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Montag, 06.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Die kleine Hexe kommt aus München

Hereinspaziert! – Neue Schauspieler des Stadttheater-Ensembles stellen sich am Samstag vor

Von Frank Heindl



Şelale Gonca Cerit sieht eigentlich ziemlich sympathisch aus. Dass sie ab November am Augsburger Stadttheater die kleine Hexe spielt, muss also zum Einen damit zu tun haben, dass sie eine gute Schauspielerin ist – und ist wohl zum Anderen darauf zurückzuführen, dass auch Otfried Preußlers Hexe eine sympathische Ausnahme im Gewerbe der eher schlecht beleumundeten weiblichen Zauberer ist. Cerit ist eines von vier neuen Mitgliedern des Augsburger Ensembles. Schauspieldirektor Markus Trabusch hat sie bei der Abschlussvorstellung der Schüler der Münchner Falckenberg-Schauspielschule entdeckt, zum Vorsprechen an den Lech bestellt und dann gleich engagiert. Es ist der erste feste Theaterjob der 25-Jährigen mit türkischem Migrationshintergrund, und die kleine Hexe (Premiere am 14. November) wird ihre zweite Rolle in Augsburg sein. Denn schon Mitte Oktober ist sie in Tschechows Komödie „Der Kirschgarten“ zu sehen – hier allerdings in einer Nebenrolle: Cerit spielt das Dienstmädchen Dunjascha. Mit den Kollegen in Augsburg, erzählt sie, komme sie sehr gut klar: „Nett, hilfsbereit und offen“ seien die. Das und die mittlerweile in Augsburg bezogene Wohnung sind weitere Gründe für Şelale Gonca Cerit, auf eine Verlängerung ihres Vertrages zu hoffen – zunächst ist sie nur für die beiden erwähnten Stücke engagiert.

Auch Ulrich Rechenbach stellte sich in der vergangenen Woche den Augsburger Medien vor. Er ist mit 28 Jahren nur wenig älter als Cerit, hat aber schon zwei Jahre intensive Ensemble-Erfahrung am Hans Otto Theater in Potsdam vorzuweisen. Rechenbach war bei der Uraufführung der „Satanischen Verse“ von Salman Rushdie dabei, war der Lysander in Shakespeares Sommernachtstraum – und spielte auch in Tschechows „Kirschgarten“. In Augsburg wird er zunächst in dem Drei-Personen-Stück „Kein Schiff wird kommen“ zu sehen sein (Premiere am 10. Oktober auf dem Dierig-Gelände). Vom Ensemble kennt er bisher nur seine beiden Mitspieler Christine Diensberg und Martin Herrmann – „die mag ich sehr“ – die übrigen wird er kennenlernen, bis auch er im November in der „Kleinen Hexe“ auf der Bühne stehen wird. Er freue sich auf Augsburg, behauptet Rechenbach, schränkt aber ein, er habe seine ersten, sehr positiven Eindrücke von der Stadt im Sommer bekommen, „und da ist es ja überall schön“.

Buntes Programm bei „Hereinspaziert!“

Ebenfalls neu auf der Augsburger Schauspielbühne wird der 1981 geborene Daniel Flieger zu sehen sein. Sein Debut in Augsburg gibt er als Padre Salvati in „Die Kunst der Komödie“ (Premiere am 27. Oktober im „tim“). Des Weiteren kommt der 53-jährige Albert Weilguny nach Augsburg – er spielt im „Kirschgarten“ den Gutsbesitzer Simeonow-Pischtschik.

Wer die neuen Ensemblemitglieder vorab schon mal persönlich in Augenschein nehmen möchte, kann das am kommenden Samstag, 25. September tun. Ab 13 Uhr gibt’s dann das beliebte „Hereinspaziert, Hereinspaziert!“ im Großen Haus am Kennedyplatz. Neben Führungen hinter die Kulissen, einem Mitmachprojekt für Kinder (unter dem Titel „Auf dem Schlauch geht’s auch“, von 14 bis 15 Uhr auf der Probebühne 3), viel Musik (vom Salonorchester Frank Lippe, dem Kinderchor des Theaters, mit Einblicken auch in die neuen Produktionen des Musiktheaters) stellen sich um 16 Uhr im Foyer des 1. Ranges auch die neuen Schauspieler vor. Es gibt ein „Schauspiel Extra“ zu „Kein Schiff wird kommen“, eine Lesung zum Thema „Theater als Sport“ von Schauspieler Eberhard Peiker, ein öffentliches Ballettraining und vieles vieles mehr – leider wieder mal viel zu viel, als das man sich alles ansehen könnte.

Das genaue Programm gibt’s auf einem Flyer des Stadttheaters.