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Donnerstag, 16.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Curt-Frenzel-Stadion: Stadtrat beschließt erweiterte Umbaumaßnahmen

Pflicht vor Kür – Panther-Wünsche fallen dem Rotstift zum Opfer

Nach dreieinhalbstündiger Debatte beschloss der Stadrat am gestrigen Donnerstag die Aufnahme von 11 Punkten aus dem 22-Punkte-Papier des Sportreferats in den ersten Realisierungsabschnitt der Stadionmodernisierung.



 

Bis zu 40 Eishockeyfans verfolgten geduldig die bis 22 Uhr dauernde Diskussion mit zahlreichen Redebeiträgen und Anträgen. In dieser Breite notwendig geworden war die Debatte, weil die Wunschliste des Sportreferats, die das Vorziehen sämtlicher Maßnahmen des 2. und 3. Realisierungsabschnitts in den Abschnitt 1 vorsah, in den vorberatenden Ausschüssen wegen fehlender Prioritätensetzung durchgefallen war (DAZ berichtete).

Zielführend war letztlich eine Liste, die OB Kurt Gribl, Finanzreferent Hermann Weber, Baureferent Gerd Merkle, Sportreferent Peter Grab und WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe am Mittwoch erarbeitet hatten (DAZ berichtete). Die Liste wies als Teilmenge nur diejenigen Maßnahmen aus, die unabweisbar notwendig für die weitere Bauabwicklung und für einen ordentlichen Betrieb insbesondere auch für den Breitensport sind. Auf der Strecke blieben dagegen die Überdachung der Eisbahn 2 und der Ausbau von Gastro-, VIP- und Eventbereichen der Panther.



Beschlossen: die “OB-Liste” der notwendigen Maßnahmen

Abstimmungsmarathon nach Sitzungsunterbrechung

Mit 49:9 Stimmen wurde der OB-Vorschlag nach langer und hitziger Diskussion angenommen. Zuvor hatte es eine Sitzungsunterbrechung und Abstimmungen über einen Antrag der Grünen (mit 40:18 Stimmen abgelehnt), der SPD (angenommen) und einen Antrag der Freien Wähler gegeben. Der Antrag der Grünen beinhaltete die Ausarbeitung zweier Projektbeschlüsse, einen, der den Realisierungsabschnitt 1 einschließlich der bisherigen Veränderungen und Kostenmehrungen gegenüber dem Projektbeschluss vom April 2009 enthält, sowie einen zweiten über die jetzt sofort notwendigen Maßnahmen aus den Realisierungsabschnitten 2 und 3.

Die SPD forderte in ihrem Antrag die Gegenüberstellung der Planung der Architekten Hermann & Öttl und der erweiterten Planung der neuen Architekten-ARGE Schlenker. Außerdem soll die 22-Punkte-Liste der ursprünglichen gestrigen Beschlussvorlage (pdf, 617 kB) aufgeschlüsselt werden, um ersichtlich zu machen,

  • “ob es sich um (Mehr-)Kosten aus der o.g. Gegenüberstellung handelt,
  • ob es sich um Mehrkosten aus dem Neubau, Abriss und erneuten Neubau der Tribünen, samt weiterer damit verbunden Baumaßnahmen handelt,
  • ob es sich um Kosten handelt, die durch das Vorziehen von Maßnahmen aus den ursprünglichen Realisierungsabschnitten 2 und 3 der Planung von asp entstehen bzw. bereits entstanden sind, und die im Zuge des Weiterbaus auf der Grundlage der Planung von Hermann & Öttl nun zwingend anfallen,
  • ob es sich um Kosten handelt, die aufgrund von Vorschlägen des AEV, der Panther (und des Sportreferates) handelt, die aus unabweisbaren, unvorhersehbaren Gründen entstanden sind.”

Der radikalste Antrag kam von der Fraktion der Freien Wähler, die die derzeit am Stadion aktiven Referenten überfordert sahen und weiteren Schaden vom Augsburger Eishockey abwenden wollten:

  • “Die Leitung für das gesamte Projekt wird dem bisher verantwortlichen Team Grab/Merkle ab sofort entzogen.
  • Das Finanzcontrolling ist entweder extern zu vergeben oder dem Referat 1 zu übertragen.”

Der Antrag wurde gegen die fünf Stimmen der Linken und der Freien Wähler abgelehnt.

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