Besuch der umliegenden Dörfer (sogenannte „Zechzettel“), Anträge auf Gewährung des Judengeleits – solche und andere bisher kaum beachtete schriftliche Zeugnisse aus dem 16. und 17. Jahrhundert erlauben einen ganz neuartigen Blick auf das Alltagsleben im frühneuzeitlichen Augsburg. Sie wurden nicht von professionellen Kanzleischreibern und Angehörigen der Oberschicht geschrieben, sondern von einfachen Leuten unterschiedlichsten Bildungsstandes. Untertitel des Themenabends: „Die Stimme der einfachen Leute in den frühneuzeitlichen Beständen des Stadtarchivs Augsburg“.

Dabei handelt es sich um ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das von der amerikanischen Sozialhistorikerin B. Ann Tlusty und dem Augsburger Sprachwissenschaftler Helmut Graser gemeinsam durchgeführt wird. Die Ergebnisse werden in der Schriftenreihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Augsburg“ publiziert. Im Mittelpunkt steht die Frage, welcher Stellenwert dem geschriebenen Wort in der reichsstädtischen Gesellschaft zukam, in der eine zumindest rudimentäre Lese- und Schreibfähigkeit bereits erstaunlich weit verbreitet war. Der Eintritt ist frei.

Foto: Kleeblatt-Film