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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Der AEV ist ein Depp

Der 1. FC Nürnberg und der Augsburger Eislaufverein haben zwei Dinge gemeinsam: die große Tradition und die Leidensfähigkeit der Fans. Wenn es der Club mal wieder zu bunt treibt, üben sich die „Clubberer“ in Ironie, indem sie auf dem Heimweg gen Himmel stöhnen: „Allmächt, der Clubb is a Debb!“

Von Siegfried Zagler

Die Augsburger Eishockey-Fans sind in dieser Hinsicht ähnlich gelassen: „O mei, o mei!“, könnten sie sagen, wenn man die Partie gegen Straubing Revue passieren lässt: Eishockey zum Abgewöhnen. Ohne seinen starken Goalie Olivier Roy hätte der AEV gegen das bessere Team aus Straubing deutlicher verloren. Straubing zeigte als abgeschlagener Tabellenletzter mehr Siegeswillen als die Augsburger Panther, die sich in der spannendsten DEL-Ligasaison aller Zeiten nicht stabil zeigen und nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Michael Davies, Trevor Parkes und Evan Trupp in keiner Phase der Partie einen Gang zulegen konnten, nicht konsequent finalisierten und sich immer wieder fahrige Aktionen in der Abwehr leisteten.

Gegen München gewinnen, aber gegen Straubing verlieren: Das lässt tief blicken. Nach der unterirdischen Straubing-Performance in der entscheidenden Phase des Ligabetriebs muss man festhalten, dass man langsam daran zweifeln muss, ob Mike Stewart beim AEV noch der richtige Mann an der Bande ist: Die Mannschaft wirkt ausgebrannt und gedanklich schwerfällig, mal wird die Scheibe zu lange gehalten, dann wieder überhastet und ungenau gespielt. Man kann als Panther-Fan viel verkraften, nicht aber einen abgeschlagenen Tabellenletzen, der im CFS spritziger, ideenreicher und kampfstärker auftritt als der AEV. Mit dieser merkwürdigen Vorstellung hat sich der AEV wohl von den Play offs verabschiedet. Man braucht schon viel Fanatasie, um sich vorstellen zu können, dass diese Panther in den letzten fünf Partien noch etwas reißen – zumal die Nachverpflichtung von Jordan Samuels-Thomas keine Qualitätsverbesserung bedeutet.

Das ist vor allem deshalb schmerzhaft, weil der AEV mit einem starken Team und berechtigterweise mit großen Ambitionen in die Saison gestartet ist.



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