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Montag, 27.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Brechtfestival 2013: „Ein guter Anfang“

Veranstalter ziehen positive Bilanz

Das diesjährige Brechtfestival war gekennzeichnet durch sehr unterhaltsame Gastspiele, eine langatmige Premiere („Im Dickicht der Städte“), eine unterhaltsame und gut besuchte „Langen Brechtnacht“ sowie eine Uraufführung eines Teenager-Stückes, das Brecht im zarten Alter von 15 Jahren schrieb („Die Bibel“). Diese Uraufführung lockte das heiß ersehnte überregionale Feuilleton in die Barfüßerkirche nach Augsburg. Das Resultat: Verrisse.

Die Jugend soll eine wichtige Zielgruppe bleiben: der junge Brecht um 1918 (Foto: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg)

Die Jugend soll eine wichtige Zielgruppe des Festivals bleiben: der junge Brecht um 1918 (Foto: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg)


Dennoch zogen die Veranstalter unlängst eine positive Bilanz. „Zentrale Spielstätte war in diesem Jahr das Theater Augsburg. Die meisten Veranstaltungen dort waren ausverkauft, darunter das gefeierte Gastspiel aus Dresden „Die Dreigroschenoper“, die Inszenierung von Ofira Henig „Im Dickicht der Städte“ sowie das Familienkonzert der Augsburger Philharmoniker. Aber auch die „Brechtgeisterbahn“ von Bluespots Productions in der Orangerie und die von Girisha Fernando kuratierte „Lange Brechtnacht“ zählten zu den Publikumslieblingen. „Höhepunkte des Festivals waren die konzertante Neuinszenierung des „Baal“ durch Thomas und Arthur Thieme sowie die Uraufführung von Brechts erstem Theaterstück „Die Bibel“ in der bis auf den letzten Platz gefüllten Barfüßerkirche“, wie es in einer städtischen Pressemitteilung am 12. Februar hieß. Insgesamt seien die Veranstaltungen von rund 10.000 Gästen besucht worden.

Die Jugend soll eine wichtige Zielgruppe bleiben

„Dass das Festivalprogramm in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit gefunden hat, bestärkt uns darin, den programmatischen Schwerpunkt auch künftig auf herausragende Schauspielinszenierungen zu legen“, so Kulturreferent Peter Grab, der sich offenbar für die Schülervorstellungen begeistern konnte: „Und auch das junge Publikum soll eine wichtige Zielgruppe bleiben. Die Arbeiten von und mit Schülern und Jugendlichen zählten für mich zu den beeindruckenden Darbietungen des Festivals, so etwa der ’15 Cent Gangsta Rap’ oder die Performancewerkstatt ‘Im Dickicht der Texte’.”

Das Festival hat seinen Mittelpunkt im Theater gefunden

Juliane Votteler, Intendantin des Theaters Augsburg, legte Wert darauf, dass mit den beiden ausverkauften Vorstellungen der Dreigroschenoper im Theater das Festival stimmungsvoll beendet worden sei. „Das Festival hat seinen Mittelpunkt im Theater Augsburg gefunden. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr“, so Votteler. Dr. Joachim A. Lang, künstlerischer Leiter des Festivals, bewertete das Festival als Neuanfang: „Ich freue mich über die große Resonanz des Festivals. Wir werden den Weg weiterverfolgen, große Künstler nach Augsburg zu holen und die Zusammenarbeit in der Stadt noch weiter ausbauen. Das war ein guter Anfang, der die neuen Chancen aufzeigt.“