DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 11.08.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

“Das Maxfest ist ein schwarzer Fleck für unsere Stadt”

DAZ-Leser melden sich zu Wort

Partymeile Maximilianstraße

Die DAZ erhält regelmäßig Post von ihren Lesern. Bisher hat sich die Redaktion beinahe bei jedem “Leserbriefverfasser” für die lobende Zustimmung beziehungsweise für die Kritik mit ein paar Zeilen bedankt. Bei dem durchschnittlich guten Dutzend Zuschriften pro Monat kein großer Arbeitsaufwand. Zu den beiden Kommentaren zur Maxstraße erreichte die DAZ im Verhältnis dazu eine wahre Flut von Zuschriften. Die meisten Mails bestanden nur aus wenigen Worten beziehungsweise einem Wort (“Super!”). Viele Mails waren anonymisiert und einige Verfasser reagierten auf die DAZ-Anfrage, ob man die Zuschrift veröffentlichen dürfe, abschlägig, einige gar nicht. Viele Mails trudelten noch während der Feiertage ein, zwei noch am gestrigen Mittwoch. Grund genug, um zum ersten Mal Leserreaktionen auf der DAZ zu veröffentlichen. Die meisten Zuschriften waren nicht für die Öffentlichkeit gedacht, aber alle Zuschriften, die wir unseren Lesern nun mangels Autorisation vorenthalten müssen, hatten in etwa den ähnlichen Ton wie diese: “Sehr gut Ihr Kommentar zur Max-Sause. Ich fürchte bloß, es wird nichts nützen”. Eine konsequente Positionierung für das Maxfest in seiner derzeitigen Form gab es keine.

“Ort der Beliebigkeit von Konsum, Rausch und Pseudobegegnung”

Es könnte sein, dass sich die pessimistischen Prognosen der DAZ-Leser bezüglich der Maxfeste an den Rändern aufzulösen beginnen und sich ein wenig Hoffnung auf ein anderes Maxfest breit machen könnte, wenn sie nun die politischen Stellungnahmen zu den Massenaufmärschen auf der Maximilianstraße lesen sollten.

“Mit der Umgestaltung der Maxstraße muss auch eine Neukonzeption für das Maxfest kommen”, so Beate Schabert-Zeidler für die Regierungspartei Pro Augsburg. Schabert-Zeidler will zwar das Fest noch in dieser Form für 2011, aber mit allen geforderten Sicherheitsauflagen und ohne Alimentierung von städtischer Seite.

Das Maxfest sei dem Finanztrieb der Gastro-Kapitalisten und einer “einfachen Wahlarithmetik von uns Politikern” geschuldet, konstatiert sarkastisch der kulturpolitische Sprecher der SPD Frank Mardaus, dem zu wünschen ist, dass er in seiner SPD mit seiner rigorosen Haltung zu den Maxfesten eine Mehrheit findet.

In die gleiche Richtung argumentieren Reiner Erben und Verena von Mutius für die Augsburger Grünen: “Es kann nicht sein, dass die kommerziellen Interessen einzelner Wirte das Bild dieses für die Ausstrahlung der gesamten Stadt so wichtigen Straßenzugs bestimmen. Von Jahr zu Jahr hat sich die Wahrnehmung der Maxstraße als Partymeile verstärkt. Die Folgen davon bekämpft die Stadtregierung nach wie vor erfolglos”, so die Grünen in ihrer Stellungnahme zur DAZ.

Toni Resch (FDP) hätte gerne eine gut organisierte Bürgerversammlung beauftragt, das Thema adäquat abzuarbeiten. Am leidenschaftlichsten äußert sich die Chefin der neuen Rathausfraktion der Freien Wähler, Rose-Marie Kranzfelder-Poth: “Ein gigantischer Schrott mit gigantischen Scheinwerfern und gigantischen Lautsprechern vermüllt die Straße, um dann drei Tage lang einer wogenden Menschenmasse mit dröhnender Beschallung bis in die frühen Morgenstunden als Ort der Beliebigkeit von Konsum, Rausch und Pseudobegegnung zu dienen”.

» Alle politischen Stellungnahmen und Leserzuschriften (pdf 80 kB)

» Kommentar: Maxfest: Nichts als Barbarei

» Kommentar: Maxfeste: Ein schlechteres Zeugnis kann man der politischen Kaste kaum ausstellen