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Montag, 22.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Brecht-Preis 2013 für Ingo Schulze

Entscheidung für den in Berlin lebenden Schriftsteller fiel einstimmig



Die Stadt Augsburg vergibt den mit 15.000 Euro dotierten Bertolt-Brecht-Preis alle drei Jahre an Persönlichkeiten, die sich in ihrem literarischen Schaffen durch die kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart auszeichnen. Frühere Preisträger waren unter anderem Franz Xaver Kroetz (1995) und Albert Ostermaier (2010). Für 2013 fiel gestern die Wahl auf den Schriftsteller Ingo Schulze.

Schulze, am 15. Dezember 1962 in Dresden geboren, studierte klassische Philologie in Jena und arbeitete in Altenburg als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Seit 1993 lebt er in Berlin. Ingo Schulze gilt als hartnäckigster Chronist der deutschen Wiedervereinigung: „Kein anderer Schriftsteller geht den grundstürzenden Umwälzungen jener Wendemonate, die Millionen Menschen eine radikale Lebenswende abverlangten, so minuziös nach wie er. Schulze ist damit zu einem politischen Romancier von internationalem Rang geworden, der seinen Blick aber nicht auf die politische Klasse richtet, sondern auf die eminent politischen Erfahrungen von Millionen Ostdeutschen und Osteuropäern während und nach dem Kollaps des realen Sozialismus“, wie es in der Pressemitteilung der Stadt Augsburg zur Jury-Entscheidung heißt.

„Mit dem Bertolt-Brecht-Preis erhält Ingo Schulze eine verdiente Würdigung – ich freue mich sehr für ihn“, so Kulturreferent Peter Grab, der Vorsitzende der Jury, der unter anderem auch Barbara Brecht-Schall als Vertreterin der Brecht-Erben und Dr. Helmut Gier, ehemaliger Direktor der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg angehören. Die Preisverleihung findet am Freitag, 8. Februar 2013 im Rahmen des Brechtfestivals statt.