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Freitag, 30.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Der Auftritt der “Dakh Daughters” – ein Highlight der Langen Brechtnacht 2017

In der bis auf den letzten Platz besetzten Brechtbühne überzeugten die sieben furchtlosen jungen Schauspielerinnen aus der Ukraine im Rahmen der Langen Brechtnacht 2017 mit einer kraftvollen „Freak-Kabarett“-Performance und begeisterten das Publikum.

Von Andrea Huber

Dakh Daughters - Kiew, Ukraine (c) Andrea Huber

Dakh Daughters - Kiew, Ukraine (c) DAZ


Die Dakh Daughters gehören zu den Projekten des unabhängigen Zentrums für zeitgenössische Kunst “Dakh” in Kiew. Alle Mitglieder sind ausgebildete Schauspielerinnen. Die Freak-Kabarett-Truppe ist bereits legendär. Ende 2013 trat sie auf dem Hauptplatz in Kiew anlässlich des Euromaidan vor Massen von Menschen und der bewaffneten ukrainischen Miliz in Pelzmänteln auf und protestierte mit ihren Liedern gegen den Krieg. „Rosen/Donbass“ wurde zur Hymne des Widerstands.

Ihre Musik stellt einen Mix aus ukrainischer Folklore, Punk, Kabarett, Prog-Rock, Klassik und Sprechgesang dar. Mittlerweile stehen die Dakh Daughters mit ihrem „Freak-Kabarett“, wie sie ihren Stil selbst benennen, weltweit auf der Bühne und brachten Ende 2016 ihr erstes Album heraus.

In Augsburg bot das präsente junge Ensemble mit einer Kombination aus Musik, Theater und Kabarett mit Witz, Sarkasmus und viel Energie, manchmal aber auch filigran melancholisch Unterhaltung auf hohem Niveau. Mit gut fünfzehn Instrumenten – vom Kontrabass bis hin zur ukrainischen Naturtrompete – in rege untereinander wechselndem Duktus begleiteten sie ihren ausdrucksstarken Gesang und wählten zur Wiedergabe ihrer politisch engagierten Lieder differenziert mehrere Sprachen.

Die Dakh Daughters bewiesen auf erfrischende Art und Weise, wie gut sich Professionalität und Präsenz mit Esprit und der nötigen Freiheit für Theater und Experimente verbinden lassen. Einzig das Textverständnis litt durch die notgedrungen temporeichen Wortwechsel der Textübersetzungen auf der Leinwand, und rüttelte so ein wenig am Gesamtkunstwerk Musik – Schauspiel – Video- und Lichtkunst.