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Samstag, 04.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Die Sanierung des Stempflesees, zweiter Versuch

Am kommenden Montag beginnt die Sanierung der Uferverbauung des Stempflesees im Siebentischwald.



Von Siegfried Zagler

Der Stempflesee – Foto: Walter Käsmair

„Die hölzerne Uferverpflockung des in den 1920er Jahren angelegten Stempflesees ist marode und nicht mehr verkehrssicher. Immer wieder werden Teile des Uferweges unterspült und brechen ein. Die Stadt hat eine statische Untersuchung in Auftrag gegeben. Dazu werden zunächst vier Abschnitte zur Materialerprobung angelegt und mehrere Varianten von Stützpfählen getestet. Dies ist nötig, um die Materialstärke und die nötige Länge der Befestigungspfähle zu klären – also technische Fakten, die sich rechnerisch nicht ermitteln lassen. Eine Einschränkung für Besucher des Stempflesees durch die Arbeiten wird nach Prognose der Forstverwaltung, die die Sanierung des Stempflesees koordiniert, nur jeweils für wenige Stunden zu erwarten sein“, wie es in einer städtischen Pressemitteilung heißt. Die Bauarbeiten enden voraussichtlich am Freitag, 16. Oktober. Die Maßnahme wird seitens der Stadtsparkasse Augsburg mit 120.000 Euro finanziell unterstützt.

Die Beschlussvorlage dieses Projekts wird voraussichtlich im Februar 2016 vom Stadtrat zu behandeln sein. Vor zwei Jahren sorgten die Sanierungspläne der Stadt für Bürgerproteste, da sie mit zahlreichen Baumfällungen und Baumbeschneidungen verbunden waren, die seitens der Bürgerschaft uneingeschränkt diesem Projekt zugeordnet wurden. – Irrtümlicherweise, wie die Stadt damals verspätet zu Protokoll gab. Der damalige Umweltreferent Rainer Schaal stand im Brennpunkt der öffentlichen Kritik, die in erster Linie mit ungenügender Öffentlichkeitsarbeit des Referenten zu tun hatte. Die Pläne der Stadt, aus dem Stempflesee ein Biotop mit „Erlebnis-Pfad „Wald, Wasser, Natur“ und Fluss-Steinberandung zu gestalten, gingen auf das 100-Punkte-Programm von OB Kurt Gribl zurück und wurden als schwerwiegender gestalterischer Eingriff in die Parkarchitektur des vor 90 Jahren künstlich angelegten Stempflesees bewertet, der durch die vorgesehene Ökologisierung sein bekanntes Gesicht verlieren würde. Es entwickelte sich ein öffentlicher Diskurs, die Pläne der Stadt wurden verworfen.

Der Stempflesee bleibt so wie er ist, die marode Pfahlbebauung wird erneuert. Eine Entschlammung ist vorgesehen, die Risiken werden nach Auskunft des Forstamtes geprüft.