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Donnerstag, 23.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Brecht-Festival: Grüne fordern Offenlegung der Zahlen

Die Stadtratsfraktion der Augsburger Grünen hat nach der Sitzung des Kulturausschusses vom Montag einen Antrag gestellt, der darauf abzielt, dass der Rechnungsabschluss des diesjährigen Brecht-Festivals offengelegt wird.



„Nachdem es schon bei den Besucherzahlen kein transparentes Vorgehen gab, entsteht erneut der Eindruck, dass es beim Brecht-Festival etwas zu vertuschen gibt. Wir wollen jetzt wissen, ob die Gerüchte über ein Defizit in fünfstelliger Höhe zutreffen“, so die Grüne Stadträtin Verena von Mutius, die darüber hinaus die Auffassung vertritt, dass es der Augsburger Kulturszene nicht vermittelbar wäre, wenn dies zutreffen würde und gleichzeitig bei kleinen Festivals im 10.000 Euro-Bereich gekürzt werde. „Würde jetzt ausgerechnet ein nicht von der Sparrunde betroffenes Festival weit höhere Beträge verschlingen, wäre dies ein weiterer Schlag gegen die kleineren Festivals, die in Schwierigkeiten geraten sind“, so Reiner Erben, Fraktionschef der Augsburger Grünen.

„Ein Beleg für die nachlassende Attraktivität des Festivals“

Hintergrund dieser Pressemeldung ist ein „Gerücht“, das der Linke Stadtrat Benjamin Clamroth während der zurückliegenden Kulturausschusssitzung in die Stadtgesellschaft trug. Nach Recherchen der DAZ entspricht dieses „Gerücht“ den Tatsachen. Es soll sich um einen Fehlbetrag von 41.000 Euro handeln. Am Rande der Stadtratssitzung vom Donnerstag war in Erfahrung zu bringen, dass seitens der CSU Kulturreferent Peter Grab und Brecht-Festivalleiter Joachim Lang aufgefordert wurden, das Zustandekommen dieser Unterdeckung zu bestätigen und zu erklären, wie man dieses Defizit heilen wolle. Eine weitere Spitze in Richtung Lang und Stadtregierung ritt Verena von Mutius, indem sie den hohen Fehlbetrag als „Beleg für die nachlassende Attraktivität des Festivals“ bezeichnete und die Verlängerung der Festivalreihe kritisierte: „Angesichts der jetzigen Lage ist es noch unverständlicher, warum CSU und Pro Augsburg den Vertrag mit Herrn Lang verlängert haben, ohne dass dieser eine stimmiges Konzept vorgelegt hat.“