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Dienstag, 10.12.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

DFB-Pokal: FCA in Verl

Der FCA sollte in der ersten Hauptrunde des DFB- Pokals heute in Verl keine Probleme bekommen. Doch der Bundesligastart könnte grausam werden.

Von Siegfried Zagler

Das Ruhrgebiet war in den Jahren, als die Atomenergie noch als große Versprechung galt, eine wirtschaftliche Hauptschlagader der jungen Bundesrepublik. Dass diese Zeit längst Geschichte ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle der Regionalliga West: Wattenscheid, Essen, Wuppertal, Oberhausen waren im “Kohlezeitalter” respektable Bundesligaklubs. Der Westen war im Industriezeitalter eine reiche Region, die mit Gelsenkirchen, Dortmund, Bochum, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Krefeld und später Leverkusen das Gerüst der Bundesliga bildete. Mit den öffentlichen Verkehrsmittel konnten diese Klubs zu einem Drittel ihrer Auswärtsspiele fahren.

In der Regionalliga West spielt auch der SC Verl, der heutige Gegner des FC Augsburg in der ersten Hauptrunde des DfB-Pokals. Eine Woche vor dem Bundesligastart (Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund) wäre ein Ausscheiden gegen Verl eine Katastrophe der besonderen Art. “Wir wollen das Ticket lösen für die zweite Runde”, so FCA-Trainer Martin Schmidt unmissverständlich, doch er sollte auf der Hut sein. Der FCA ist ein schlechter Starter: 2014 und 2017 scheiterten die Brechtstädter jeweils in der 1. Runde, beide Male am 1. FC Magdeburg. Doch Verl ist zu Hause schwächer als die Ostdeutschen. Vor zwei Wochen verloren sie zu Hause ihr Liga-Auftaktspiel gegen Wattenscheid mit 0:2 – vor 869 Zuschauern. 

Gegen Oberhausen holte der SC Verl auswärts einen Punkt. Zwei Pflichtspieltage haben die Regionalliga-Kicker den Augsburgern voraus. Dennoch darf man davon ausgehen, dass der FCA an diesem Samstag im Westen gewinnen wird. Anders sieht das allerdings eine Woche später aus. Dortmund befindet sich in einer bestechenden Frühform. Der FCA könnte Opfer werden, denn trotz der Verpflichtung eines gestandenen Torhüters (Koubek) muss man sich weiterhin um die Augsburger Sorgen machen, da die Abwehr derzeit schwächer ist als es die Bundesliga erlaubt. Die Abgänge Hinteregger, Schmid, Stafylidis, Danso sowie die verletzten beziehungsweise noch nicht ganz fitten Spieler Gouweleeuw, Khedira, Framberger, Max, lago sind kaum adäquat zu ersetzen. 

Gegen Verl sollten Suchy, Oxford, Rieder und Co. nicht in Schwierigkeiten kommen, was dann kommt, könnte grausam werden: Dortmund (A), Union Berlin (H), Bremen (A).