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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Déjà-vu auf Schalke

Der FCA blieb sich auch im letzten Auswärtsspiel der Hinrunde treu und überließ den Schalkern wie in den Vorjahren in der fast ausverkauften Veltins Arena (59.215) einmal mehr die Punkte. Wie schon im letzten Heimspiel gegen die Hertha kassierten die Augsburger am Ende der Partie auch gegen die Knappen noch einen Treffer und mussten sich so trotz einer furiosen zweiten Halbzeit dem frisch gebackenen Tabellenzweiten aus Gelsenkirchen noch mit 2:3 geschlagen geben.

Von Udo Legner

Mit einer Fünferkette ließ FCA Manuel Baum sein Team gegen den schon seit zehn Bundesligaspielen ungeschlagenen Tabellendritten antreten. Neben Max, Gouweleeuw und Hinteregger waren Opare und Danso (für Framberger und Heller) zur Verstärkung der Defensive in die Startelf gerückt. Auf Schalker Seite liefen die in Mönchengladbach geschonten Burgstaller und Strambouli wieder auf.

Duell der Billig-Knipser

Vom Duell der Billig-Knipser war im Vorfeld des letzten Auswärtsspiels des FCA beim Tabellendritten auf Schalke die Rede. Auf Seite der Königsblauen war damit natürlich der Österreicher Guido Burgstaller  gemeint, auf Seiten des FCA dessen Landsmann Gregoritsch (7 Saisontore) und der Isländer Finnbogason (6 Saisontore), die für vier bzw. 5,5 Millionen nach Augsburg gekommen waren und das Überraschungs-Sturm-Duo der Liga bilden – allein der FCA rangiert in der Scorer-Liste gleich mit seinen beiden Goalgettern in den Top Sechs!

Der Beginn der Partie verlief noch vielversprechend. Die Schalker erspielten sich die erste Chance: nach schönem Querpass von Guido Burgstaller schoss McKennie (5. Min.) aus kürzester Distanz knapp über das Augsburger Tor. Auf der Gegenseite beschwor Gregoritsch mit einem Freistoß aus 30 Metern erstmals Gefahr herauf, doch der Abpraller von Keeper Fährmann konnte von Nastasic geklärt werden.

Schalker Kreisel vs. Augsburger Pressing

Schalke ließ den Ball kreisen und verbuchte zur Mitte der ersten Hälfte 65 Prozent der Ballbesitzphasen, ohne allerdings zu klaren Abschlüssen zu kommen. Augsburgs Defensive hatte die um sich selbst kreisenden Knappen im Griff, fand aber in der Offensive kaum statt. So dauerte es bis zur 33. Minute bis Caiuby nach schöner Vorarbeit von Max und Gregoritsch zu einer Halbchance kam – doch sein Schuss ging bezeichnenderweise klar am Kasten des 04-Keepers vorbei.

Nicht nur körperlich überragte Danso bis dato in der Augsburger Defensive – er gewann jeden seiner sieben Zweikämpfe. Die Partie plätscherte recht ereignislos der Halbzeitpause entgegen, als wie aus heiterem Himmel doch noch das 1:0 für Königsblau fiel. Nach imposanter Körperdrehung ließ Harit auf der rechten Seite Max das Nachsehen und legte den Ball auf di Santo, der in seinem 100. Bundesligaspiel spektakulär mit der Hacke die 1:0 Pausenführung erzielte.

Fazit zur Halbzeit: Schalke war über weite Strecken dominant, tat sich aber gegen die starke Defensive der Augsburger bis zur glücklichen Führung sehr schwer.

Schalkes Blitzstart

Gleich nach Wiederanpfiff erfolgte der zweite Nackenschlag der Schalker durch Guido Burgstaller (47. Min.) – wie so oft nach einer Standardsituation (12. Saisontor nach einem ruhenden Ball!). Naldo verlängerte einen Eckball mit dem Kopf an den linken Pfosten, wo der österreichische Torjäger lauerte und zum 2:0 für Schalke verlängerte.

Wer gedacht hatte, dass dieses Tor der endgültige KO für die Baum-Schützlinge war, sah sich bald eines Besseren belehrt. Als ob es dieses Weckrufs durch Burgstaller bedurft hätte, kamen die Augsburger von Minute zu Minute besser ins Spiel und wurden endlich auch in der Offensive aktiv! Ja-Cheol Koo hatte zweimal den Anschlusstreffer auf dem Fuß, scheiterte aber jeweils an Abwehrspieler Matija Nastasis und Torwart Ralf Fährmann (54.).

Zehn Minuten später gelang dem zuletzt (zu) viel geschmähten Caiuby nach einer von Max getretenen Ecke das Anschlusstor (64. Min.), womit er erstmals in zwei Bundesliga-Spielen in Folge traf. Große Aufregung in der 78. Minute: Gregoritsch wurde von Oczipka im Strafraum von den Beinen geholt. Nach Einschalten des Video-Assistenten entschied Schiri Jablonski auf Elfmeter für den FCA, den der Gefoulte selbst zum 2:2 Ausgleich verwandelte.

Déjàvu in den Schlussminuten

Doch dann passierte, was nie passieren dürfte, aber dem FCA immer wieder passiert. Nur fünf Minuten nach dem Ausgleich und wenige Minuten vor dem Abpfiff (83. Min.) kassierten die Augsburger einen weiteren Treffer. Der anstürmende Harit wurde wohl von Marwin Hitz gefoult und Daniel Caligiuri versenkte den Strafstoß zum 3:2 Sieg für die Schalker.

Beim letzten Heimspiel gegen Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr) geht es für die Baum-Schützlinge darum, nach den beherzten, aber glücklosen Auftritten gegen Hertha und Schalke, den Fans endlich einen Sieg zu bescheren.

FCA: Marwin Hitz; – Jeffrey Gouweleeuw; Martin Hinteregger; Daniel Opare; Kevin Danso; – Philipp Max; Francisco da Silva Caiuby; Daniel Baier; Michael Gregoritsch; Ja-Cheol Koo; – Alfred Finnbogason;

Eingewechselt: Rani Khedira (62.); Jonathan Schmid (87.); Sergio Córdova (72.);

Ausgewechselt: Kevin Danso (62.); Daniel Baier (87.); Alfred Finnbogason (72.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Jan-Ingwer Callsen-Bracker; Raphael Framberger; Marcel Heller;





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