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Mittwoch, 05.08.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Containerbau am Theater verzögert sich

Eigentlich sollte der Projektbeschluss für die Errichtung einer Ersatzspielstätte für die Komödie schon stehen und der Bau hätte in diesen Tagen beginnen sollen. Nun zeichnet sich eine deutliche zeitliche Verschiebung ab – aus finanziellen Gründen.

So wird der Augsburger Container nicht aussehen: Im Juni 2010 eröffnetes mobiles Opernhaus “MINI Opera Space” am Nationaltheater in München

Laut Kulturreferent Peter Grab liegen zwei Angebote für die Schauspiel-Interimsspielstätte des Stadttheaters vor. Diese liegen allerdings deutlich über den Schätzkosten und werden derzeit geprüft. Die Angebote sind das Ergebnis einer Ausschreibung, die im August gestartet wurde. Als Gesamtkosten für den 260 Zuschauer fassenden Container waren 4,2 Mio. Euro geschätzt, einschließlich einer Million für die Bühnentechnik und 300.000 Euro für ein einmaliges Umsetzen der temporären Spielstätte, wenn mit der Realisierung des am selben Standort geplanten Schauspielhauses begonnen wird (DAZ berichtete).

Ob und wie die Schätz- und Angebotssummen zur Deckung gebracht werden können, scheint derzeit unklar zu sein. Voraussetzung für ein Nachverhandeln wäre zunächst die Aufhebung der Ausschreibung. Eine solche ist jedoch nur “aus schwer wiegenden Gründen” oder wegen “grundlegender Änderungen” der Planung möglich. So schreibt es die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen VOB vor. Erst danach könnte verhandelt und “freihändig” – d.h. ohne weitere Ausschreibung – vergeben werden. Und erst ab Vergabe würde der Zeitrahmen für den Bau zu laufen beginnen, der laut Ausschreibung bei rund 20 Wochen liegt.

Gerüchten über eine grundsätzlich anderweitige Verortung der Interimsspielstätte erteilte der Kulturreferent indes eine klare Absage: “Eine neue Standortdiskussion wird nicht eröffnet”, so Grab heute zur DAZ.