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Mittwoch, 26.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Bundesliga: Leipzig bleibt Verfolger der Bayern

Durch einen 2:1 Auswärtserfolg unterstrich RB Leipzig seine Rolle als Verfolger der Münchner Bayern, die mit einem 1:1 Unentschieden bei der Berliner Hertha für Wirbel sorgten. Der HSV remisierte, Ingolstadt und Bremen gewannen ihre Partien, weshalb der FCA am kommenden Samstag in Darmstadt unter Druck steht.

Von Siegfried Zagler

Was wäre die Bundesliga ohne RB Leipzig? Die Hasenhüttl-Schützlinge spielen derzeit auf zwei grandiosen Bühnen: Sie nehmen eine Art Sündenbock-Rolle ein und befinden sich zugleich in der Position des Bayern-Verfolgers. Es ist gut möglich, dass der sportliche Erfolg der Leipziger die Hasstiraden diverser Ultra-Gruppierungen verstärkt hat und somit doppelt hässlich erscheinen lässt.

Wenn es zu einem unverzichtbaren Merkmal der sogenannten Traditionsvereine gehören sollte, dass sie sich mit Neonazis und anderen gewaltbereiten Schwachköpfen herumschlagen müssen, dann sollte die Frage erlaubt sein, ob man Traditionsvereinen, die ewig Gestrigen seit vielen Jahren eine Bühne bieten, die Lizenz entziehen soll, wenn sie dieses Problem nicht in den Griff bekommen. Kollektives Stadionverbot ist jedenfalls kein probates Mittel, wenn es nachhaltig darum gehen soll, die Würde und die Gesundheit der Gästefans zu schützen.

Zurück zum Sport: Wie stets in den vergangenen Jahren darf man davon ausgehen, dass die Bayern bereits weit vor dem 34. Spieltag als Meister feststehen. Es sind zwar noch 13 Spieltage, aber der Münchner Kader hat zu viel Qualität, um in größere Schwierigkeiten zu kommen. Spannend wie noch nie ist dagegen der Kampf um die Platzierungen, die für die internationalen Wettbewerbe qualifizieren. Selbst Schalke auf Platz zehn sollte man noch nicht abschreiben.

Bis zur letzten Sekunde spannend wird wohl auch der Kampf gegen den Abstieg. Der Verlierer der Bundesliga-Abstiegsregion war an diesem Wochenende der FC Augsburg, da die Konkurrenz punktete. Seit Samstag ist der FCA von einem direkten Abstiegsplatz nur noch sechs Punkte entfernt. Ein Vorsprung, der schnell dahin ist, wenn man mitten in der Saison das Spielsystem umstellt und plötzlich nicht mehr weiß, wer man ist – und so wechselhaft spielt wie der FCA. Als mahnendes Beispiel soll der VfB Stuttgart dienen, der in der vergangenen Saison am 21. Spieltag 27 Punkte auf dem Konto hatte und am Ende mit 33 Punkten direkt abstieg. Die Abstiegszone beginnt beim FCA, weshalb man in Augsburg auf halbseidene Systemdebatten verzichten sollte, damit man sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann: Abstiegskampf.

Es sind noch 39 Punkte zu vergeben, weshalb die kommende Partie in Darmstadt noch kein Spiel mit finalem Charakter ist. Beim Hinspiel agierten in der WWK Arena beide Mannschaften jedoch dergestalt holprig, dass man damals trotz des Augsburger Sieges mit den schlimmsten Befürchtungen das Stadion verließ. “Hoffentlich kommt es nicht so schlimm, wie es jetzt schon ist”, so würdigte ein FCA- und Karl Valentin Kenner auf der Tribüne das damalige Geschehen.