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Mittwoch, 27.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Das Glück ist zurück! FCA holt einen Punkt in der BayArena

Mit viel Fortune erreichte der FC Augsburg am 8. Spieltag ein 1:1 Unentschieden gegen die Werkself von Bayer Leverkusen und behauptete mit dem zweiten Auswärtspunkt den Relegationsplatz.

Von Udo Legner

Wie in der Rückrunden-Partie der letzten Saison waren es die Torhüter, die diesem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Bei einer harmlosen Rückgabe patzte Leverkusens Schlussmann Leno  (12. Minute) und schenkte dem FCA die Führung. Kurz vor Seitenwechsel gelang Bellarabi der 1:1 Halbzeitstand (39. Minute). Trotz vieler hochkarätiger Chancen scheiterte das Team von Roger Schmidt entweder an sich selbst  – unter anderem mit einem umstrittenen Handelfmeter (71. Minute) – oder an Marwin Hitz, der dem FCA mit spektakulären Paraden das Remis rettete.

Gegenüber dem 1:3 gegen Partizan Belgrad standen für Matavz, Feulner, Ji und Hong (Bank) Klavan, Stafylidis, Kohr und Esswein in der Startelf. FCA Trainer Markus Weinzierl war sich der Schwere der Aufgabe bewusst, verwies auf den starken Auftritt der Leverkusener in der Champions-League und zeigte dennoch Zweckoptimismus : „Wer in Barcelona lange bis kurz vor Schluss führt, hat viel Qualität in seinen Reihen. Wer in München so gut ausschaut wie wir, der kann auch in Leverkusen bestehen.“

In der Anfangsphase des Spiels schien sich diese Einschätzung zu bewahrheiten. Die Weinzierl Truppe begann stark und strotzte vor Selbstvertrauen. Mit aggressivem Pressing und konsequentem Zweikampfverhalten wurde dem Champions-League Teilnehmer der Schneid abgekauft. Dieser couragierte Auftritt der Augsburger wurde von Glücksgöttin Fortuna mit einem kuriosen Torgeschenk belohnt.  In der 11. Minute brachte ein harmloser Kullerball, der auf Leno zurückgespielt wurde, die 1:0 Führung für den FCA. Bayer Keeper Leno – von Bundestrainer Jogi Löw für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele erstmals für die Nationalelf nominiert – brachte das Kunststück fertig, einen harmlosen Rückpass von Innnenverteidiger Jonathan Tah in sein Tor trudeln zu lassen.

Mit dieser Führung aus heiterem Himmel wussten die Augsburger wenig anzufangen. Statt sich auf das in der vorherigen Saison so oft praktizierte Konter- und Umschaltspiel zu besinnen, igelte sich die Mannschaft mehr und mehr ein und verlor damit zusehends den Zugriff auf das Spiel. Bis zur Mitte der ersten Hälfte setzten die Augsburger dem immer sicher werdende Kombinationsspiel der Leverkusener wenigstens konsequentes Pressing entgegen. Angesichts des Einbahnstraßen-Fußball auf das Augsburger Tor von schien es freilich nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Bayer Leverkusen gegen die bayerischen Schwaben der Ausgleich gelingen würde. Kampl (18. Minute) und Calhanoglu (28. Minute) hatten die ersten Einschusschancen, aber es dauerte bis 39. Minute bis die Werkself das klare Chancenplus in Tore ummünzte. Unbedrängt von der Augsburger Abwehr setzte Javier Hernadez sechs Minuten vor der Pause einen 16-Meter-Schuss an den Pfosten und es war Karim Bellarabi vorbehalten den Abpraller unhaltbar für Marwin Hitz im Augsburger Tor zum 1:1 Ausgleich unterzubringen. Leverkusen erspielte sich noch vor der Halbzeitpause zwei weitere Chancen, die Kampl (42. Minute) und Kramer (44. Minute) nicht zu nutzen wussten.

Fazit zur Halbzeit: Ein überaus glückliches Unentschieden für den FCA, da Augsburg nach Lenos Torgeschenk in der Offensive nicht mehr stattfand.

Tabelle nach dem 8. Spieltag

Tabelle nach dem 8. Spieltag


Wer gehofft hatte, dass der FCA – wie so oft in den letzten Partien – mit Dynamik, Drive und frischen Kräften aus der Kabine stürmen würde – sah sich bald eines Besseren belehrt. Die Werkself dominierte das Spielgeschehen von Wiederanpfiff an und erspielte sich gegen einen total defensiv eingestellten FCA fast im Minutentakt hochkarätige Chancen. Bei Calhanoglus und Benders Schüssen konnte FCA Keeper Marwin Hitz mit tollen Reflexen gerade noch das Schlimmste verhindern. Die Leverkusener zogen ein Powerplay auf und belagerten förmlich das Augsburger Tor, verstanden es aber nicht, sich mit einem Treffer für ihren enormen Aufwand zu belohnen. Kurz nachdem erst Daniel Baier und auf Seiten der Leverkusener Wendell die Gelbe Karte erhalten hatten, ahndete der Unparteiische ein umstrittenes Handspiel von Callsen-Bracker im Augsburger Strafraum und entschied auf Elfmeter für die Gastgeber.

Als Hakan Calhanoglu auch aus dieser Chance kein Tor zu  machen wusste – sein Strafstoß ging weit über das Augsburger Tor –  zeichnete sich ab, dass die Werkself an diesem Tag das Glück nicht mehr zwingen würde. Marwin Hitz hielt auch in der fünfminütigen Nachspielzeit das Unentschieden für den FCA fest, der in diesem Spiel so viel Dusel hatte, dass man dem nächsten Heimspiel  gegen Aufsteiger Darmstadt (Samstag, 17. Oktober) mit gemischten Gefühlen entgegensehen muss.

FCA:

Hitz – Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Stafylidis – Baier – Koo, Kohr, Altintop, Esswein – Bobadilla.

81. Minute Markus Feulner (für Alexander Esswein)

68. Minute Jeong-Ho Hong (für Daniel Baier)

63. Minute Tim Matavz (für Raul Bobadilla)